Author: snowpost

  • Peterka nach Boston: Der deutsche Eishockey-Sommer im Überblick

    Der Eishockey-Sommer 2026 hat aus deutscher Sicht eine klare Schlagzeile: JJ Peterka spielt künftig für die Boston Bruins. Dahinter reihen sich ein ernüchternder Draft, ein prominenter DEL-Rückkehrer und ein Umbruch beim Meister aus Berlin.

    Peterka wird Bruin

    Am 27. Juni schickte Utah den deutschen Nationalstürmer nach Boston. Im Gegenzug erhielt Utah den 23. Pick im Draft 2026 sowie einen konditionalen Erstrunden-Pick für 2028. Peterka selbst klang nach dem Wechsel angriffslustig: “I have way more to give than what I showed”, sagte er — und ergänzte, er sei “super excited for Boston”.

    Bei den übrigen deutschen NHL-Stars blieb es dagegen ruhig: Leon Draisaitl ist in Edmonton mit 14 Millionen Dollar pro Jahr bis 2033 gebunden, auch bei Tim Stützle und Moritz Seider gab es keine Neuigkeiten. Einzig um Nico Sturm ranken sich Gerüchte: Die Minnesota Wild erwägen dem Vernehmen nach einen Trade.

    Draft: Nur zwei DACH-Picks, kein Österreicher

    Beim Draft am 25. und 26. Juni in Buffalo fiel die Bilanz für den deutschsprachigen Raum mager aus: Nur zwei Spieler wurden gezogen, ein Rückgang gegenüber 2025 — und kein einziger Österreicher. Tobias Krestan ging in der siebten Runde an Position 209 an die Los Angeles Kings, der Schweizer Lars Steiner in Runde sechs an Position 171 zu St. Louis. An der Spitze wählte Toronto Gavin McKenna, den ersten Nummer-1-Pick aus Penn State. Einen Münchner Fußabdruck gab es dennoch: Berichten zufolge ging der bei Red Bull München ausgebildete Lette Alberts Smits an Position 5 zu den New York Rangers.

    Kahun kehrt nach München zurück

    In der DEL sorgt Red Bull München für die auffälligste Verpflichtung des Sommers: Dominik Kahun, 188 NHL-Spiele auf dem Konto, kommt zurück an die Isar. Sein Vertrag in Lausanne wurde dafür vorzeitig aufgelöst — für den Schweizer Klub ein empfindlicher Abgang. Mit München hatte Kahun von 2016 bis 2018 drei Meistertitel gewonnen — nun soll der Rückkehrer an diese Zeit anknüpfen. Daneben verstärken Hede, Thaler und Klok den Kader.

    Auch Mannheim rüstet auf: Die Adler holen KHL-Rückkehrer Brooks Macek, der in 450 KHL-Spielen 162 Tore erzielte, dazu den NHL-erfahrenen Patrick Brown und Poirier.

    Umbruch beim Meister

    Die tiefgreifendsten Veränderungen gibt es beim Meister Eisbären Berlin: Acht Abgänge stehen zu Buche, darunter Marcel Noebels, seit 2014 eine Ikone des Klubs — Berichten zufolge zieht es ihn nach Köln. Final-MVP und Torhüter Stettmer wechselt nach Ingolstadt, zudem verlässt Coach Serge Aubin den Klub. Als Zugänge stehen bislang Goalie LaFontaine und Fontaine fest.

    Der deutsche Eishockey-Sommer liefert damit reichlich Gesprächsstoff für den Herbst: In Boston will Peterka beweisen, dass er mehr kann, als er bislang gezeigt hat — und in der DEL startet der Meister mit neuem Trainer, neuem Torhüter und ohne seine langjährige Identifikationsfigur in die Titelverteidigung.

  • DSV-Adler neu sortiert: Mitter übernimmt, Roth überrascht

    Das deutsche Skispringen geht runderneuert in den ersten Winter nach den Olympischen Spielen von Milano-Cortina. Mit der Kaderbenennung für die Saison 2026/27 hat der Deutsche Skiverband gleich mehrere Weichen gestellt: Ein neuer Cheftrainer übernimmt die Männer, im A-Team taucht ein Überraschungsname auf — und bei den Frauen endet mit dem Rücktritt von Katharina Schmid eine Ära.

    Mitter übernimmt die Männer

    Andreas Mitter ist der neue Cheftrainer der DSV-Springer. Sein A-Team ist prominent besetzt: Andreas Wellinger, Philipp Raimund, Karl Geiger, Pius Paschke und Felix Hoffmann bilden das Gerüst der Mannschaft. Dazu kommt eine Personalie, mit der kaum jemand gerechnet hatte: Luca Roth rückt überraschend in den A-Kader auf.

    Nicht für alle ging die Neusortierung gut aus: Adrian Tittel wurde in die 1b-Mannschaft zurückgestuft. Der neue Cheftrainer setzt damit früh ein Signal, dass Kaderplätze über Leistung vergeben werden — und dass die interne Konkurrenz im Sommer offen ausgetragen wird.

    Schmid tritt ab — und Hollandt ebenfalls

    Die einschneidendste Nachricht kommt aus dem Frauen-Lager: Katharina Schmid hat ihre Karriere beendet. Mit ihr verliert das deutsche Team seine profilierteste Springerin. Auch Anna Hollandt hat ihren Rücktritt erklärt.

    Die Antwort des Verbands fällt bemerkenswert aus: Unter Cheftrainer Heinz Kuttin umfasst das A-Team der Frauen künftig neun Athletinnen — ein Rekordwert. Statt den Abschied der Führungsfigur mit einem kleineren Aufgebot zu beantworten, verbreitert der DSV die Spitze und gibt der nächsten Generation Platz im höchsten Kader.

    Sommer-Fahrplan: Auftakt in Wisla, kein Hinterzarten

    Sportlich beginnt die neue Zeitrechnung am 1. und 2. August: In Wisla eröffnen Männer und Frauen gemeinsam den Sommer Grand Prix. Weiter geht es am 8. und 9. August in Courchevel — die letzte Ausgabe dort, bevor die Anlage für die Winterspiele 2030 umgebaut wird. Nach Rasnov (19./20. September) folgt das Finale am 24. und 25. Oktober in Klingenthal, das als Hybrid-Wettbewerb mit Eisspur und Matten ausgetragen wird.

    Auffällig aus deutscher Sicht: Hinterzarten fehlt im Kalender. Der Schwarzwald-Standort, traditionell eine feste Größe im Skisprung-Sommer, ist in diesem Jahr nicht dabei. Die ersten belastbaren Ergebnisse des Sommers liegen damit erst nach dem 2. August vor — vorher lässt sich die Form der neu formierten Teams kaum seriös einordnen.

    Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt zudem der FIS-Kalender für den Winter 2026/27, der Berichten zufolge brisante Änderungen enthält und für die Frauen einen Rückschlag bedeutet. Gerade für das vergrößerte deutsche Frauen-Team ist das eine unbequeme Nachricht.

    Erster Härtetest Anfang August

    Für Mitter und sein neu formiertes Team ist der Auftakt in Wisla die erste Standortbestimmung: Dort zeigt sich, wo Wellinger, Geiger und Co. nach dem Trainerwechsel stehen — und ob Überraschungsmann Roth die Beförderung in den A-Kader rechtfertigen kann. Für das Rekord-Aufgebot der Frauen beginnt dort zugleich die erste Saison ohne Katharina Schmid. Das Finale in Klingenthal Ende Oktober fällt dann bereits in die unmittelbare Anlaufphase zum Winter — spätestens dort will die neue deutsche Hierarchie stehen.

  • Biathlon nach Preuß: Flunger übernimmt, Hettich-Walz führt

    Der deutsche Biathlon startet in eine neue Zeitrechnung. Mit Franziska Preuß hat das Gesicht des Frauen-Teams nach den Winterspielen von Milano-Cortina ihre Karriere beendet, bei den Männern trat Johannes Kühn ab. Der im Mai vorgestellte Kader zeigt, wie der Verband den Umbruch angehen will — und international fällt die Zäsur sogar noch größer aus.

    Neue Trainerin, neue Hierarchie

    Die auffälligste Personalie steht an der Bande: Sandra Flunger übernimmt als neue Trainerin die deutschen Frauen. Sportlich rückt Janina Hettich-Walz in die Führungsrolle, die Preuß hinterlässt — sie soll das Team in der Saison nach dem Abschied der Vorzeigeathletin anführen.

    Der am 6. Mai benannte Kader umfasst in der Lehrgangsgruppe 1a sechs Männer und acht Frauen. Bei den Männern bilden Philipp Horn, Philipp Nawrath, Justus Strelow und David Zobel den Kern der Mannschaft, die den Verlust von Kühn auffangen muss.

    Wierer geht — und mit ihr eine Generation

    International verabschiedet sich mit Dorothea Wierer eine der prägenden Figuren des Sports: Die 36 Jahre alte Italienerin beendet ihre Karriere. Österreich verliert gleich drei Athleten, darunter den 43-jährigen Simon Eder sowie Komatz und Hauser. Auch in Schweden endet mit dem Rücktritt von Ivarsson eine Karriere. Der Biathlon verliert damit binnen weniger Monate gleich mehrere Aushängeschilder — und mehrere Nationen müssen ihre Teams parallel neu aufbauen.

    Der Umbruch reiht sich in eine längere Entwicklung ein: Die norwegischen Bø-Brüder hatten sich bereits im März 2025 aus dem Weltcup verabschiedet und arbeiteten bei den Spielen in Milano-Cortina als Experten für den Sender NRK.

    Norwegen sortiert hart aus, Frankreich bleibt stabil

    Für Diskussionen sorgt derweil die norwegische Kaderpolitik: Strømsheim, immerhin Massenstart-Weltmeister von 2025, und Sørum fehlen nach gesundheitlichen Problemen im Aufgebot. Olympiasieger Botn ist dagegen dabei. Zusätzlich verstärkt sich das Team auf ungewöhnlichem Weg: Der 24 Jahre alte Langlauf-Medaillengewinner Einar Hedegart wechselt zum Biathlon. Bei den Frauen setzen die Norweger auf Sprint-Olympiasiegerin Kirkeeide und auf Tandrevold.

    Frankreich geht dagegen ohne großen Umbau in den Winter: Der Kern um Gesamtweltcupsieger Perrot, Sprint-Olympiasieger Fillon Maillet, Jeanmonnot und 15-Kilometer-Olympiasiegerin Simon bleibt intakt. Kurios ist allenfalls die Sommerplanung von Jacquelin, der einen Abstecher in den Profi-Radsport unternimmt.

    Die nächsten Fixpunkte

    Ehe es wieder um Weltcup-Punkte geht, steht für die Szene ein Schaufenster-Termin an: Der M4Energy City-Biathlon steigt am 23. August in Dresden, nachdem die Veranstaltung von Wiesbaden dorthin umgezogen ist. Dort dürfte sich erstmals andeuten, wie die neu formierten Teams den Sommer genutzt haben.

    Das große Ziel der Saison liegt dann in Estland: Vom 8. bis 21. Februar 2027 findet die Weltmeisterschaft in Otepää statt — zum ersten Mal richtet das Land eine Biathlon-WM aus. Die Titelkämpfe überschneiden sich teilweise mit der Alpin-WM in Crans-Montana (1. bis 14. Februar), ehe ab dem 24. Februar in Falun die Nordischen ihre Medaillen vergeben. Für das neue deutsche Frauen-Team um Hettich-Walz und Trainerin Flunger ist es die erste große Standortbestimmung nach der Ära Preuß.

  • Der Wintersport-Sommer 2026: Diese Termine zählen jetzt

    Fünf Monate nach den Olympischen Winterspielen von Milano-Cortina ruht der Weltcup-Zirkus — doch der Sommer 2026 hat für Wintersport-Fans deutlich mehr zu bieten als Wartezeit. Vom Sommer Grand Prix der Skispringer über den City-Biathlon in Dresden bis zum Alpin-Auftakt in Sölden: Der Terminkalender füllt sich, und auch die Weltmeisterschaften 2027 werfen bereits ihre Schatten voraus.

    Skispringen: Sommer-GP startet in Wisla — Hinterzarten fehlt

    Der Sommer Grand Prix der Skispringerinnen und Skispringer beginnt am 1. und 2. August in Wisla, wo Männer und Frauen gemeinsam den Auftakt bestreiten. Nur eine Woche später, am 8. und 9. August, folgt Courchevel — zum vorerst letzten Mal, denn anschließend wird die Anlage für die Olympischen Spiele 2030 umgebaut.

    Nach der Station in Rasnov am 19. und 20. September steigt das Finale am 24. und 25. Oktober in Klingenthal — als Hybrid-Veranstaltung mit Eisspur und Matten. Bemerkenswert aus deutscher Sicht: Hinterzarten taucht im Kalender nicht auf. Der traditionsreiche Schwarzwald-Standort geht in diesem Sommer leer aus, erste Ergebnisse gibt es folglich erst nach dem 2. August aus Polen.

    City-Biathlon zieht nach Dresden

    Auch die Biathleten haben ihren Sommer-Höhepunkt: Der M4Energy City-Biathlon findet am 23. August in Dresden statt. Die Veranstaltung ist von Wiesbaden nach Sachsen umgezogen und bietet die seltene Gelegenheit, die Skijäger mitten im Sommer in einer Innenstadt-Kulisse zu erleben.

    Auch das Eis meldet sich früh zurück: Die Grand-Prix-Serie der Eiskunstläufer für 2026/27 wurde bereits am 16. Juni verkündet. Der Auftakt steigt vom 23. bis 25. Oktober im französischen Angers, das Finale vom 10. bis 13. Dezember in Chongqing. Aus deutscher Sicht besonders interessant: Die Paarlauf-Weltmeister Hase/Volodin gehören zu den Zugpferden der Serie.

    Sölden eröffnet am 24. Oktober die Alpin-Saison

    Der alpine Ski-Weltcup startet traditionell auf dem Rettenbachgletscher: Am 24. Oktober beginnt in Sölden die Saison 2026/27, die insgesamt 94 Rennen umfasst und bis zum 25. März 2027 mit dem Finale in Sun Valley läuft.

    Der Kalender bringt zwei Premieren: Gosau feiert sein Debüt bei den Frauen, und Narvik — Gastgeber der Weltmeisterschaft 2029 — richtet erstmals Weltcup-Rennen aus. Zudem kehrt Bormio in den Rennkalender zurück.

    2027: Drei Weltmeisterschaften in sechs Wochen

    Wer langfristig plant, sollte sich den Februar und März 2027 freihalten. Die Alpin-WM findet vom 1. bis 14. Februar in Crans-Montana statt. Direkt im Anschluss, vom 8. bis 21. Februar, steigt die Biathlon-WM in Otepää — Estland ist damit erstmals Gastgeber einer Biathlon-Weltmeisterschaft. Die Nordische Ski-WM in Falun folgt vom 24. Februar bis 7. März.

    Die Termine überschneiden sich teilweise: Während in Crans-Montana noch um alpine Medaillen gefahren wird, beginnen in Otepää bereits die Biathlon-Wettkämpfe. Für Fans wie Veranstalter bedeutet das einen dicht getakteten Hochwinter — und für die Athletinnen und Athleten drei große Saisonziele in kurzer Folge.

    Bis dahin gilt der Blick den Sommerterminen: Am 1. August fallen in Wisla die ersten Wertungspunkte des neuen Wintersportjahres, drei Wochen später schießt und läuft die Biathlon-Elite in Dresden, und am 24. Oktober wird in Sölden wieder um Weltcup-Punkte gefahren.

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