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Freitag, 16. Oktober 2026

Ski alpin

„Enormer Druck“: FIS-Renndirektor Markus Waldner tritt zurück

Gut zwei Wochen vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden zieht sich Herren-Renndirektor Markus Waldner nach zwölf Jahren zurück. Peter Gerdol übernimmt vorerst beide Rennserien.

3 Min. Lesezeit snowpost

Symbolbild: Ski alpin
Foto: creator-bz at de.wikipedia / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Der alpine Ski-Weltcup verliert kurz vor dem Saisonstart eine seiner prägendsten Figuren hinter den Kulissen. Markus Waldner hört als Chef-Renndirektor der Herren beim Internationalen Ski- und Snowboardverband FIS auf. Das gab der Weltverband am Donnerstag bekannt – gut zwei Wochen bevor in Sölden am 24. und 25. Oktober die Riesenslaloms der Frauen und Männer den Winter eröffnen. Die Tiroler Tageszeitung sprach von einem „Paukenschlag“.

Zwölf Jahre an der Spitze der Herren-Rennserie

Der 63-jährige Südtiroler hatte das Amt seit 2014 inne. In diesen zwölf Jahren war Waldner das Gesicht der FIS bei den Männerrennen: Er entschied über Startverschiebungen, Kurskorrekturen und Absagen, stand bei schwierigen Bedingungen im Mittelpunkt und war für Athleten, Trainer und Veranstalter der erste Ansprechpartner auf dem Berg.

Als Begründung nannte Waldner die Belastung, die mit der Rolle einhergeht. Die Verantwortung für den alpinen Skisport auf höchstem Niveau sei ein Privileg, zugleich aber eine Position, die mit enormem Druck verbunden sei. Dieser Druck habe sich über die Jahre – parallel zum Wachstum der FIS und des Sports – immer weiter aufgebaut. Ihm fehle inzwischen die Energie und die mentale Verfassung, um eine weitere komplette Saison so zu bestreiten, wie er es sich gewünscht hätte, erklärte er laut SRF und Blick.

Peter Gerdol übernimmt übergangsweise beide Serien

Für den Weltcup-Auftakt hat die FIS eine Übergangslösung gefunden: Peter Gerdol, bisher Chef-Renndirektor der Frauen, leitet zum Start der Saison die Rennen beider Geschlechter. Die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger für Waldner ist laut Verband bereits angelaufen. Waldner selbst soll den neuen Mann – oder die neue Frau – aktiv einarbeiten; die Saison 2026/27 gilt damit als Übergangsphase. Ob der Südtiroler der FIS darüber hinaus in einer anderen Funktion erhalten bleibt, ist nach Angaben des SRF noch offen.

FIS-Alpindirektor Janne Leskinen würdigte Waldner als feste Größe im alpinen Skisport, der in den vergangenen zwölf Jahren für eine starke Präsenz des Verbands vor Ort gestanden habe.

Ski AlpinFIS-Beben geht weiter: Trinkl lehnt Waldner-Nachfolge ab

Unruhige Wochen vor Sölden

Der Rücktritt fällt in eine ohnehin turbulente Phase für den Weltverband. Erst Anfang Oktober hatte die FIS die geplante Zusatz-WM 2028 abgesagt, zudem war der OK-Chef der WM 2027 in Crans-Montana, Claude-Alain Schmidhalter, nach einer Betrugsanklage zurückgetreten. Nun muss die FIS kurzfristig auch die operative Leitung der Herren-Rennen neu ordnen – in einem Winter mit WM-Höhepunkt im Wallis, in dem Abläufe und Entscheidungen auf der Piste besonders genau beobachtet werden.

Gerade die Rolle des Renndirektors ist in den vergangenen Jahren stärker in den Fokus gerückt. Diskussionen über die Sicherheit auf Abfahrtsstrecken, über dicht gedrängte Kalender und über die Bedingungen bei Rennen im Herbst und Frühling landen regelmäßig bei der Person, die vor Ort das letzte Wort hat. Waldner hat diese Debatten über ein Jahrzehnt lang moderiert und oft auch persönlich ausgehalten.

Für die Athleten ändert sich zum Auftakt zunächst wenig: Gerdol kennt die Abläufe aus dem Frauen-Weltcup, und das Wochenende in Sölden wird ohnehin traditionell gemeinsam ausgetragen. Am Samstag, 24. Oktober, starten die Frauen auf dem Rettenbachgletscher, am Sonntag, 25. Oktober, folgt der Riesenslalom der Männer. Spätestens wenn danach die ersten Speed-Rennen der Herren anstehen, dürfte feststehen, wer Waldners Erbe auf Dauer antritt.

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