Unspektakulärer Sturz, schwere Folgen
Für Maja Waroschitz ist der Winter 2026/27 vorbei, bevor er überhaupt begonnen hat. Die 20-jährige Tirolerin hat sich beim Riesenslalom-Training im chilenischen El Colorado erneut schwer am linken Knie verletzt. Die Diagnose: Riss des vorderen Kreuzbands und Verletzung des Innenmeniskus. Das gab der Österreichische Skiverband am Mittwoch bekannt.
Passiert ist es laut Schweizer Medienberichten bei einem eigentlich unspektakulären Sturz. Der Eingriff ist bereits erfolgt: Waroschitz wurde in der Privatklinik Hochrum bei Innsbruck operiert. Fest steht: Die junge Technikerin wird die gesamte kommende Weltcupsaison verpassen und steht vor einer monatelangen Reha.
Dasselbe Knie, keine zehn Monate später
Besonders bitter ist der Zeitpunkt. Erst im Dezember 2025 hatte sich Waroschitz bei einem Europacup-Riesenslalom im Schweizer Zinal schwer am selben Knie verletzt. Damals rissen das vordere Kreuzband, das Innenband und der Außenmeniskus im linken Knie. Nach einem langen Aufbau war sie zurück im Schneetraining und bereitete sich mit dem ÖSV in Südamerika auf die neue Saison vor – nun beginnt der Weg zurück von vorne.
Die Tiroler Tageszeitung sprach von einem „Schock vor dem Saisonstart“. Denn das Knie hatte nach der ersten Verletzung offenbar gehalten – Waroschitz absolvierte wieder intensive Riesenslalom-Einheiten, wie sie im Herbst zum Standardprogramm jedes Weltcupteams gehören. Dass ausgerechnet in dieser Phase, in der der Körper wieder volle Belastung tragen soll, der nächste Riss passierte, trifft sie doppelt.
Zwei Kreuzbandrisse innerhalb von nicht einmal zehn Monaten sind gerade für eine so junge Athletin ein massiver Einschnitt. Statt sich im Weltcup festzubeißen, wird sie realistisch erst im Winter 2027/28 wieder an Rennen denken können.
Dreifache Olympiasiegerin der Jugend
Waroschitz gilt seit Jahren als eines der größten Talente im österreichischen Damen-Skisport. Bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2024 in Gangwon (Südkorea) war sie die große Figur des ÖSV-Teams: Sie gewann Gold im Slalom und in der Kombination sowie gemeinsam mit Florian Neumayer Gold im gemischten Team-Parallelbewerb.
Ihr Weltcup-Debüt feierte sie bereits im März 2024. Seither stehen laut Blick sechs Starts auf höchster Ebene zu Buche – fünf Slaloms und ein Riesenslalom –, Weltcuppunkte blieben ihr bislang jedoch verwehrt. Der nächste Entwicklungsschritt sollte eigentlich in diesem Winter folgen.
Ski Alpin„Kalender ist voll“: Aicher und Weidle-Winkelmann gegen jährliche WMGerade dieser Übergang vom Nachwuchs- in den Weltcupbereich gilt im alpinen Skisport als heikel: Wer ihn verpasst, braucht oft Jahre, um wieder Anschluss zu finden. Waroschitz bleibt mit 20 Jahren zwar jung genug, doch zwei verlorene Winter in Folge wiegen schwer.
Weitere Lücke im ÖSV-Technikteam
Für die österreichischen Damen ist der Ausfall ein weiterer Dämpfer in der Saisonvorbereitung. Das ÖSV-Team sucht vor allem im Riesenslalom und Slalom nach jungen Athletinnen, die mittelfristig in die Weltspitze vorstoßen können – Waroschitz war eine der Hoffnungsträgerinnen für genau diese Rolle.
Die Trainingslager in Südamerika dienen traditionell als letzter großer Schneeblock vor dem Weltcupauftakt. Der steigt am 24. Oktober mit dem Damen-Riesenslalom auf dem Rettenbachferner in Sölden – ohne Maja Waroschitz, die dann bereits mitten in ihrer zweiten Knie-Reha binnen eines Jahres steckt.



