Der Winter kann kommen: Die FIS hat bei der Schneekontrolle am Donnerstag grünes Licht für den Weltcup-Auftakt in Sölden gegeben. Damit steht fest, dass die Saison 2026/27 wie geplant am Rettenbachferner beginnt. Am Samstag, 24. Oktober, eröffnen die Frauen mit dem Riesenslalom, am Sonntag, 25. Oktober, folgen die Männer. Die Durchgänge sind jeweils für 10 und 13 Uhr angesetzt, der ORF überträgt live in ORF1.
Lob für die Pistenmannschaft
FIS-Renndirektor Janez Hladnik zeigte sich nach der Inspektion zufrieden. „Das Team rund um Pistenchef Isidor Grüner hat wieder hervorragende Arbeit geleistet“, sagte er. Zwar sei noch einiges zu tun, doch „einem super Auftakt steht aus heutiger Sicht nichts im Wege“.
Möglich macht das vor allem das sogenannte Snowfarming. Die Bergbahnen Sölden hatten im Frühjahr rund 60.000 Kubikmeter Schnee in Depots eingelagert, gezielt für die Weltcup-Strecke. Die kühleren Temperaturen der vergangenen Tage erlaubten zusätzlich den Einsatz von Schneekanonen, sodass Alt- und Neuschnee vermischt werden konnten. Abseits der Rennpiste ist die Lage am Gletscher dagegen weiterhin dürftig, das Skigebiet öffnet vollständig erst Mitte November.
Auch beim Veranstalter herrscht Zuversicht. „Sie haben hier unglaubliche Arbeit geleistet. Die Bedingungen sind wirklich gut für das Training in dieser Woche und für den Weltcup nächste Woche“, sagte Max Obergruber, Projektleiter bei Ski Austria Events, der Tiroler Tageszeitung. Das Feedback der Athletinnen und Athleten sei durchwegs positiv. Bis Sonntag wird auf der Strecke noch trainiert, danach folgen die finalen Arbeiten an Sicherheitseinrichtungen und Zielraum. Als einzige Unbekannte gilt nun das Wetter.
Scheiber feiert Premiere als Rennleiter
Eine Neuerung gibt es in der Rennleitung. Erstmals verantwortet Florian Scheiber das Weltcup-Opening. „Ich darf heuer erstmals die Rennleitung beim Weltcup-Opening in Sölden übernehmen“, sagte der 39-Jährige. Der frühere ÖSV-Speedfahrer, dessen bestes Weltcup-Ergebnis Rang vier in der Abfahrt von Beaver Creek 2012 war, will seine Erfahrung als Athlet einbringen, um faire und sichere Rennen auf höchstem Niveau zu gewährleisten.
Ski Alpin„Nichts ist fertig“: FIS stellt Frauen-Weltcup in Narvik infrageDie Personalie fällt in eine unruhige Phase für die Rennorganisation im Weltcup: Bei der FIS ist der Posten des Männer-Renndirektors nach dem Rücktritt von Markus Waldner weiterhin vakant.
Scheib und Odermatt als Titelverteidiger
Sportlich ist die Ausgangslage klar. Julia Scheib reist als Siegerin des Vorjahres an, auf einem der anspruchsvollsten Riesenslalomhänge des Kalenders: Der Rettenbachferner weist bis zu 68 Prozent Gefälle und 370 Höhenmeter auf. Bei den Männern gewann Marco Odermatt 2025 zum dritten Mal in Folge in Sölden, damals 0,24 Sekunden vor Marco Schwarz. Neben Scheib und Odermatt trainieren laut Berichten auch Mikaela Shiffrin und Lucas Pinheiro Braathen bereits vor Ort.
Für die Zuschauer gibt es eine Neuerung: Erstmals ist das Event komplett bargeldlos, an allen Ständen wird nur mit Karte, Handy oder Smartwatch bezahlt. Erwartet werden über 30.000 Fans. Stehplatztickets kosten online 30 Euro und gelten zugleich als Fahrschein für die Shuttlebusse zum Gletscher. Wer anreist, sollte vor allem am Samstag- und Sonntagmorgen mit Staus auf der Ötztalstraße rechnen.



