Österreichs erfolgreichste Freestyle-Snowboarderin hat einen Schlusspunkt gesetzt. Anna Gasser fährt in diesem Winter ihre letzte Saison. Das gab die 35-jährige Kärntnerin am Freitag beim ÖSV-Einkleidungstermin in Pasching bekannt. „Es ist zu 100 Prozent die letzte Saison“, sagte die zweifache Olympiasiegerin im ORF-Interview. Ein Hintertürchen lässt sie sich damit nicht mehr offen.
Drei Heim-Events als Abschiedstournee
Dass Gasser überhaupt noch einen Winter anhängt, liegt am Kalender. Gleich drei große Bewerbe finden in Österreich statt. „Es wird mir schwer gemacht aufzuhören, wenn am Anfang meiner Karriere kein einziges Event in Österreich ist, und jetzt sind es drei“, erklärte sie laut ORF. „Ich habe geplant, dass ich die Österreich-Highlights noch mitnehme.“
Los geht es am 27. und 28. November mit dem Air & Style (Airdrenaline) auf dem Innsbrucker Bergisel. Am 8. und 9. Jänner folgt der Weltcup am Kreischberg. Den Abschluss bildet im März die Heim-WM im Montafon. Ein volles Weltcupprogramm plant Gasser nicht mehr. Die drei Termine seien ein Kompromiss, der ihr Zeit für andere Projekte lasse.
Dabei will sie nichts mehr auf Biegen und Brechen durchziehen. „Ich werde es nicht mehr erzwingen. Ich muss gesund bleiben, muss fit bleiben und mich sicher fühlen“, sagte sie laut Sky Sport Austria. Starten will sie nur, wenn die Bedingungen wirklich passen. US-Medien zufolge hat sie aber noch Tricks im Kopf, die sie unbedingt zeigen will.
Olympia 2026 als Wendepunkt
Nach den Winterspielen in Mailand und Cortina im Februar war ihre Zukunft offen. Dort wurde sie Achte im Big Air und Zehnte im Slopestyle. Zufrieden war sie damit nicht: „Ich hatte das Gefühl, ich konnte nicht das zeigen, was ich eigentlich kann“, sagte sie rückblickend über ihre Olympia-Vorbereitung. Die Entscheidung habe sie dann eine Weile vor sich hergeschoben, räumte sie laut NBC Sports ein. Jetzt steht sie fest.
Eine Besonderheit bleibt ihr trotzdem. Gemeinsam mit dem Kanadier Mark McMorris ist Gasser bei jedem olympischen Slopestyle-Bewerb seit der Premiere 2014 in Sotschi am Start gewesen.
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Gasser kam erst spät zum Snowboarden. Mit 14 hörte sie mit dem Kunstturnen auf, mit 17 wechselte sie aufs Brett. Danach prägte sie die Big-Air-Disziplin bei den Frauen wie kaum eine andere. Bei der olympischen Premiere 2018 in Pyeongchang gewann sie Gold, 2022 in Peking verteidigte sie den Titel. Dazu kommen zwei WM-Titel im Big Air (2017 und 2023), 13 Weltcupsiege und fünf Erfolge bei den X Games.
Für den ÖSV geht damit eine Ära zu Ende, die das Freestyle-Snowboarden in Österreich sichtbar gemacht hat. Dass ihre letzten Auftritte ausgerechnet vor heimischem Publikum stattfinden, war für Gasser der entscheidende Grund für den Aufschub.
Der erste Halt der Abschiedstour ist in sieben Wochen. Am 27. November springt Gasser beim Air & Style auf dem Innsbrucker Bergisel. Im März im Montafon soll dann mit einer WM vor Heimpublikum ihre Karriere enden.



