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Freitag, 16. Oktober 2026

Skispringen

Schwanger trotz seltener Diagnose: Silje Opseth setzt WM-Saison aus

Das Rätsel um Silje Opseths NM-Absenz ist gelöst: Die Norwegerin ist schwanger und verpasst den WM-Winter. Trotz einer seltenen Diagnose. „Ich bin nicht fertig“, sagt sie.

3 Min. Lesezeit snowpost

Silje Opseth
Foto: Steffen Prößdorf / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ihr Fehlen bei den norwegischen Meisterschaften am vergangenen Wochenende hatte Fragen aufgeworfen, nun hat Silje Opseth sie selbst beantwortet: Die 27-Jährige ist schwanger und wird die komplette Weltcup-Saison 2026/27 verpassen, also auch den WM-Winter. Das gab die Skispringerin am Montagabend im norwegischen Sender NRK bekannt, der norwegische Skiverband bestätigte die Nachricht. „Ich habe gute Nachrichten. Die Kurzversion ist: Ich bin schwanger“, sagte Opseth.

Dass es sich nicht um ein Karriereende handelt, stellte Norwegens Skisprung-Chef Jan-Erik Aalbu umgehend klar. „Silje ist sich im Klaren darüber, dass dies nicht das Ende ihrer Karriere bedeutet. Das Ziel ist, nach der Geburt zum Skispringen zurückzukehren“, sagte Aalbu. Opseth selbst formulierte es kürzer: „Ich bin nicht fertig.“

Seltene Diagnose: „Jetzt oder nie“

Hinter der Nachricht steckt eine bewegende Vorgeschichte, die Opseth gegenüber NRK offenlegte. Bei ihr wurde eine prämature Ovarialinsuffizienz (POI) diagnostiziert – eine Erkrankung, bei der der Körper vorzeitig aufhört, Eizellen und die zugehörigen Hormone zu produzieren. Bei einer Ultraschalluntersuchung war nur ein einziges Eibläschen zu sehen, normal wären in ihrem Alter 15 bis 20. Laut der NTNU-Professorin Mette Haase Moen betrifft POI weniger als eine von 1000 Frauen in Opseths Alter. Ein genetischer Test ergab keine erbliche Ursache.

Über Jahre hatte die Norwegerin mit Symptomen gekämpft, die sie lange nicht einordnen konnte: starke Menstruationsschmerzen, unregelmäßige Zyklen, Stimmungsschwankungen und eine unkontrollierte Gewichtszunahme. „Es folgten ein paar Tage, an denen ich viel geweint habe“, beschrieb sie die Zeit nach der Diagnose. Die Konsequenz zog sie dennoch schnell: Wenn sie jemals Kinder haben wolle, dann sei es jetzt oder nie. Den positiven Schwangerschaftstest beschrieb sie als kleines Wunder. Ihr Lebensgefährte Mathias Harstad sagte NRK: „Wenn sie sich etwas vornimmt, gibt es nur eine Richtung – nach vorne.“

Abschied in Topform

Sportlich kommt die Pause zu einem Zeitpunkt, an dem Opseth in starker Verfassung war. Beim Sommer-Grand-Prix in Wisła sprang sie im August auf die Plätze zwei und drei. Ihr Fehlen bei den Landesmeisterschaften in Oslo war zunächst unkommentiert geblieben, Spekulationen über gesundheitliche Gründe gab es seither reichlich.

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Die Athletin des Klubs IL Holeværingen gehört seit Jahren zu den prägenden Figuren im Frauen-Skispringen. Sie gewann sieben Einzelrennen im Weltcup und holte bei Weltmeisterschaften drei Teammedaillen: Bronze 2019 in Seefeld sowie Silber im Mixed und Bronze mit dem Frauenteam 2021 in Oberstdorf. Am 17. März 2024 stellte sie in Vikersund mit 230,5 Metern einen Weltrekord im Skifliegen der Frauen auf, der fast ein Jahr Bestand hatte.

Rolle im Team bleibt

Ganz verschwinden wird Opseth im kommenden Winter nicht. Der Verband will ihre Erfahrung auch ohne Wettkampfeinsätze nutzen. „Ihre Erfahrung, ihr Engagement und ihre Rolle in der Gruppe machen sie zu einer wichtigen Ressource“, sagte Aalbu. Zugleich betonte er: „Das ist zuallererst eine fantastische Nachricht für Silje und ihre Familie. Gleichzeitig erinnert es daran, dass das Leben aus mehr besteht als Ergebnissen und Wettkämpfen.“

Für Norwegens Frauenteam ist der Ausfall dennoch ein spürbarer Verlust im WM-Winter. Einfach wird Opseths Rückkehr nicht: Laut skispringen.com sind bislang erst zwei Skispringerinnen nach einer Geburt in den Wettkampfsport zurückgekehrt – Helena Olsson Smeby, die 2014 bei Olympia startete, und Caroline Rochas. Opseths Comeback ist nach t-online-Angaben für die Saison 2027/28 vorgesehen.

Athleten Silje Opseth
Sportarten Skispringen

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