Der Weltcup-Auftakt in Sölden bekommt eine prominente Rückkehrerin: Petra Vlhová wird am 24. Oktober im Riesenslalom der Frauen auf dem Rettenbachferner am Start stehen. Für die 31 Jahre alte Slowakin ist es das erste Weltcuprennen seit ihrem schweren Sturz beim Heimrennen in Jasná im Januar 2024. Das berichteten slowakische Medien wie Sportnet am Freitag, Schweizer und französische Portale griffen die Nachricht am Samstag auf.
Zwei Operationen, ein langer Weg zurück
Am 20. Januar 2024 hatte sich Vlhová beim Riesenslalom in Jasná schwer am rechten Knie verletzt, die Diagnose lautete Kreuzbandriss. Am 5. Februar 2024 wurde sie im Hôpital du Valais in der Schweiz operiert. Weil die Heilung stockte, folgte im März 2025 ein zweiter Eingriff. Die komplette Saison 2024/25 verpasste sie, die endgültige ärztliche Freigabe für volles Training gab es erst im Januar 2026.
Ganz ohne Rennpraxis kehrt Vlhová trotzdem nicht zurück: Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina im Februar ging sie in der Team-Kombination und im Slalom an den Start. In der Kombination schied sie aus, im Slalom wurde sie 20. Im Weltcup dagegen fehlt sie seit fast drei Jahren.
Über die Zeit der Reha sprach Vlhová erstaunlich offen. Nach außen habe sie glücklich gewirkt, innerlich sei sie aber „in tausend kleine Stücke zerbrochen“ gewesen, sagte sie Berichten zufolge. Das Knie schmerze heute nicht mehr, sie spüre aber weiterhin Beschwerden. „Manchmal sagt mir mein Knie, dass es genug ist“, wird sie in französischen Medien zitiert. Die Leistung komme schrittweise zurück, dafür brauche es Geduld.
Neuer Trainer, neue Einstellung
Für die Rückkehr hat Vlhová ihr Umfeld neu aufgestellt. Seit dem Frühjahr leitet der Österreicher Mario Rafetzeder ihr Trainerteam. Er hatte zuvor die Nationalteams Großbritanniens und Finnlands betreut. Sein Vorgänger, der Schweizer Mauro Pini, hatte die Zusammenarbeit im März 2025 nach vier Jahren beendet. Im Mai stand Vlhová in Österreich wieder auf Schnee, danach folgten ein Trainingslager in Italien, ein Block Krafttraining und mehrere Wochen in Argentinien.
Auch privat hat sich einiges verändert. Von Liptovský Mikuláš ist sie nach Bratislava gezogen. Sie empfinde das Comeback „als Neubeginn“, sagte sie laut Sportnet. „Im Vergleich zu vor meiner Verletzung bin ich ein ganz anderer Mensch“, zitiert sie der „Blick“. Früher habe sie Siege und Podestplätze als selbstverständlich angesehen, heute genieße sie den ganzen Weg. Konkrete Ergebnisziele nennt sie bewusst nicht, ihr Ehrgeiz sei aber geblieben.
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Ihr Programm beschränkt sich auf die technischen Disziplinen. Vlhová will alle Slaloms und Riesenslaloms bestreiten, „Schritt für Schritt“, wie sie sagt, und immer mit Rücksicht auf ihren Körper. Im Riesenslalom fühle sie sich derzeit stärker, im Slalom brauche sie technisch noch mehr Arbeit.
Ihre Bilanz macht die Rückkehr zu einer der großen Geschichten des Winters: 31 Weltcupsiege, davon 22 im Slalom und sechs im Riesenslalom, der Gesamtweltcup 2021 als erste Slowakin, Riesenslalom-Gold bei der WM 2019 in Åre und Slalom-Gold bei Olympia 2022 in Peking. Mit Mikaela Shiffrin lieferte sie sich jahrelang packende Duelle um Slalom-Siege und Kristallkugeln.
Nach Sölden hat Vlhová vor allem zwei Termine im Blick. Am 23. und 24. Januar 2027 macht der Weltcup in Jasná Station, also genau dort, wo ihre Leidenszeit begann. Kurz danach folgt Anfang Februar die WM in Crans-Montana. Für beide wird der Riesenslalom am Rettenbachferner zeigen, wie weit die Slowakin nach fast drei Jahren Weltcup-Pause schon ist.



