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Freitag, 16. Oktober 2026

Ski alpin

FIS-Beben geht weiter: Trinkl lehnt Waldner-Nachfolge ab

Ex-Weltmeister Hannes Trinkl sagt der FIS als Renndirektor ab, fordert Waldners Rückkehr und lässt die eigene Zukunft offen – zehn Tage vor Sölden.

3 Min. Lesezeit snowpost

Symbolbild: Ski alpin
Foto: Guillaume Baviere / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Trinkl sagt Nein zum Chefposten

Zehn Tage vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden kommt die FIS nicht zur Ruhe. Nach dem überraschenden Rückzug von Männer-Renndirektor Markus Waldner hat der Weltverband die Nachfolge zunächst intern lösen wollen – und ist abgeblitzt. Wie der Blick am Mittwoch berichtete, bot die FIS den Posten Hannes Trinkl an. Der 58-jährige Oberösterreicher, Abfahrtsweltmeister von 2001 und seit zwölf Jahren als Speed-Verantwortlicher für die Vorbereitung und Kurssetzung der Abfahrten im Weltcup zuständig, lehnte ab. Seine Begründung laut Bericht: Er halte seine Expertise für diese Aufgabe nicht für ausreichend.

Damit nicht genug: Trinkl macht auch seine eigene Zukunft beim Weltverband von der Personalentscheidung abhängig. „Dieses Geschäft ist nicht zum Spassen. Es geht um die Gesundheit der Athleten. Da muss man sich gut überlegen, mit wem man das mittragen kann – oder eben nicht“, sagte er dem Schweizer Blatt.

Appell: Waldner zurückholen

Statt selbst in die Bresche zu springen, richtet Trinkl einen klaren Appell an die FIS-Spitze. „Die FIS sollte alles daran setzen, dass Markus zurückkommt, weil es in meinen Augen für diese schwierige Tätigkeit keinen Besseren als ihn gibt“, wird er zitiert. Schon wenige Tage nach Waldners Rücktritt hatte Trinkl gegenüber oe24 von einer „Katastrophe für den ganzen Sport“ gesprochen und offengelassen, ob er selbst weitermacht. Versuche, Waldner umzustimmen, blieben bislang erfolglos.

Der Südtiroler Waldner war seit 2014 Chef-Renndirektor der Männer. Offiziell begründete er seinen Schritt mit dem über Jahre gewachsenen Druck: Ihm fehle „die nötige Energie und die richtige Einstellung“ für eine weitere volle Saison, erklärte er laut ORF. Österreichische Medien berichteten unter Berufung auf die „Krone“ zudem über Spannungen mit FIS-Generalsekretär Urs Lehmann, der Waldners Kompetenzen beschnitten haben soll. Bestätigt ist das nicht. Eine Rückkehr Waldners gilt angesichts dieser Gemengelage als unwahrscheinlich.

Gerdol als Notlösung

Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Frauen-Renndirektor Peter Gerdol interimistisch auch die Männer-Rennen. Laut Blick betrifft das zunächst die Stationen Sölden, Levi und Gurgl. Waldner selbst soll den Übergang in der Saison 2026/27 begleiten, welche Rolle er danach bei der FIS übernimmt, ist offen. Eine Entscheidung über die Nachfolge wird Berichten zufolge innerhalb einer Woche erwartet.

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Wie heikel ein Abgang Trinkls wäre, zeigt die Reaktion aus den Teams. Swiss-Ski-Trainer Tom Stauffer lobte die langjährige Zusammenarbeit: „Wenn er tatsächlich aufhören sollte, wäre er auf dieser Position nur sehr schwer zu ersetzen.“ Gerade im Speed-Bereich, wo Pistenpräparierung, Sicherheitsnetze und Kurssetzung über die Gesundheit der Läufer entscheiden, gilt Trinkl als zentrale Figur. Er ist bekannt dafür, unbequem zu sein. Auch zur geplanten Weltcup-Abfahrt am Gornergrat in Zermatt hat er eine klare Meinung: Er nennt sie eines der großartigsten Projekte seit Langem, „aber das Ganze gehört einfach gewissenhaft und gut vorbereitet“.

Turbulenter Start unter Ospelt

Die Personalfrage fällt in eine ohnehin unruhige Phase für den Weltverband. Seit Juni steht der Liechtensteiner Alexander Ospelt als Nachfolger von Johan Eliasch an der Spitze der FIS, die sich zudem einen finanziellen Sanierungskurs verordnet hat. Die erhoffte Stabilität ist bislang ausgeblieben. Sportlich beginnt der Winter am 24. Oktober mit dem Riesenslalom der Frauen auf dem Rettenbachferner, am 25. Oktober folgen die Männer. Spätestens dann muss die FIS klären, wer den Männer-Weltcup führt und ob Trinkl beim Speed-Auftakt im Winter noch an Bord ist.

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