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Freitag, 16. Oktober 2026

Ski alpin

Nächster Schock für Kilde: Achillessehnenriss im Training in Chile

Aleksander Aamodt Kilde hat sich bei einem Sturz im Abfahrtstraining in Chile die Achillessehne gerissen. Nach Jahren voller Rückschläge droht dem Norweger der nächste verlorene Winter.

3 Min. Lesezeit snowpost

Aleksander Aamodt Kilde
Foto: User:Dispe / Wikimedia Commons, CC0

Für Aleksander Aamodt Kilde nimmt die Leidensgeschichte kein Ende. Der 34 Jahre alte Norweger hat sich bei einem Sturz im Abfahrtstraining in Chile die Achillessehne gerissen. Das bestätigte der norwegische Skiverband am Donnerstagnachmittag in einer Pressemitteilung. Passiert ist der Unfall bereits am Mittwoch, gut eineinhalb Wochen vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden.

Kilde reist nun zurück nach Innsbruck, seine langjährige Basis. Dort sollen weitere Untersuchungen folgen, gemeinsam mit seinem vertrauten medizinischen Team will er die Behandlung festlegen. Wie lange er ausfällt, ließ der Verband offen. Weitere Informationen sollen folgen, sobald der Weg der Reha feststeht.

Comeback-Pläne erneut durchkreuzt

Die Diagnose trifft den Speed-Spezialisten in einer Phase, in der er sich gerade auf den nächsten Anlauf vorbereitete. Berichten norwegischer Medien zufolge plante Kilde, Ende November bei der Abfahrts-Eröffnung in Copper Mountain (Colorado) in den Weltcup zurückzukehren. Ob er in diesem Winter überhaupt noch ein Rennen bestreitet, ist nun völlig offen.

In Norwegen fallen die Reaktionen entsprechend aus. Der frühere Teamkollege Kjetil Jansrud sprach gegenüber VG von einer „unverdienten, ungerechten und unglaublich schweren Nachricht“. Ex-Rennläufer Tom Stiansen, der sich 1999 selbst die Achillessehne gerissen hatte, rechnet mit dem Schlimmsten: „Ich würde glauben, dass die ganze Saison weg ist“, sagte er mit Verweis auf die lange Heilungszeit bei einem kompletten Sehnenriss. Auch NRK-Experte Lars Elton Myhre äußerte die Befürchtung, dass Kildes Winter gelaufen sein könnte.

Seit Wengen 2024 ein Kampf zurück

Die neue Verletzung reiht sich in eine lange Serie von Rückschlägen ein. Im Januar 2024 stürzte Kilde in der Lauberhorn-Abfahrt von Wengen schwer und zog sich Verletzungen an Unterschenkel und Schulter zu, darunter Nervenschäden im Bein. Es folgten mehrere Operationen, Infektionen und eine monatelange Reha, zeitweise saß er im Rollstuhl.

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Im November 2025 kehrte er nach fast zwei Jahren Pause in den Weltcup zurück. Sein bestes Ergebnis war ein elfter Platz in der Abfahrt von Beaver Creek Anfang Dezember. Nach dem Rennen in Crans-Montana zog er Anfang Februar 2026 die Notbremse und verzichtete auf die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina. „Ich habe alles getan, was ich konnte, um bereit zu sein, aber Kopf und Körper funktionieren nicht so, wie ich es brauche“, erklärte er damals. Auf Instagram schrieb er zum vorzeitigen Saisonende: „Mein Körper braucht mehr Zeit, als mein Kopf wollte.“

Einer der Großen im Speed-Bereich

Dass der Fall international so viel Anteilnahme auslöst, liegt an Kildes Status. Der Gesamtweltcupsieger von 2020 hat 21 Weltcuprennen gewonnen, zwölf Abfahrten und neun Super-G, und stand insgesamt 48-mal auf dem Podest. Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking holte er Silber in der Kombination und Bronze im Super-G, bei der WM 2023 in Courchevel/Méribel kamen zweimal Silber in Abfahrt und Super-G dazu.

Abseits der Piste ist Kilde mit US-Superstar Mikaela Shiffrin verlobt, die im Februar Olympiagold im Slalom gewann. Shiffrin bereitet sich derzeit auf den Saisonstart vor, der am 24. Oktober mit dem Riesenslalom der Frauen am Rettenbachferner in Sölden beginnt. Die Männer folgen am 25. Oktober. Die Speed-Saison, auf die Kilde hingearbeitet hatte, startet Ende November in Nordamerika – nach dem Befund aus Chile mit großer Wahrscheinlichkeit erneut ohne ihn.

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