Category: Panorama

  • Makar unterschreibt NHL-Rekordvertrag über 163 Mio. Dollar

    NHL schreibt Gehaltsgeschichte

    Die Colorado Avalanche haben am Freitag bekannt gegeben, dass Verteidiger Cale Makar eine Vertragsverlängerung über acht Jahre und 163,2 Millionen Dollar unterschrieben hat. Der durchschnittliche Jahreswert (AAV) beträgt 20,4 Millionen Dollar — der erste Vertrag in der Geschichte der NHL, der diese Marke überschreitet. Damit wird Makar zum bestbezahlten Spieler, den die Liga je gesehen hat, gemessen an Gesamtwert und Jahresgehalt gleichermaßen.

    Makar, 25 Jahre alt, befand sich auf dem letzten Jahr seines im Juli 2021 unterzeichneten Sechsjahresvertrags über 54 Millionen Dollar mit einem AAV von 9 Millionen. Die neue Vereinbarung läuft bis zur Saison 2034-35 und mehr als verdoppelt seinen bisherigen Verdienst.

    „Cale ist ein generationsübergreifender Verteidiger”, sagte Avalanche-Präsident Joe Sakic. „Wir sind überglücklich, diesen Deal abgeschlossen zu haben und Cale im nächsten Jahrzehnt im Avalanche-Trikot zu wissen.”

    Kaprizov-Rekord nach weniger als einem Jahr gebrochen

    Den bisherigen NHL-Gehaltsrekord hielt der finnische Stürmer Kirill Kaprizov von den Minnesota Wild, der im September 2025 einen Achtjahresvertrag über 136 Millionen Dollar bei einem AAV von 17 Millionen unterschrieben hatte. Makars Vertrag übertrifft diesen Wert um 3,4 Millionen pro Jahr — eine Steigerung von exakt 20 Prozent innerhalb von weniger als einem Jahr.

    Noch deutlicher fällt der Vergleich auf Positionsbasis aus: Colorados ehemaliger Defensivspieler Bowen Byram war erst in diesem Sommer zu den Chicago Blackhawks gewechselt und hatte mit einem Achtjahresvertrag über 100 Millionen Dollar den Rekord für Verteidiger auf 12,5 Millionen AAV gesetzt. Makars neue Zahl liegt mehr als 63 Prozent darüber. Der Abstand zwischen ihm und allen anderen Verteidigern auf der Gehaltsliste ist so groß wie nie zuvor in der NHL-Geschichte.

    Trophäenschrank als Beweis

    Sechs NHL-Spielzeiten haben Makar eine Leistungssammlung beschert, die das Preisschild rechtfertigt: Calder Trophy als bester Rookie der Saison 2019-20, zwei Norris Trophäen als bester Verteidiger der Liga, Stanley-Cup-Sieg 2022 und Conn-Smythe-Trophy als MVP der Playoffs im selben Frühjahr. Er gilt als der vollständigste Verteidiger der modernen Ära — schöpferisch nach vorn, verlässlich nach hinten.

    Die Achtjahreslaufzeit des Vertrags schützt Colorado auch gegen eine Gehaltsinflation, die mit dem steigenden NHL-Salary-Cap in den kommenden Jahren erwartet wird. Einen Spieler wie Makar jetzt zu einem festen Preis zu binden — auch wenn dieser Preis historisch ist — gibt der Franchise Planungssicherheit bis 2034.

    Trainingscamp und Saisonstart

    Makars Cap-Hit von 20,4 Millionen Dollar zwingt das Avalanche-Management zu einem sorgfältigen Kaderaufbau rund um den Verteidiger. Wie Colorado die verbleibende Gehaltsmasse verteilt, wird eine der spannendsten Fragen sein, wenn die Trainingslager am 16. September öffnen. Zum Vergleich: Makars alter Vertrag mit 9 Millionen Dollar AAV galt jahrelang als außerordentlich teamfreundlich und ermöglichte es Colorado, weitere Stars um ihn herum zu verpflichten. Der neue Wert lässt dem Kader deutlich weniger Spielraum.

    In der Gesamtbetrachtung des NHL-Offseasons steht Makars Vertrag in einem markanten Kontrast zur Situation in Winnipeg, wo Torhüter Connor Hellebuyck — dreifacher Gewinner des Vezina-Trophäe — vergangene Woche seinen öffentlichen Transferwunsch bestätigte. Während die Jets ihren Schlüsselspieler nicht halten können, setzt Colorado mit Makars Verlängerung ein klares Signal der Kontinuität.

    Mit Makar, der bis zu seinem 33. Lebensjahr unter Vertrag steht, hat Colorado seinen wichtigsten Spieler langfristig gebunden. Colorado startet am 29. September in die reguläre Saison 2026-27.

  • Biathlon: Italiens Sommer-Elite kämpft um Titel in Martell

    Volle Startliste am Grogg

    Am Biathlonzentrum Grogg im Nationalpark Stilfserjoch haben die Italienischen Sommertitelkämpfe im Biathlon am Mittwochmorgen begonnen. Die Herrensprint über zehn Kilometer startete um 9:30 Uhr, die Damensprint über 7,5 Kilometer um 10:15 Uhr. Am Donnerstag folgen die Verfolgungsrennen ab 9:30 Uhr — womit in Val Martell der wichtigste nationale Sommerbewerb des Jahres für die Senioren des Biathlonkaders ausgetragen wird.

    Nahezu die gesamte Spitze des Nationalteams ist vertreten. Bei den Damen führt Olympiasiegerin Lisa Vittozzi das Feld an, ergänzt durch Hannah Auchentaller, Rebecca Passler, Samuela Comola und Martina Trabucchi. Bei den Herren reihen sich neben dem Routinier Lukas Hofer auch Patrick Braunhofer, Christoph Pircher, Didier Bionaz, Elia Zeni sowie weitere Nationalkaderathleten ein. Startnummer 1 trägt Nicola Romanin, Thomas Daziano und Cesare Lozza gehen unter den ersten Startern ins Rennen.

    Giacomel fehlt — Schulterproblem ungelöst

    Der prominenteste Ausfall ist Tommaso Giacomel. Der Biathlonathlet aus dem Trentino, der in der Saison 2025/26 regelmäßig zu den besten Weltcupläufern zählte, bestreitet wegen einer Schulterverletzung weiterhin keine Wettkämpfe. Beim nationalen Titelkampf in Martell im März fehlte er ebenfalls. Ob Giacomel bis zur Eröffnung des Weltcupkalenders im Herbst wieder vollständig einsatzfähig ist, bleibt eine der drängendsten offenen Fragen für den Trainerstab der Azzurri.

    Seine Abwesenheit gibt den Teamkollegen gleichzeitig die Möglichkeit, sich in der internen Hierarchie zu behaupten. Bionaz und Braunhofer, die in der vergangenen Wintersaison starke Ergebnisse vorgelegt haben, gehören zu den ernsthaften Anwärtern auf den Herrensprint-Titel und können sich mit einer überzeugenden Leistung für weitere Nominierungen empfehlen.

    Südtirol stellt das Rückgrat

    Wie in kaum einer anderen europäischen Biathlonnation prägt eine einzelne Region den Nationalkader so stark wie Südtirol die Squadra Azzurra. Auchentaller, Passler, Braunhofer, Pircher und Bionaz trainieren allesamt im Weltcupzentrum Antholz, das zu den renommiertesten Biathlon-Standorten weltweit zählt und bereits Weltmeisterschaften und zahlreiche Weltcuprennen ausgerichtet hat. Die geschlossene Präsenz dieser Athletengruppe in Martell unterstreicht einmal mehr, welchen Stellenwert das Südtiroler Modell für den gesamten italienischen Biathlon-Betrieb hat.

    Vittozzi, die aus Tarvis im Friaul stammt, steht für den Erfolg des Programms über die regionale Dimension hinaus. Ihr Olympiasieg in der Einzelwertung bei den Winterspielen in Mailand und Cortina 2026 katapultierte sie endgültig in die allererste Reihe der internationalen Biathlonszene. In der Damensprint von Martell gilt sie als klare Favoritin: ihre Schießkonstanz und ihr Rollskitempo finden im nationalen Vergleich derzeit keine ebenbürtige Konkurrentin.

    Weichenstellungen für die Saison

    Die Titelkämpfe in Martell sind kein reines Saisonfinale des Sommers, sondern haben direkten Einfluss auf die Kadernominierungen für die ersten Weltcupstationen, die traditionell im November stattfinden. Das Sprint-Verfolgung-Format entspricht exakt dem Rennprogramm des Winters und liefert dem Trainerstab verwertbare Leistungsdaten für die ausstehenden Entscheidungen.

    Das Biathlonzentrum Grogg liegt auf einer Höhenlage, die gleichzeitig die physische Ausdauer und die Schießpräzision unter Belastung fordert — Bedingungen, die denen des Winters ähneln. Ergebnisse aus Mittwoch und Donnerstag werden zeigen, wer die letzte Sommerphase optimal genutzt hat und mit dem besten Rüstzeug in den letzten Vorbereitungsblock vor dem Saisonstart geht.

  • Strelow bricht Dresdens deutschen Fluch nach zwölf Jahren

    Ein Sachse lässt Dresden beben

    Justus Strelow hat am Sonntag im Heinz-Steyer-Stadion Geschichte geschrieben. Der 29-jährige Sachse gewann den Herren-Massenstart über 13,8 Kilometer beim M4Energy City Biathlon Dresden in 33:36 Minuten und bescherte dem Deutschen Skiverband damit den ersten deutschen Sieg bei diesem Traditionsrennen seit zwölf Jahren. Erik Lesser hatte 2014 in Püttlingen zuletzt triumphiert — seither war die Trophäe stets in ausländische Hände gegangen. Vor rund 12.000 Zuschauern an der Elbe ließ Strelow bei vier Schießeinlagen lediglich zwei Scheiben stehen und behielt im Schlusssprint gegenüber Frankreichs Éric Perrot (+3,0 s) die Oberhand. Lukas Hofer (Italien) komplettierte mit weiteren +0,5 Sekunden das Podium.

    Was den Sieg besonders wertvoll macht: Strelow gewann auf seiner Heimstrecke, dort wo er als Kind bereits Biathlon-Weltcup schaute. „Es ist einfach unglaublich, hier in Dresden zu gewinnen — das Publikum hat mich durch das ganze Rennen getragen”, sagte der Sachse laut Medienberichten nach dem Zieleinlauf. Mit seiner gezielten Schießleistung und einem kraftvollen Skilanglauf auf den Rollski-Runden stellte Strelow einmal mehr unter Beweis, dass er zu den verlässlichsten Kräften im deutschen Kader gehört.

    Hinter Perrot und Hofer belegten Philipp Horn (+3,9 s) und Philipp Nawrath (+12,1 s) die Plätze vier und fünf und sorgten damit für ein deutsches Quintett in der Spitzengruppe — ein Ausrufezeichen der DSV-Männer zum Auftakt der heißen Vorbereitungsphase auf die Saison 2026/27. Das Rennen wurde in einem modifizierten Format mit Le-Mans-Startverfahren und Strafrunden statt Strafminuten ausgetragen, was den Wettkampf für die Zuschauer im Stadion noch spannungsgeladener machte.

    Vobornikova trifft alle 20 Scheiben — Hettich-Walz verpasst Podest knapp

    Der Frauen-Massenstart über 11,5 Kilometer lief ebenfalls in atemberaubendem Tempo ab. Die Tschechin Tereza Vobornikova lieferte mit der Topzeit von 31:50,6 Minuten und fehlerfreien 20 von 20 Treffern eine makellose Leistung ab und verwies Österreichs Anna Gandler (+12,2 s) und Italiens Lisa Vittozzi (+17,0 s) auf die Plätze. Janina Hettich-Walz verpasste das Podest als Vierte um knapp 28 Sekunden — ein Resultat, das die deutschen Hoffnungen für die anstehende Saison trotzdem nährt. Olympiasiegerin Justine Braisaz-Bouchet aus Frankreich belegte Platz sechs, Vanessa Voigt wurde neunte.

    Saisonauftakt-Signal für den DSV

    Das Abschneiden der deutschen Athletinnen und Athleten in Dresden darf als vielversprechendes Signal gewertet werden. Die Weltcupsaison 2026/27 beginnt voraussichtlich Ende November in Kontiolahti — bis dahin stehen für die Nationalkader weitere Trainingslager und interne Leistungstests auf dem Programm. Strelow selbst hatte bereits Mitte August in Östersund mit einem guten Ergebnis auf sich aufmerksam gemacht und bestätigt mit seinem Dresdener Triumph die aufsteigende Form. Das nächste Kräftemessen auf internationaler Bühne ist für die deutschen Biathleten voraussichtlich ein Trainingslager in Norwegen, gefolgt von der Weltcup-Saisoneröffnung Ende November in Kontiolahti. Für den DSV ist klar: Dieser Sieg in Dresden soll kein Ausrutscher nach oben bleiben, sondern der Startschuss für eine konstante Rückkehr in die Weltspitze — mit Justus Strelow an vorderster Front.

  • Mach, Stenzel und Armbruster: Deutschland dreifach aufs Podium in Chaux-Neuve

    Österreich siegt, Deutschland glänzt — Chaux-Neuve bildet starken Saisonabschluss

    Beim dritten und letzten Sommer-Grand-Prix der Nordischen Kombination in Chaux-Neuve holte Österreich beide Siege — doch die deutschen Kombinierer boten die beeindruckendste Nationenleistung des Wochenendes: David Mach, Richard Stenzel und Simon Mach belegten die Ränge zwei, drei und vier im Herren-Gundersen, und Nathalie Armbruster holte Bronze bei den Damen. Sieger wurde Österreichs Fabio Obermeyr, der im Schlussrund alle Rivalen abschüttelte.

    Herren-Gundersen: Stenzel fliegt am weitesten, Obermeyr läuft am schnellsten

    Die Sprungphase des Gundersen gehörte Richard Stenzel: Mit einem Satz auf 113 Meter ging er als Erster in die 10-km-Rollerski-Verfolgung. Der 25-jährige Fabio Obermeyr — Jahrgang 2000, ÖSV-Nationalteam — ließ sich davon nicht beeindrucken und setzte sich im entscheidenden letzten Umlauf entscheidend vom deutschen Quartett ab. David Mach klassierte sich als Zweiter, Stenzel kam als Dritter ins Ziel, und Simon Mach rundete mit Rang vier ein herausragendes Ergebnis des deutschen Teams ab. Der Franzose Maël Tyrode, der sich im Laufe des Wochenendes kontinuierlich gesteigert hatte, belegte Rang fünf. Sein Teamkollege Gaël Blondeau, der in der Sprungphase bester Franzose gewesen war, schloss auf Platz acht ab.

    Für Obermeyr ist dieser Erfolg der bislang deutlichste Hinweis auf sein Winterpotenzial. Beim zweiten Grand-Prix-Stop in Oberstdorf hatte sein Teamkollege Thomas Rettenegger den Gundersen gewonnen — Österreich zeigte damit über alle drei Sommerstopps (Bischofshofen, Oberstdorf, Chaux-Neuve) hinweg eine bemerkenswerte Konstanz.

    Damen: Armbruster holt Bronze hinter Österreichs Doppel

    Im Damenrennen hatte Katharina Gruber nach einem Sprung auf 114 Meter keine Konkurrentin, die ihr gefährlich werden konnte. Sie gewann die 5-km-Rollerski-Verfolgung in 13:27,9 Minuten. Annalena Slamik (Österreich) folgte 50 Sekunden dahinter auf Platz zwei. Nathalie Armbruster sicherte sich für Deutschland die Bronzemedaille, rund eine Minute hinter der Siegerin. Frankreichs Romane Baud war in der Sprungphase als Sechste gestartet, konnte im Verfolgungsteil jedoch nicht in die Topzehn fahren.

    Bilanz der Kombinierer-Sommersaison

    Mit Chaux-Neuve endet die Sommer-Tour 2026, die zuvor in Bischofshofen (Sieg Jens Luraas Oftebro) und Oberstdorf (Sieg Rettenegger) Station gemacht hatte. Das deutsche Nationalteam darf mit drei Podiumsplätzen in Chaux-Neuve zufrieden in die Herbstvorbereitung gehen. David Mach und Richard Stenzel zeigten sich in dieser Saison konstant stärker als in den Vorjahren — ein hoffnungsvolles Signal vor dem Start der Weltcupsaison 2026/27, deren Kalender der Weltverband FIS noch nicht veröffentlicht hat.

  • Geiger aufs Podium: Rettenegger holt Sommer-GP-Sieg in Oberstdorf

    Rettenegger dominiert – Geiger läuft sich aufs Podium

    Stefan Rettenegger hat beim Sommer-Grand-Prix in Oberstdorf einen souveränen Sieg gefeiert. Der Österreicher hatte sich am Dienstag bereits mit 138 Metern im Probedurchgang als Favorit empfohlen und bestätigte im Wettkampf am Mittwochabend jeden Hinweis. Rettenegger sprang 133 Meter von der Schattenbergschanze und lief dann im 8,1 Kilometer langen Rollski-Rennen durch die Oberstdorfer Innenstadt allen Konkurrenten davon. Er buchte die schnellste Laufzeit der Nacht und überquerte die Ziellinie mehr als eine Minute vor Jens Luraas Oftebro (Norwegen, 2.).

    Für Deutschland sorgte Vinzenz Geiger für die emotionalste Szene des Abends. Der Berchtesgadener hatte nach der Sprungrunde lediglich Rang 21 belegt – ein schwieriger Wettkampf-Sprung hatte ihn weit zurückgeworfen. Im Lauf legte Geiger dann eine klassische Aufholjagd hin: Er überholte reihum Konkurrenten und sicherte sich am Ende Platz drei auf dem Podium. Es ist eine Qualität, die im Weltcupwinter entscheidend sein kann: Wenn der Sprung nicht optimal läuft, kann er es mit den Beinen richten.

    Frankreich hatte mit Marco Heinis den besten Nicht-Österreicher und Nicht-Norweger nach dem Springen (Rang elf), und insgesamt drei Franzosen schafften es in die Top 25. Rettenegger führt nun die Gesamtwertung des Sommer-Grand-Prix an.

    Armbruster verliert Frauenduell – nur 1,2 Sekunden hinter Hagen

    Bei den Frauen sah es nach der Sprungrunde nach einem Österreich-Erfolg aus. Katharina Gruber hatte in der Dienstag-Prüfungsrunde mit 127 Metern gesprungen und startete als Führende in den Lauf. Nathalie Armbruster lag nach dem Sprung auf Rang zwei und schien in der besseren Position zu sein, um Gruber zu fassen – doch Ida Marie Hagen (Norwegen) machte beiden den Strich durch die Rechnung.

    Die Norwegerin überholte Gruber und zog auch Armbruster davon. Am Ziel trennten die Deutsche und Hagen nur 1,2 Sekunden – ein knappes Ergebnis, das gleichzeitig zeigt, wie eng das Duell an der Spitze ist. Hagen, amtierende Gesamtweltcupsiegerin der Frauen, und Armbruster, die die Gesamtwertung ebenfalls bereits gewonnen hat, bilden derzeit das stärkste Doppel in der Nordischen Kombination. Gruber fiel in der Laufphase auf Rang vier zurück, Romane Baud (Frankreich) wurde Fünfzehnte.

    Für Armbruster ist der knappe Rückstand kein Alarmzeichen, aber eine Erinnerung daran, dass Hagen derzeit in beiden Phasen eine Nuance besser ist – und das im zweiten Sommer-GP-Wettkampf in Folge. Hagen hatte auch beide Rennen in Bischofshofen gewonnen.

    Chaux-Neuve: Norwegen fehlt, Rettenegger kann Gesamtsieg sichern

    Der dritte und letzte Stopp des Sommer-Grand-Prix findet in Chaux-Neuve (Frankreich) statt. Das norwegische Team – Hagen, Oftebro und die weiteren Kader-Mitglieder – hat seine Absenz für diesen letzten Wettkampf bereits angekündigt. Die Entscheidung ist trainingsbedingt: Die Norweger priorisieren die Vorbereitung auf den Weltcupwinter. Das öffnet Rettenegger die Tür zum Gesamtsieg im Sommer-GP.

    Retteneggers Leistung in Oberstdorf – Probedurchgang und Gundersen, jeweils die beste Kombination aus Sprung und Lauf – ist mehr als ein Sommersignal. Die Fähigkeit, in beiden Disziplinen zu punkten, ist genau das, was im Winter über Podiumsplätze entscheidet. Ob er diese Konstanz in die Schnee-Saison mitnimmt, wird eine der interessantesten Fragen der Kombinierer-Saison 2026/27 sein. Geiger wiederum darf sich mit dem Gedanken trösten, dass er läuferisch einer der Besten im Feld ist – und dass Oberstdorf das wieder einmal bewiesen hat.

  • Rettenegger dominiert Probedurchgang – Gundersen heute in Oberstdorf

    Rettenegger springt 138 Meter und führt nach dem Probedurchgang

    Stefan Rettenegger hat den Dienstagsprobedurchgang beim Sommer-Grand-Prix in Oberstdorf gewonnen. Mit einem Satz auf 138 Meter verwies der Österreicher den Este Kristjan Ilves (135,5 m) auf Platz zwei. Frankreichs Marco Heinis belegte Rang zehn und sammelte wichtige Eindrücke für den Gundersen, der heute Mittwoch die Etappenentscheidung bringt. Der Probedurchgang fand auf der legendären Schattenberg-Schanze statt, die aus der Vierschanzentournee in der ganzen Sportwelt bekannt ist.

    Für Rettenegger und das österreichische Lager ist das Ergebnis ein positives Signal. Beim Saisonauftakt in Bischofshofen vergangenes Wochenende hatten die Brüder Jens Luraas Oftebro und sein Bruder für Norwegen beide Podestplätze im Gundersen belegt. Die Norweger sind auch in Oberstdorf am Start, werden die abschließende dritte Etappe in Chaux-Neuve (22./23. August) jedoch auslassen — was die Gesamtwertung bis zur letzten Veranstaltung offenhält und Österreichern wie Deutschen die Möglichkeit gibt, wertvolle Punkte zu sammeln.

    Gruber erneut auf dem Höhepunkt ihrer Form

    Bei den Damen setzt Katharina Gruber ihre beeindruckende Sommerform fort. Im Taschenspringen vom Dienstag dominierte die Österreicherin einmal mehr und geht als klare Favoritin in den heutigen Damen-Gundersen. Ihre Konstanz über zwei Veranstaltungen hinweg ist bemerkenswert: Auch in Bischofshofen hatte Gruber den Maßstab gesetzt und sich in eine starke Ausgangsposition für die Gesamtwertung gebracht.

    Romane Baud aus Frankreich hatte dagegen einen schwierigen Tag im Taschenspringen und muss im Rollski-Verfolgungsrennen heute Boden gutmachen. Das Gundersen-Format, bei dem der Rückstand aus dem Springen direkt in einen Zeitnachteil auf der Langlaufstrecke umgerechnet wird, macht einen starken Lauf zur Pflicht. In Bischofshofen hatte Baud Rang zwölf im Probedurchgang belegt und dort mehr Konstanz gezeigt als in Oberstdorf.

    Französischer Nachwuchs triumphiert im Youth-Cup-Crosslauf

    Positive Nachrichten für das französische Lager lieferte unterdessen der Youth-Cup-Crosslauf: Loa Jeantet und Laly Pingat belegten die ersten beiden Plätze und unterstrichen damit das Potenzial, das im Nachwuchsbereich der Nordischen Kombination Frankreichs schlummert. Beide Athletinnen gehören zu einer Generation, die die nationalen Trainer gezielt für den Übergang auf Weltcup-Ebene in den kommenden Saisons vorbereiten.

    Youth-Cup-Bewerbe laufen im Rahmenprogramm der Grand-Prix-Events und bieten jungen Athletinnen und Athleten die Chance auf internationale Wettkampferfahrung unter realen Bedingungen — ohne den vollen Druck einer Weltcupveranstaltung.

    Gundersen-Format heute – dann Abschluss in Chaux-Neuve

    Am heutigen Mittwoch stehen die Gundersen-Hauptrennen auf dem Programm: Zuerst absolviert jeder Athlet seinen Sprung, das Ergebnis bestimmt den Zeitabstand beim anschließenden Rollski-Verfolgungsrennen. Das Gundersen-Format ist das Herzstück der Nordischen Kombination und liefert regelmäßig spannende Rennen, weil Positionen auf der Langlaufstrecke häufig mehrfach wechseln.

    Oberstdorf ist die zweite von drei Stationen im Sommer-Grand-Prix 2026. Danach verlagert sich das Geschehen zum Saisonabschluss nach Chaux-Neuve, Frankreich. Da Norwegen diese Etappe auslassen wird, bleibt die Gesamtwertung bis zuletzt offen — und österreichische sowie deutsche Athleten haben die Chance, die Sommersaison mit einem starken Resultat zu beenden.

  • Ilitchs Veto: Stamkos abgelehnt, Mantha verpasst, Larkin wartet

    Ein Muster, das sich wiederholt

    Seit Dylan Larkin vor mehr als zwei Monaten einen Transferantrag stellte, steckt Detroit in der Sackgasse: kein General Manager, keine fertige Transferlösung. Ein Bericht von The Hockey Writers vom 16. August legt nun nahe, dass die Ursache tiefer liegt als der offene GM-Posten. Laut dem Bericht hat Besitzer Chris Ilitch bereits mehrfach eingegriffen, wenn Detroits Management kurz vor dem Abschluss wichtiger Transfers stand.

    Im Sommer 2024 hatten die Red Wings Steven Stamkos als Transferziel aktiv verfolgt. Die Verhandlungen sollen weit fortgeschritten gewesen sein — bis Ilitch das Vorhaben stoppte, weil er die finanziellen Mittel nicht freigeben wollte. Stamkos unterzeichnete daraufhin in Nashville. Detroit blieb ohne den erfahrenen Center, den das Team dringend gebraucht hätte.

    Der Fall Mantha: Deal ausgehandelt, dann doch geplatzt

    Dasselbe Muster wiederholte sich beim Fall Anthony Mantha. Assistenz-GM Shawn Horcoff hatte laut The Hockey Writers ein Angebot über rund 4,75 Millionen Dollar pro Saison ausgehandelt. Während der Besitzer noch zögerte, unterschrieb Mantha bei einem anderen Team — nach Berichten bei New Jersey. Der Vertrag scheiterte nicht an den Verhandlungspartnern, sondern am Zeitverlust durch Ilitchs Unentschlossenheit.

    Diese Vorgeschichte ist für das Larkin-Drama relevant. Der 29-jährige Kapitän hatte Detroit im April um einen Transfer gebeten. Er besitzt eine volle Nein-Bewegungsklausel, die seine möglichen Zielteams auf Florida, Minnesota, Vegas und Dallas beschränkt. Detroit fordert im Gegenzug einen erstklassigen Center zurück — einen Spielertyp, den keines der vier Teams bereitwillig abgeben will. Minnesota soll laut Berichten ein Paket aus einem Erstrunden-Pick, mehreren Nachwuchsspielern und Danila Yurov angeboten haben. Detroit lehnte ab.

    Colaiacovo: „Wenn es passieren würde, wäre es längst passiert”

    Der frühere Red-Wings-Verteidiger Carlo Colaiacovo sagte zuletzt, er sehe wenig Anzeichen für eine baldige Einigung: „Wenn der Deal zustande käme, wäre er bis jetzt bereits erledigt.” Die Gelegenheit, ihn im Sommer zu einem guten Preis zu transferieren, schwindet mit jedem weiteren Monat ohne Einigung — eine Dynamik, die erfahrenen NHL-Beobachtern nicht fremd ist.

    Erschwerend kommt hinzu, dass Detroit noch immer keinen festen General Manager hat. Steve Yzermans Vertrag lief aus, und seine Nachfolge ist nicht geklärt. Transferentscheidungen in dieser Größenordnung in einer Struktur zu treffen, in der der Besitzer direkt eingreift und gleichzeitig die Führungsebene unbesetzt ist, gilt unter Insidern als hochriskant.

    Trainingsauftakt am 17. September

    Detroit öffnet am 17. September sein Trainingscamp, das erste Vorbereitungsspiel folgt am 21. September in Columbus gegen die Blue Jackets. Sollte bis dahin keine Transferlösung gefunden sein, beginnt Larkin die Saison als unzufriedener Kapitän in einem Team, das strukturell mehr Probleme hat als einen offenen Transfer.

    Für Larkin selbst lautet die logische Konsequenz laut Insidern: Entweder er erweitert seine Transferliste und schafft so mehr Spielraum für Detroit — oder er tritt in den Trainingsauftakt ein und wartet ab, wie sich die Situation unter einem Besitzer entwickelt, der in der Vergangenheit bewiesen hat, dass er Entscheidungen verlangsamt, wenn es darauf ankommt.

  • Kombination: Sommer-GP in Bischofshofen startet – Lamparter fehlt

    Österreichischer Auftakt ohne den Titelverteidiger

    Die Paul-Ausserleitner-Schanze in Bischofshofen kehrt nach 19-jähriger Pause in den Sommer Grand Prix der Nordischen Kombination zurück. Freitagabend wurden die Vorsprungs-Wettbewerbe auf der HS142 ausgetragen — das Vorspringen entscheidet über die Startreihenfolge im Gundersen, der heute Samstag als erster punktewertiger Wettbewerb der Sommerserie auf dem Programm steht. Am Sonntag folgen die Individuellen Compact-Wettbewerbe, ehe der Tross nach Oberstdorf weiterzieht.

    Der große Schatten über dem Auftakt trägt den Namen Johannes Lamparter. Der amtierende Gesamtweltcupsieger stürzte am 5. August beim Sprungtraining in Courchevel und zog sich dabei einen Bruch des rechten Sprunggelenks, einen Riss des Syndesmosebandes sowie eine Verletzung des medialen Kollateralbandes im rechten Knie zu. Die Operation fand am Folgetag im Sanatorium Kettenbrücke in Innsbruck statt. Ski Austria ließ bisher offen, wie lange der Titelverteidiger ausfallen wird und ob er die Saison 2026/27 plangemäß aufnehmen kann. Damit fehlt dem Auftakt in Bischofshofen der Top-Favorit, was das Feld so offen erscheinen lässt wie seit Jahren nicht.

    Rettenegger Zweiter, Norwegen dominiert das Vorspringen

    Im Männer-Vorspringen zeigte Norwegen seine Klasse: Jens Luraas Oftebro gewann mit einem Sprung auf 137,5 Meter und sicherte sich damit die günstigste Startposition für den Gundersen. Österreich antwortete durch Thomas Rettenegger, der 135,5 Meter weit sprang und den zweiten Rang belegte — ein starkes Zeichen der Österreicher, die trotz Lamparters Ausfall konkurrenzfähig bleiben. Einar Luraas Oftebro, Bruder von Jens, komplettierte das Podium mit 133,5 Metern. Einen deutlicheren Auftaktsieg für Norwegen als diesen 1-2-3 hätte es kaum geben können.

    Der Deutsche Skiverband hatte für Bischofshofen und Oberstdorf ein Aufgebot nominiert. Spezifische Einzelresultate der deutschen Starter aus dem Vorspringen lagen bis Redaktionsschluss nicht vor; die Gundersen-Ergebnisse werden im Laufe des Samstags folgen.

    Frankreich erlebte eine schwierige Freitagnachmittag. Gaël Blondeau war auf Rang 32 (118 m) bester Franzose; Edgar Vallet kam auf 106,5 m (Platz 45), Lubin Martin auf 101,5 m (Platz 47). Marco Heinis wurde disqualifiziert, Maël Tyrode trat im Vorspringen nicht an.

    Frauen: Brabec führt, Baud auf Rang zwölf

    Im Damen-Vorspringen setzte sich die US-Amerikanerin Alexa Brabec mit 129 Metern an die Spitze. Die Norwegerin Ida Marie Hagen folgte mit 123 m auf Rang zwei, die Slowenin Ema Volavsek war Dritte mit 117 m. Frankreichs einzige Starterin Romane Baud sprang 107,5 Meter und klassierte sich auf Rang zwölf — ein Rückstand, der in der Langlauf-Phase des Gundersens aufgeholt werden kann.

    Tourplan: Oberstdorf, dann Chaux-Neuve ohne Norwegen

    Nach dem Bischofshofen-Wochenende folgt Oberstdorf als nächste Station; den Abschluss macht Chaux-Neuve am 22. und 23. August in Frankreich. Norwegen wird dort nicht starten, nachdem ein Feuer die dortige Sprunganlage beschädigt hatte. Das verleiht den Ergebnissen in Österreich und Deutschland besonderes Gewicht: Wer hier Punkte sammelt, kann sich in der Gesamtwertung entscheidend absetzen. Für Rettenegger bedeutet das, dass jeder Podiumsplatz in Bischofshofen und Oberstdorf einen höheren Stellenwert hat als in einem vollständigen Sechser-Feld — eine Chance, die der Österreicher nach seinen starken 135,5 Metern im Vorspringen zu nutzen gedenkt.

  • Larkin-Transfer: Detroit ohne GM, Wild warten auf Durchbruch

    Kein GM, kein Deal

    Dylan Larkin stellte am 15. April 2026, dem letzten Spieltag der Detroit Red Wings, offiziell einen Transfer-Antrag. Vier Monate später ist kein Trade in Sicht — und der Hauptgrund ist fast bürokratischer Natur: Detroit verfügt derzeit über keinen General Manager, der berechtigt wäre, Transfers zu genehmigen.

    Steve Yzerman legte sein Amt am 15. Juli nieder und wechselte in eine beratende Funktion unter Eigentümer Chris Ilitch. Assistenz-GM Shawn Horcoff führt die laufenden Geschäfte, ist laut übereinstimmenden Berichten aber nicht befugt, Transferentscheidungen abzuschließen. Ein Nachfolger wird frühestens im September erwartet — genau dann, wenn die NHL-Trainingslager öffnen. Das erzeugt eine eigentümliche Pattsituation im derzeit meistbeobachteten Offseason-Fall.

    Das Wild-Angebot und Detroits Preisvorstellung

    Die Minnesota Wild haben sich als wahrscheinlichster Abnehmer herauskristallisiert. Larkin besitzt eine vollständige No-Movement-Klausel, die erst nächsten Juli in eine 10-Team-Liste umgewandelt wird. Berichten zufolge hat er seine akzeptierten Ziele auf drei Franchises reduziert: Minnesota, die Vegas Golden Knights und die Florida Panthers.

    Minnesotas gemeldetes Angebot enthielt Stürmer Danila Yurov — einen der wertvollsten Nachwuchsspieler der Wild — sowie einen Erstrunden-Pick und zwei mittelklassige Prospects. Detroit lehnte ab. Die Red Wings haben unmissverständlich kommuniziert, was sie wollen: einen bewährten Top-Line-Center als direkte Gegenleistung, kein Aufbaupaket aus Zukunftsassets. Diesen Anspruch hat Horcoffs Team in den Gesprächen klar formuliert.

    Yurov, 21 Jahre alt, war Minnesotas Erstrunden-Pick von 2022 und gilt als zentrales Bauprojekt des Teams. Dass Detroit selbst dieses Paket abwies, verdeutlicht sowohl den großen Abstand zwischen beiden Seiten als auch den Entschluss der Interimsführung, die Verhandlungsposition zu schützen. Zwei weitere Interessenten — darunter Berichten zufolge die Golden Knights — haben sich zuletzt aus den aktiven Gesprächen zurückgezogen.

    Vertrag, Marktwert und der Druck des Kalenders

    Larkin, 30, ist bis zur Saison 2030-31 mit einem Cap-Hit von 8,5 Millionen Dollar gebunden. Echte Top-Line-Center kommen selten auf den Markt, und diese Knappheit stärkt Detroits Position — trotz der Führungsvakanz.

    Das Fehlen eines permanenten GMs bringt eine ungewöhnliche Variable ins Spiel: Ein künftiger Nachfolger tritt das Amt ohne emotionale Bindung an Yzermans Bewertungsphilosophie an. Aus einer frischen Perspektive könnte Minnesotas Angebot deutlich attraktiver wirken. Die Wild sollen sich dieser Dynamik bewusst sein und warten geduldig, bis Detroits Führungssituation geklärt ist — bevor sie ein neues Angebot vorlegen.

    Trainingslager als Druckpunkt

    Mitte September öffnen die NHL-Trainingslager. Je länger die Vakanz andauert, desto schwieriger wird die Lage für alle: ein Kapitän, der weg will, ein Kader ohne Playoffteilnahme seit Jahren — und niemand, der einen Deal rechtsgültig besiegeln kann. Horcoff bleibt in den Gesprächen aktiv, um seinem Nachfolger eine Verhandlungsbasis zu hinterlassen, mehr ist ihm aber nicht möglich.

    Die Florida Panthers, die sowohl über den nötigen Cap Space als auch über das Siegesambitionen verfügen, die Larkin laut Berichten sucht, haben noch kein formelles Angebot auf den Tisch gelegt. Das offene Fenster für einen sauberen Abschluss vor Saisonbeginn wird enger.

  • City Biathlon Dresden: Vier DSV-Asse gegen Doppelolympiasieger Perrot

    Dritte Auflage am Elbufer – Dresden wird wieder zur Biathlon-Arena

    Das M4Energy City Biathlon Dresden trägt am 23. August seine dritte Auflage aus. Rund um das Heinz-Steyer-Stadion und entlang der Elbe entsteht erneut eine Wettkampfstrecke mitten in der sächsischen Landeshauptstadt. Zehn Damen und zehn Herren absolvieren jeweils eine Qualifikationsrunde, bevor die Besten im Massenstart-Finale gegeneinander antreten. Die Eliteläufe werden live im ZDF übertragen. Dazu stehen ein Para-Biathlon-Staffelrennen und der Youngster Team Challenge auf dem Programm.

    Das Dresdner Event ist nach dem Blink-Festival im norwegischen Sandnes (Abschluss 8. August) die nächste internationale Standortbestimmung für die Weltspitze – und für das DSV-Quartett eine Möglichkeit, vor großem Fernsehpublikum Selbstvertrauen für die nahende Weltcupsaison zu sammeln.

    Das DSV-Quartett: Nawrath und Strelow gegen die Weltelite

    Der Deutsche Skiverband entsendet vier Athletinnen und Athleten. Bei den Herren starten Philipp Nawrath und Justus Strelow. Nawrath, ein konstanter Weltcup-Teilnehmer mit Podesterfahrung in der Staffel, sucht beim Heimrennen Wettkampfrhythmus vor dem Saisonstart. Strelow, der in den vergangenen Wintern wiederholt in die Weltcup-Punkteränge lief, will ebenfalls ein Signal setzen.

    Bei den Damen vertreten Vanessa Voigt und Janina Hettich-Walz die deutschen Farben. Voigt zählt seit Jahren zur erweiterten Weltspitze und dürfte als Mitfavoritin auf die Finalplätze gelten. Hettich-Walz bringt Erfahrung aus zahlreichen Weltcup-Einsätzen mit und hat bei City-Events in der Vergangenheit bewiesen, dass ihr das kurze, intensive Format liegt.

    Titelverteidiger Perrot: Doppelolympiasieger und Crystal-Globe-Träger

    Der prominenteste Name im Starterfeld ist Éric Perrot. Der Franzose gewann 2025 das Dresdner Event in einem dramatischen Finish gegen Teamkollege Quentin Fillon-Maillet. Seitdem hat er sich in eine andere Dimension bewegt: Bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina 2026 holte Perrot zwei Goldmedaillen; als World-Cup-Gesamtsieger der Saison 2025/26 trägt er die Große Kristallkugel. Beim Blink-Festival in Sandnes zeigte er zuletzt, dass seine Form konstant ist – er unterlag erst im Finale des Massenstarts dem Spezialisten Vetle Sjaastad Christiansen um eine Sekunde.

    Norwegen stellt mit Sturla Holm Lægreid einen weiteren Olympiasieger. Schwedens Martin Ponsiluoma, einer der stärksten Läufer im Weltbiathlon, vervollständigt ein Trio, das die Konkurrenz um den Sieg unter sich ausmachen dürfte. Das Herrenfeld wird außerdem durch Lukas Hofer (Italien), Jakov Fak (Slowenien), Vitezslav Hornig (Tschechien) und Vitalii Mandzyn (Ukraine) komplettiert.

    Damenfeld: Vittozzi bringt Olympia-Gold an die Elbe

    Auf der Damenseite ist Lisa Vittozzi die prominenteste Starterin. Die Italienerin holte bei Mailand-Cortina 2026 Gold in der Verfolgung. Neben Voigt und Hettich-Walz zählen Schwedens Anna Magnusson, Tschechiens Tereza Vobornikova, Belgiens Lotte Lie, Estlands Regina Ermits und Österreichs Anna Gandler zum bestätigten Starterkreis. Zwei Startplätze bei den Damen waren bei Redaktionsschluss noch offen und werden in den nächsten Tagen bekanntgegeben.

    Besonders ist das Dresdner Format zudem durch den Einsatz von Lasertechnik statt scharfer Munition: Die Schießbahn kann dadurch unmittelbar an der Elbe-Promenade aufgebaut werden, mit Zuschauern in unmittelbarer Nähe. Das schafft eine Atmosphäre, die den Athleten mentale Stärke unter Druck abverlangt – ein Faktor, der in der kurzen Massenstartfinale entscheidend sein kann.

    Der City Biathlon Dresden ist nach dem Blink-Festival einer der letzten hochkarätigen Vergleiche vor dem Beginn der nationalen deutschen Meisterschaften im September und dem Weltcup-Auftakt im Herbst.