Sechs Springen, sechs Siege: Clemens Aigner hat den Sommer-Continental-Cup 2026 mit einer makellosen Bilanz beendet. Beim Finale in der Vogtland Arena in Klingenthal gewann der 33-jährige Tiroler am Samstag und Sonntag und setzte sich damit in jedem Wettbewerb der Serie durch. Im Anschluss verriet der Österreicher, dass seine Karriere zweimal fast vorbei gewesen wäre.
Zwei Siege gegen Weltcup-Prominenz
Leicht gemacht wurde es Aigner in Klingenthal nicht, denn in der zweiten Liga mischten diesmal auch Weltcup-Größen mit. Am Samstag führte er nach dem ersten Durchgang mit 132 Metern. Der Slowene Domen Prevc schob sich mit 141,5 Metern – der größten Weite des Tages – im Finale zwar auf Rang zwei vor, doch Aigner konterte mit 135,5 Metern und siegte mit 11,1 Punkten Vorsprung. Dritter wurde der Pole Jakub Wolny. Bereits mit diesem fünften Erfolg war ihm der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen.
Am Sonntag setzte Aigner noch einen drauf. Mit 142 und 137,5 Metern gewann er hauchdünn vor Prevcs Landsmann Anže Lanišek, der nur 0,7 Punkte zurücklag. Raffael Zimmermann machte als Dritter den zweiten österreichischen Podestplatz perfekt; er hatte im ersten Durchgang mit 145 Metern nur 1,5 Meter unter dem Schanzenrekord gelandet. Die besten Deutschen waren Luca Roth und Ben Bayer auf den Plätzen acht und neun.
In der Gesamtwertung beendete Aigner den Sommer mit der Maximalausbeute von 600 Punkten, klar vor Zimmermann (344) und seinem Teamkollegen Haagen (279). Ben Bayer kam als bester Deutscher auf Rang vier. Der Lohn für die Dominanz: ein zusätzlicher Quotenplatz für den ÖSV im Weltcup, den Aigner im Winter voraussichtlich selbst nutzen wird.
Zweimal kurz vor dem Karriereende
Bemerkenswert ist der Erfolg vor allem wegen Aigners Vorgeschichte. Im Gespräch mit dem polnischen Portal Skijumping.pl erzählte er, dass er 2021 und 2025 jeweils nur einen kleinen Schritt von der Entscheidung entfernt gewesen sei, seine Laufbahn zu beenden. Beide Male habe er Vor- und Nachteile abgewogen und die Gedanken schließlich verworfen.
SkispringenDM-Krimi in Hinterzarten: Raimund schlägt Wellinger, Reisch holt GoldDer Antrieb ist geblieben. Er spüre dieses Feuer noch immer in sich und wolle zu den Besten gehören, sagte Aigner. Ein gelungener Sprung sei eines der besten Gefühle, die er kenne. In der Vorbereitung habe er vor allem an der Flugphase gearbeitet, weil er dort die größten Reserven gesehen habe – das Ziel sei ein effizienterer Stil gewesen.
Ewiger Continental-Cup-Spezialist
Im Continental Cup ist Aigner seit Jahren eine Größe: Laut Skijumping.pl stehen inzwischen 39 Siege und 73 Podestplätze aus Sommer- und Winterausgaben in seiner Bilanz. Im Weltcup kam er dagegen wegen der starken österreichischen Konkurrenz nur unregelmäßig zum Einsatz. Seine beste Gesamtplatzierung war Rang 29 in der Saison 2022/23, mit dem Team stand er fünfmal auf dem Weltcup-Podest.
Konkrete Ergebnisziele für den Winter will sich der Familienvater zweier Kinder nicht setzen. Er wolle gute, weite Sprünge zeigen und beweisen, wozu er fähig ist. Mit dem erarbeiteten Quotenplatz hat er dafür nun die Bühne im Weltcup sicher.



