Gauthier vor Camp-Streik: Ducks bis 15. September unter Druck

15. September: Die Uhr tickt für Anaheim

Der Vertragsstreit zwischen Cutter Gauthier und den Anaheim Ducks nähert sich einem kritischen Wendepunkt. NHL-Analyst Steve Peters prognostizierte diese Woche öffentlich, dass Gauthier nicht auf dem Eis stehen wird, wenn das Trainingscamp der Ducks öffnet — was den ersten ernsthaften Camp-Streik der Liga seit Jahren bedeuten würde. Im Mittelpunkt steht der 15. September: Er gilt als letzter realistischer Termin, an dem Anaheim dem 22-Jährigen noch einen Achtjahresvertrag im Rahmen des RFA-Systems anbieten kann. Danach schrumpft der Vertragspielraum für beide Seiten erheblich.

Gauthier, der die Ducks in der vergangenen Saison mit 41 Toren und 69 Punkten in 76 Spielen angeführt hatte, ist weiterhin Restricted Free Agent. Berichten zufolge lehnte er ein Vierjahresangebot über 52 Millionen US-Dollar — jährlich 13 Millionen — ab. Die Kluft zwischen Angebot und Forderung scheint erheblich, und in den vergangenen Tagen gab es keine öffentlich bekannten Fortschritte bei den Verhandlungen.

Die Vergleichsverträge als Druckmittel

Gauthiers Berater agieren nicht ohne Marktdaten. Sein Mitspieler Leo Carlsson sicherte sich über ein Offer-Sheet, das Anaheim zwangsweise matchen musste, einen Vertrag über 18 Millionen Dollar pro Saison. Macklin Celebrini unterschrieb für 18,8 Millionen jährlich, Connor Bedard für 15 Millionen. Vor diesem Hintergrund soll Gauthiers Lager zwischen 15 und 17 Millionen Dollar jährlich anstreben — Zahlen, die seine Produktivität und sein Entwicklungspotenzial widerspiegeln, aber weit über Anaheims bisherigem Angebot liegen.

Das Problem ist struktureller Natur. General Manager Pat Verbeek hat nach dem erzwungenen Carlsson-Match und den Verpflichtungen von Frank Vatrano, A.J. Greer und Ryan Poehling nur noch rund neun Millionen Dollar Salary-Cap-Spielraum. Um Gauthier zu seinem Zielgehalt zu verpflichten, müssten Anaheim mindestens einen größeren Vertrag abgeben. Verbeek hat sich öffentlich in den vergangenen 48 Stunden nicht zum Verhandlungsstand geäußert.

Der Larkin-Faktor

Als möglicher Ausweg taucht in Ligakreisen erneut ein Name auf: Dylan Larkin. Der Center hatte Detroit bereits um eine Transfererlaubnis gebeten, und Anaheim war seinerzeit als mögliches Ziel genannt worden. Ein Deal kam damals nicht zustande, doch laut mehreren Berichten ist das Interesse nicht völlig erloschen. Ein Larkin-Transfer könnte gleichzeitig Cap-Raum schaffen und den Kader für eine Übergangssaison neu formen.

Kritiker von Verbeeks Verhandlungsführung werfen dem GM vor, bei Gehalt und Vertragslaufzeit gleichzeitig zu viel zu verlangen. Ein Vierjahresvertrag würde Gauthier nicht zur Unrestricted Free Agency führen — ein zentraler Streitpunkt, wenn vergleichbare Talente Fünfjahresabschlüsse erzielt haben. Gauthiers Lager will angeblich sowohl ein marktgerechtes Gehalt als auch eine Laufzeit, die frühzeitig die UFA-Qualifikation ermöglicht.

Wie es weitergeht

Als Restricted Free Agent ohne Offer-Sheet-Berechtigung sind Gauthiers Optionen begrenzt: unterschreiben, neu verhandeln oder aussetzen. Ein Streik bis weit in die Regular Season kostet ihn Einsätze, die auf seine UFA-Qualifikationszeit angerechnet werden — ein erheblicher persönlicher Preis. Die Preseason der Ducks beginnt voraussichtlich um den 20. September, der reguläre Saisonstart ist für den 29. September angesetzt. Wenn der 15. September ohne Einigung verstreicht, ist ein Achtjahresvertrag vom Tisch; kürzere Laufzeiten und geringere Flexibilität für beide Seiten wären die Folge.