Fast zwei Jahre nach dem schweren Sturz, der seine Karriere und beinahe mehr gekostet hätte, nimmt Cyprien Sarrazin Kurs auf den Weltcup. Der Franzose kündigte am Mittwoch im Radiosender RMC an, Mitte November mit dem französischen Team ins Trainingslager in die USA zu reisen. Ein Datum für sein Comeback nennt er bewusst nicht. „Ich habe im Kopf, an den ersten Rennen teilzunehmen“, sagte Sarrazin, versprach aber nichts.
Notoperation nach dem Bormio-Sturz
Am 27. Dezember 2024 war Sarrazin im Abfahrtstraining in Bormio schwer gestürzt. Er erlitt eine Hirnblutung und musste notoperiert werden. Für den Skisport war das ein Schock, denn der Franzose war damals einer der dominierenden Abfahrer. Im Winter davor hatte er sich zum großen Rivalen von Marco Odermatt entwickelt und war in der Abfahrtswertung Zweiter geworden. Seither hat er kein Weltcuprennen mehr bestritten.
Auf der Stelvio, auf der er gestürzt war, wurden im Februar die olympischen Männerrennen ausgetragen. Sarrazin verpasste die Spiele. Nun zeigt er sich vorsichtig zuversichtlich, dass er im kommenden Winter wieder dabei ist.
Der Weg zurück war lang und verlief weitgehend abseits der Öffentlichkeit. Sarrazin ließ sich Zeit, statt einem festen Comeback-Termin hinterherzulaufen. Dass er nun öffentlich über Rennen spricht, ist ein deutliches Signal. Lange war offen, ob der Abfahrer überhaupt in den Hochgeschwindigkeitssport zurückkehren würde. Jetzt steht zumindest das Trainingslager in den USA fest im Kalender.
Copper Mountain und Beaver Creek im Blick
Konkret nannte der Franzose die ersten Speed-Stationen der Saison. Am 28. November steht in Copper Mountain ein Super-G auf dem Programm, vom 3. bis 6. Dezember folgt Beaver Creek. Beide Rennen liegen in den USA und passen damit zum Trainingslager des französischen Teams. Festlegen will er sich trotzdem nicht. Er könne nicht bestätigen, dass er in Copper oder Beaver Creek starten werde. „Es gibt keine Gewissheit, weder über den Saisonstart noch über die Zukunft“, wurde Sarrazin zitiert.
Ski AlpinFIS-Beben geht weiter: Trinkl lehnt Waldner-Nachfolge abEr sei „in der Entdeckungsphase“ und gehe Schritt für Schritt vor, „nicht Tag für Tag, aber fast“. Die Entscheidung über seinen ersten Start wolle er so spät wie möglich treffen. Er wolle nichts überstürzen, betonte er.
Frankreichs Speed-Team hofft
Für die französische Mannschaft wäre die Rückkehr ein emotionaler Moment. Sarrazin sprach davon, bei der Rückkehr ins Team vor allem „Liebe“ zu spüren. Sportlich wäre er eine enorme Verstärkung, denn zu seinen besten Zeiten gewann er auf den härtesten Pisten der Welt. Sein Wiedereinstieg erfolgt allerdings in einem besonderen Winter. Im Februar 2027 steht die WM in Crans-Montana an. Ob Sarrazin dort ein Faktor sein kann, hängt davon ab, wie sein Körper auf Trainingsfahrten mit hohem Tempo reagiert.
Der Weltcup startet Ende Oktober in Sölden, wo die Speed-Spezialisten traditionell noch keine Rolle spielen. Die erste echte Standortbestimmung für Sarrazin ist das Trainingslager in den USA Mitte November. Danach folgen der Super-G in Copper Mountain am 28. November und die Rennen in Beaver Creek.



