Author: snowpost

  • Jets und Sabres nehmen Hellebuyck-Gespräche wieder auf

    Verhandlungen neu entfacht — vorerst

    Die Winnipeg Jets und die Buffalo Sabres haben ihre Transfergespräche um den dreifachen Vezina-Trophy-Gewinner Connor Hellebuyck wieder aufgenommen. Das berichteten die Insider Chris Johnston und Elliotte Friedman am 9. September. Da beide Teams ihr Trainingslager am 17. September eröffnen, wächst der Druck erheblich — ein Sommer der Gespräche ohne Ergebnis könnte nahtlos in Lagerchaos übergehen.

    Hellebuyck (33) bestätigte seinen Wechselwunsch am 27. August öffentlich, nachdem er die Bitte bereits Monate zuvor intern geäußert und die Situation diskret gehalten hatte. Er ist bis zur Saison 2030/31 an die Jets gebunden, mit einem Salary-Cap-Hit von 8,5 Millionen Dollar jährlich — Zahlen, die ihn zu einem der begehrtesten Torhüter auf dem Markt der jüngeren NHL-Geschichte machen.

    Warum das Draft-Paket scheiterte

    Beim NHL-Draft im Juni hätten beide Klubs beinahe einen Deal abgeschlossen. Buffalo bot seinen vierten Gesamtpick sowie Stürmer Jack Quinn an. Die Verhandlungen platzten, weil Winnipeg zusätzlich den neunten Pick verlangte — eine Forderung, die die Sabres ablehnten.

    Das Patt erwies sich als kostspielig. Buffalo nutzte den vierten Pick für WHL-Verteidiger Daxon Rudolph, was jedes neue Kompensationspaket grundlegend verändert. Beide Seiten müssen nun mit anderen Assets neu verhandeln. Insider Elliotte Friedman hob hervor, dass Veränderungen in der Spielerverfügbarkeit seit dem 1. Juli die Gespräche weiter verkomplizieren.

    Drei Interessenten und eine hinderliche Klausel

    Neben Buffalo haben die Carolina Hurricanes und das Utah Mammoth Interesse bekundet. Carolinas Angebot würde laut Berichten den unsigned RFA-Verteidiger Alexander Nikishin als Kern enthalten, der auf dem Markt verfügbar sein soll. Das Mammoth als jüngster Expansionsklub hätte die Cap-Flexibilität und die Pick-Tiefe, um ein attraktives Paket zu schnüren, und gilt als wilder Außenseiter, der die Verhandlungen aufmischen könnte. Die Florida Panthers — einst als ernsthafte Konkurrenten gehandelt — zogen sich zurück, nachdem sie ihre Assets für Brady Tkachuk (aus Ottawa) und Torhüter Jacob Markstrom ausgegeben hatten.

    Ein Buffalo-Paket wäre voraussichtlich auf Torhüter Ukko-Pekka Luukkonen als Herzstück ausgerichtet gewesen. Luukkonen besitzt inzwischen jedoch eine No-Trade-Klausel für fünf Teams seiner Wahl. Die Sabres müssten entweder ein alternatives Ankerstück finden oder Luukkonen davon überzeugen, Winnipeg ausdrücklich aus seiner Schutzliste zu streichen — keineswegs selbstverständlich angesichts der Tatsache, dass der finnische Torhüter in Buffalo gerade seinen Stammplatz als Nummer eins festigt.

    Was passiert, wenn kein Deal zustande kommt?

    Mit dem Lager in einer Woche und dem Preseason-Auftakt am 19. September droht den Jets ein unbehagliches Szenario: ihr bester Spieler hat offentlich den Wechsel beantragt, die Gespräche laufen ohne Ergebnis, und der Kalender arbeitet gegen eine saubere Lösung. Hellebuyck hat erklärt, seinen Vertrag zu erfüllen und ins Lager zu kommen — doch ein öffentlicher Wechselantrag, der über einer Kabine schwebt, ist selten ein produktives Umfeld.

    Winnipeg steht vor der Wahl: vollen Wert für ihren Keeper fordern oder einen günstigeren Return akzeptieren, um die Situation vor dem ersten Preseason-Spiel zu beenden. Hellebuyck hat seine gesamte NHL-Karriere im Jets-Trikot verbracht. Ob dieses Kapitel vor dem 17. September endet, entscheidet sich wohl in den nächsten sieben Tagen.

  • Gauthier vor Camp-Streik: Ducks bis 15. September unter Druck

    15. September: Die Uhr tickt für Anaheim

    Der Vertragsstreit zwischen Cutter Gauthier und den Anaheim Ducks nähert sich einem kritischen Wendepunkt. NHL-Analyst Steve Peters prognostizierte diese Woche öffentlich, dass Gauthier nicht auf dem Eis stehen wird, wenn das Trainingscamp der Ducks öffnet — was den ersten ernsthaften Camp-Streik der Liga seit Jahren bedeuten würde. Im Mittelpunkt steht der 15. September: Er gilt als letzter realistischer Termin, an dem Anaheim dem 22-Jährigen noch einen Achtjahresvertrag im Rahmen des RFA-Systems anbieten kann. Danach schrumpft der Vertragspielraum für beide Seiten erheblich.

    Gauthier, der die Ducks in der vergangenen Saison mit 41 Toren und 69 Punkten in 76 Spielen angeführt hatte, ist weiterhin Restricted Free Agent. Berichten zufolge lehnte er ein Vierjahresangebot über 52 Millionen US-Dollar — jährlich 13 Millionen — ab. Die Kluft zwischen Angebot und Forderung scheint erheblich, und in den vergangenen Tagen gab es keine öffentlich bekannten Fortschritte bei den Verhandlungen.

    Die Vergleichsverträge als Druckmittel

    Gauthiers Berater agieren nicht ohne Marktdaten. Sein Mitspieler Leo Carlsson sicherte sich über ein Offer-Sheet, das Anaheim zwangsweise matchen musste, einen Vertrag über 18 Millionen Dollar pro Saison. Macklin Celebrini unterschrieb für 18,8 Millionen jährlich, Connor Bedard für 15 Millionen. Vor diesem Hintergrund soll Gauthiers Lager zwischen 15 und 17 Millionen Dollar jährlich anstreben — Zahlen, die seine Produktivität und sein Entwicklungspotenzial widerspiegeln, aber weit über Anaheims bisherigem Angebot liegen.

    Das Problem ist struktureller Natur. General Manager Pat Verbeek hat nach dem erzwungenen Carlsson-Match und den Verpflichtungen von Frank Vatrano, A.J. Greer und Ryan Poehling nur noch rund neun Millionen Dollar Salary-Cap-Spielraum. Um Gauthier zu seinem Zielgehalt zu verpflichten, müssten Anaheim mindestens einen größeren Vertrag abgeben. Verbeek hat sich öffentlich in den vergangenen 48 Stunden nicht zum Verhandlungsstand geäußert.

    Der Larkin-Faktor

    Als möglicher Ausweg taucht in Ligakreisen erneut ein Name auf: Dylan Larkin. Der Center hatte Detroit bereits um eine Transfererlaubnis gebeten, und Anaheim war seinerzeit als mögliches Ziel genannt worden. Ein Deal kam damals nicht zustande, doch laut mehreren Berichten ist das Interesse nicht völlig erloschen. Ein Larkin-Transfer könnte gleichzeitig Cap-Raum schaffen und den Kader für eine Übergangssaison neu formen.

    Kritiker von Verbeeks Verhandlungsführung werfen dem GM vor, bei Gehalt und Vertragslaufzeit gleichzeitig zu viel zu verlangen. Ein Vierjahresvertrag würde Gauthier nicht zur Unrestricted Free Agency führen — ein zentraler Streitpunkt, wenn vergleichbare Talente Fünfjahresabschlüsse erzielt haben. Gauthiers Lager will angeblich sowohl ein marktgerechtes Gehalt als auch eine Laufzeit, die frühzeitig die UFA-Qualifikation ermöglicht.

    Wie es weitergeht

    Als Restricted Free Agent ohne Offer-Sheet-Berechtigung sind Gauthiers Optionen begrenzt: unterschreiben, neu verhandeln oder aussetzen. Ein Streik bis weit in die Regular Season kostet ihn Einsätze, die auf seine UFA-Qualifikationszeit angerechnet werden — ein erheblicher persönlicher Preis. Die Preseason der Ducks beginnt voraussichtlich um den 20. September, der reguläre Saisonstart ist für den 29. September angesetzt. Wenn der 15. September ohne Einigung verstreicht, ist ein Achtjahresvertrag vom Tisch; kürzere Laufzeiten und geringere Flexibilität für beide Seiten wären die Folge.

  • Biathlon-DM am Notschrei: Saison-Generalprobe im Schwarzwald

    Der Startschuss für die Biathlon-Saison 2026/27 fällt in Deutschland — und zwar an einem Ort, den die Deutschen Meisterschaften bislang noch nie gesehen haben. Erstmals richtet das Nordische Zentrum Notschrei im Hochschwarzwald das nationale Titelrennen aus. Vom Freitag bis Sonntag, 4. bis 6. September, kämpfen die besten deutschen Biathletinnen und Biathleten um nationale Titel und, was intern noch mehr zählt, um Startplätze für die Weltcup-Saison.

    Premiere am Notschrei

    Der Notschrei auf rund 1.000 Metern Höhe im Schwarzwald ist eine etablierte Trainings- und Wettkampfanlage für Rollskifahren, trägt aber zum ersten Mal den Titel der Deutschen Biathlon-Meisterschaften. Die modernisierte Anlage bietet befestigte Rollski-Strecken und gilt in der Region als zentraler Standort für den nordischen Sport.

    Erwartet wird das DSV-A-Nationalkader in voller Stärke. Bei den Frauen stehen unter anderem Selina Grotian, Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz und Julia Tannheimer auf dem Programm; auf Männerseite sind Philipp Nawrath, Justus Strelow, Philipp Horn und Danilo Riethmüller gemeldet. Ergänzt wird das Feld durch B-Kader-Athleten, Nachwuchsläuferinnen und -läufer sowie nicht-kadermäßige Starter.

    Sechs Rennen, eine Besonderheit

    Das Programm umfasst sechs Wettbewerbe über drei Tage:

    Freitag, 4. September: Frauen-Kurzindividual 12,5 km (11:00 Uhr), Männer-Kurzindividual 15 km (14:00 Uhr)
    Samstag, 5. September: Frauen-Sprint 7,5 km (11:00 Uhr), Männer-Sprint 10 km (14:00 Uhr)
    Sonntag, 6. September: Frauen-Verfolgung 10 km (11:00 Uhr), Männer-Verfolgung 12,5 km (13:30 Uhr)

    Besonderheit beim Kurzindividual am Freitag: Schießfehler werden nicht mit Strafminuten geahndet, sondern mit Strafrunden — ein Format, das die Lauf- und Schießschnelligkeit von Beginn an unter Wettkampfbedingungen fordert und stärker an die Weltcup-Formate angelehnt ist als das klassische Individual.

    Weltcup-Tickets auf dem Spiel

    Die Deutschen Meisterschaften sind mehr als ein nationaler Titel: Bis zu vier Athletinnen und vier Athleten können sich über ihre Ergebnisse in Notschrei direkt für die ersten Weltcup-Stationen der Saison qualifizieren. Vier weitere Nominierungen pro Geschlecht liegen im Ermessen der Bundestrainer. Das macht das Wochenende zur wichtigsten öffentlichen Leistungsüberprüfung des gesamten Saisoneinstiegs.

    Wer am Schießstand patzt, öffnet der Konkurrenz eine Tür auf das eigene Kaderticket. Wer überzeugt, sichert sich neben Edelmetall auch eine privilegierte Ausgangslage für die Selektion. Nach den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo (Februar 2026) ist das DSV-Aufgebot im Umbruch: Etablierte Namen müssen ihre Positionen gegenüber nachrückenden Talenten verteidigen.

    Saisonbeginn mit Signalwirkung

    Die Meisterschaften am Notschrei sind das erste große Kräftemessen der Saison — noch im Sommer, auf der Rollski-Strecke im Schwarzwald, aber bereits mit der Wucht echter Selektion. Was in Notschrei gezeigt wird, wird in den Trainerstäben analysiert und in die Vorbereitung auf die Weltcup-Eröffnung im November eingeflossen sein. Der Standort selbst schreibt dabei Geschichte: Kein deutsches Biathlon-Titelrennen hat je zuvor im Schwarzwald stattgefunden.

    Für Zuschauerinnen und Zuschauer bietet der Notschrei neben den Wettkämpfen ein Rahmenprogramm mit Musik, regionaler Gastronomie und Partnerausstellungen. Tickets für alle drei Wettkampftage sind im offiziellen DSV-Shop sowie an der Tageskasse erhältlich. Alle Ergebnisse werden in Echtzeit auf dmbiathlon2026.de veröffentlicht.

  • NHL-Saisonstart am 29. September: Banner-Nacht und Kanes Rückkehr

    Carolina hisst die Stanley-Cup-Fahne gegen Florida

    Am 29. September beginnt die NHL-Saison 2026/27 mit einem Tripleheader auf ESPN — und der Eröffnungsabend ist um den Titelverteidiger herum aufgebaut. Um 23:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit empfangen die Carolina Hurricanes im Lenovo Center in Raleigh die Florida Panthers. Vor dem Puck-Drop heben Carolina ihren Stanley-Cup-Banner aus der Vorsaison, mit dem die Franchise ihren zweiten Meistertitel der Geschichte feiert. Die Hurricanes besiegten im vergangenen Frühjahr die Vegas Golden Knights im Stanley-Cup-Finale.

    Florida tritt als Warnung aus der Geschichte an: Die Panthers gewannen 2024 und 2025 den Stanley Cup in Folge, verpassten in der Saison 2025/26 jedoch die Playoffs. Das Eröffnungsspiel bringt zwei Franchises zusammen, die zusammen vier Meistertitel in drei Jahren gesammelt haben — nun aber an gegensätzlichen Punkten ihrer Entwicklung stehen. Die NHL hat selten ein Spiel mit so viel eingebetteter Narrative für den wichtigsten Sendeplatz des Jahres.

    Patrick Kanes Rückkehr zu den Blackhawks

    Um 04:30 Uhr morgens MEZ beschließt das dritte Spiel des Abends die Eröffnungsnacht: die Chicago Blackhawks bei den Vegas Golden Knights. Das Highlight ist Patrick Kane. Der 37-jährige Stürmer unterzeichnete am 23. Juli einen Zwei-Jahres-Vertrag über 16 Millionen Dollar mit Chicago — jenem Verein, mit dem er 2010, 2013 und 2015 den Stanley Cup gewann. Seine Rückkehr zu den Blackhawks war die meistdiskutierte Verpflichtung des NHL-Sommers. Cheftrainer Jeff Blashill und sein Stab müssen Kane sinnvoll in eine Mannschaft integrieren, die sich gleichzeitig im Wiederaufbau befindet.

    Die Partie gegen Vegas erhält dadurch eine besondere symbolische Dimension: Es ist exakt das Team, das Carolina im diesjährigen Finale bezwang. Für Kane und Chicago ist die Begegnung der erste Schritt in einem Neuanfang — die Blackhawks befinden sich mitten im Aufbau, aber Kanes Name, seine drei Stanley-Cup-Ringe und seine Erfahrung geben der Franchise einen kommerziellen und sportlichen Anker, während jüngere Spieler wie Bowen Byram nachreifen. Das Potenzial des Abschlussspiels liegt nicht im Titelrennen, sondern in der Geschichte, die mit Kanes Auftakttrikot auf dem Rücken geschrieben wird.

    Die erste 84-Spiele-Ära seit mehr als drei Jahrzehnten

    Der Starttermin 29. September ist für sich genommen ein historisches Datum. Die Spielzeit 2026/27 umfasst 84 reguläre Partien pro Mannschaft — das längste NHL-Spieljahr seit den frühen 1990er Jahren. Der frühere Saisonbeginn bedeutet mehr Doppelspieltage, ein längeres Verletzungsrisiko und eine höhere Prämie auf Kadertiefe bereits vom ersten Trainingslagertag an.

    Weitere Storylines des Saisonstarts: Alexander Ovechkin, 41 Jahre alt, bestreitet seine 22. NHL-Saison mit den Washington Capitals und soll am 10. September aus Moskau zurückkehren. Der 18-jährige Gavin McKenna könnte in Toronto nach dem Trainingsläger als erster Overall-Pick des 2026er Drafts debütieren. In Winnipeg bleibt Connor Hellebuyck trotz öffentlicher Trade-Anfrage vorerst bei den Jets — ein ungelöster Konfliktherd, der die Saison von Beginn an begleiten wird. Alle Antworten kommen mit dem Puck-Drop am 29. September.

  • Makar unterschreibt NHL-Rekordvertrag über 163 Mio. Dollar

    NHL schreibt Gehaltsgeschichte

    Die Colorado Avalanche haben am Freitag bekannt gegeben, dass Verteidiger Cale Makar eine Vertragsverlängerung über acht Jahre und 163,2 Millionen Dollar unterschrieben hat. Der durchschnittliche Jahreswert (AAV) beträgt 20,4 Millionen Dollar — der erste Vertrag in der Geschichte der NHL, der diese Marke überschreitet. Damit wird Makar zum bestbezahlten Spieler, den die Liga je gesehen hat, gemessen an Gesamtwert und Jahresgehalt gleichermaßen.

    Makar, 25 Jahre alt, befand sich auf dem letzten Jahr seines im Juli 2021 unterzeichneten Sechsjahresvertrags über 54 Millionen Dollar mit einem AAV von 9 Millionen. Die neue Vereinbarung läuft bis zur Saison 2034-35 und mehr als verdoppelt seinen bisherigen Verdienst.

    „Cale ist ein generationsübergreifender Verteidiger”, sagte Avalanche-Präsident Joe Sakic. „Wir sind überglücklich, diesen Deal abgeschlossen zu haben und Cale im nächsten Jahrzehnt im Avalanche-Trikot zu wissen.”

    Kaprizov-Rekord nach weniger als einem Jahr gebrochen

    Den bisherigen NHL-Gehaltsrekord hielt der finnische Stürmer Kirill Kaprizov von den Minnesota Wild, der im September 2025 einen Achtjahresvertrag über 136 Millionen Dollar bei einem AAV von 17 Millionen unterschrieben hatte. Makars Vertrag übertrifft diesen Wert um 3,4 Millionen pro Jahr — eine Steigerung von exakt 20 Prozent innerhalb von weniger als einem Jahr.

    Noch deutlicher fällt der Vergleich auf Positionsbasis aus: Colorados ehemaliger Defensivspieler Bowen Byram war erst in diesem Sommer zu den Chicago Blackhawks gewechselt und hatte mit einem Achtjahresvertrag über 100 Millionen Dollar den Rekord für Verteidiger auf 12,5 Millionen AAV gesetzt. Makars neue Zahl liegt mehr als 63 Prozent darüber. Der Abstand zwischen ihm und allen anderen Verteidigern auf der Gehaltsliste ist so groß wie nie zuvor in der NHL-Geschichte.

    Trophäenschrank als Beweis

    Sechs NHL-Spielzeiten haben Makar eine Leistungssammlung beschert, die das Preisschild rechtfertigt: Calder Trophy als bester Rookie der Saison 2019-20, zwei Norris Trophäen als bester Verteidiger der Liga, Stanley-Cup-Sieg 2022 und Conn-Smythe-Trophy als MVP der Playoffs im selben Frühjahr. Er gilt als der vollständigste Verteidiger der modernen Ära — schöpferisch nach vorn, verlässlich nach hinten.

    Die Achtjahreslaufzeit des Vertrags schützt Colorado auch gegen eine Gehaltsinflation, die mit dem steigenden NHL-Salary-Cap in den kommenden Jahren erwartet wird. Einen Spieler wie Makar jetzt zu einem festen Preis zu binden — auch wenn dieser Preis historisch ist — gibt der Franchise Planungssicherheit bis 2034.

    Trainingscamp und Saisonstart

    Makars Cap-Hit von 20,4 Millionen Dollar zwingt das Avalanche-Management zu einem sorgfältigen Kaderaufbau rund um den Verteidiger. Wie Colorado die verbleibende Gehaltsmasse verteilt, wird eine der spannendsten Fragen sein, wenn die Trainingslager am 16. September öffnen. Zum Vergleich: Makars alter Vertrag mit 9 Millionen Dollar AAV galt jahrelang als außerordentlich teamfreundlich und ermöglichte es Colorado, weitere Stars um ihn herum zu verpflichten. Der neue Wert lässt dem Kader deutlich weniger Spielraum.

    In der Gesamtbetrachtung des NHL-Offseasons steht Makars Vertrag in einem markanten Kontrast zur Situation in Winnipeg, wo Torhüter Connor Hellebuyck — dreifacher Gewinner des Vezina-Trophäe — vergangene Woche seinen öffentlichen Transferwunsch bestätigte. Während die Jets ihren Schlüsselspieler nicht halten können, setzt Colorado mit Makars Verlängerung ein klares Signal der Kontinuität.

    Mit Makar, der bis zu seinem 33. Lebensjahr unter Vertrag steht, hat Colorado seinen wichtigsten Spieler langfristig gebunden. Colorado startet am 29. September in die reguläre Saison 2026-27.

  • Biathlon: Italiens Sommer-Elite kämpft um Titel in Martell

    Volle Startliste am Grogg

    Am Biathlonzentrum Grogg im Nationalpark Stilfserjoch haben die Italienischen Sommertitelkämpfe im Biathlon am Mittwochmorgen begonnen. Die Herrensprint über zehn Kilometer startete um 9:30 Uhr, die Damensprint über 7,5 Kilometer um 10:15 Uhr. Am Donnerstag folgen die Verfolgungsrennen ab 9:30 Uhr — womit in Val Martell der wichtigste nationale Sommerbewerb des Jahres für die Senioren des Biathlonkaders ausgetragen wird.

    Nahezu die gesamte Spitze des Nationalteams ist vertreten. Bei den Damen führt Olympiasiegerin Lisa Vittozzi das Feld an, ergänzt durch Hannah Auchentaller, Rebecca Passler, Samuela Comola und Martina Trabucchi. Bei den Herren reihen sich neben dem Routinier Lukas Hofer auch Patrick Braunhofer, Christoph Pircher, Didier Bionaz, Elia Zeni sowie weitere Nationalkaderathleten ein. Startnummer 1 trägt Nicola Romanin, Thomas Daziano und Cesare Lozza gehen unter den ersten Startern ins Rennen.

    Giacomel fehlt — Schulterproblem ungelöst

    Der prominenteste Ausfall ist Tommaso Giacomel. Der Biathlonathlet aus dem Trentino, der in der Saison 2025/26 regelmäßig zu den besten Weltcupläufern zählte, bestreitet wegen einer Schulterverletzung weiterhin keine Wettkämpfe. Beim nationalen Titelkampf in Martell im März fehlte er ebenfalls. Ob Giacomel bis zur Eröffnung des Weltcupkalenders im Herbst wieder vollständig einsatzfähig ist, bleibt eine der drängendsten offenen Fragen für den Trainerstab der Azzurri.

    Seine Abwesenheit gibt den Teamkollegen gleichzeitig die Möglichkeit, sich in der internen Hierarchie zu behaupten. Bionaz und Braunhofer, die in der vergangenen Wintersaison starke Ergebnisse vorgelegt haben, gehören zu den ernsthaften Anwärtern auf den Herrensprint-Titel und können sich mit einer überzeugenden Leistung für weitere Nominierungen empfehlen.

    Südtirol stellt das Rückgrat

    Wie in kaum einer anderen europäischen Biathlonnation prägt eine einzelne Region den Nationalkader so stark wie Südtirol die Squadra Azzurra. Auchentaller, Passler, Braunhofer, Pircher und Bionaz trainieren allesamt im Weltcupzentrum Antholz, das zu den renommiertesten Biathlon-Standorten weltweit zählt und bereits Weltmeisterschaften und zahlreiche Weltcuprennen ausgerichtet hat. Die geschlossene Präsenz dieser Athletengruppe in Martell unterstreicht einmal mehr, welchen Stellenwert das Südtiroler Modell für den gesamten italienischen Biathlon-Betrieb hat.

    Vittozzi, die aus Tarvis im Friaul stammt, steht für den Erfolg des Programms über die regionale Dimension hinaus. Ihr Olympiasieg in der Einzelwertung bei den Winterspielen in Mailand und Cortina 2026 katapultierte sie endgültig in die allererste Reihe der internationalen Biathlonszene. In der Damensprint von Martell gilt sie als klare Favoritin: ihre Schießkonstanz und ihr Rollskitempo finden im nationalen Vergleich derzeit keine ebenbürtige Konkurrentin.

    Weichenstellungen für die Saison

    Die Titelkämpfe in Martell sind kein reines Saisonfinale des Sommers, sondern haben direkten Einfluss auf die Kadernominierungen für die ersten Weltcupstationen, die traditionell im November stattfinden. Das Sprint-Verfolgung-Format entspricht exakt dem Rennprogramm des Winters und liefert dem Trainerstab verwertbare Leistungsdaten für die ausstehenden Entscheidungen.

    Das Biathlonzentrum Grogg liegt auf einer Höhenlage, die gleichzeitig die physische Ausdauer und die Schießpräzision unter Belastung fordert — Bedingungen, die denen des Winters ähneln. Ergebnisse aus Mittwoch und Donnerstag werden zeigen, wer die letzte Sommerphase optimal genutzt hat und mit dem besten Rüstzeug in den letzten Vorbereitungsblock vor dem Saisonstart geht.

  • Strelow bricht Dresdens deutschen Fluch nach zwölf Jahren

    Ein Sachse lässt Dresden beben

    Justus Strelow hat am Sonntag im Heinz-Steyer-Stadion Geschichte geschrieben. Der 29-jährige Sachse gewann den Herren-Massenstart über 13,8 Kilometer beim M4Energy City Biathlon Dresden in 33:36 Minuten und bescherte dem Deutschen Skiverband damit den ersten deutschen Sieg bei diesem Traditionsrennen seit zwölf Jahren. Erik Lesser hatte 2014 in Püttlingen zuletzt triumphiert — seither war die Trophäe stets in ausländische Hände gegangen. Vor rund 12.000 Zuschauern an der Elbe ließ Strelow bei vier Schießeinlagen lediglich zwei Scheiben stehen und behielt im Schlusssprint gegenüber Frankreichs Éric Perrot (+3,0 s) die Oberhand. Lukas Hofer (Italien) komplettierte mit weiteren +0,5 Sekunden das Podium.

    Was den Sieg besonders wertvoll macht: Strelow gewann auf seiner Heimstrecke, dort wo er als Kind bereits Biathlon-Weltcup schaute. „Es ist einfach unglaublich, hier in Dresden zu gewinnen — das Publikum hat mich durch das ganze Rennen getragen”, sagte der Sachse laut Medienberichten nach dem Zieleinlauf. Mit seiner gezielten Schießleistung und einem kraftvollen Skilanglauf auf den Rollski-Runden stellte Strelow einmal mehr unter Beweis, dass er zu den verlässlichsten Kräften im deutschen Kader gehört.

    Hinter Perrot und Hofer belegten Philipp Horn (+3,9 s) und Philipp Nawrath (+12,1 s) die Plätze vier und fünf und sorgten damit für ein deutsches Quintett in der Spitzengruppe — ein Ausrufezeichen der DSV-Männer zum Auftakt der heißen Vorbereitungsphase auf die Saison 2026/27. Das Rennen wurde in einem modifizierten Format mit Le-Mans-Startverfahren und Strafrunden statt Strafminuten ausgetragen, was den Wettkampf für die Zuschauer im Stadion noch spannungsgeladener machte.

    Vobornikova trifft alle 20 Scheiben — Hettich-Walz verpasst Podest knapp

    Der Frauen-Massenstart über 11,5 Kilometer lief ebenfalls in atemberaubendem Tempo ab. Die Tschechin Tereza Vobornikova lieferte mit der Topzeit von 31:50,6 Minuten und fehlerfreien 20 von 20 Treffern eine makellose Leistung ab und verwies Österreichs Anna Gandler (+12,2 s) und Italiens Lisa Vittozzi (+17,0 s) auf die Plätze. Janina Hettich-Walz verpasste das Podest als Vierte um knapp 28 Sekunden — ein Resultat, das die deutschen Hoffnungen für die anstehende Saison trotzdem nährt. Olympiasiegerin Justine Braisaz-Bouchet aus Frankreich belegte Platz sechs, Vanessa Voigt wurde neunte.

    Saisonauftakt-Signal für den DSV

    Das Abschneiden der deutschen Athletinnen und Athleten in Dresden darf als vielversprechendes Signal gewertet werden. Die Weltcupsaison 2026/27 beginnt voraussichtlich Ende November in Kontiolahti — bis dahin stehen für die Nationalkader weitere Trainingslager und interne Leistungstests auf dem Programm. Strelow selbst hatte bereits Mitte August in Östersund mit einem guten Ergebnis auf sich aufmerksam gemacht und bestätigt mit seinem Dresdener Triumph die aufsteigende Form. Das nächste Kräftemessen auf internationaler Bühne ist für die deutschen Biathleten voraussichtlich ein Trainingslager in Norwegen, gefolgt von der Weltcup-Saisoneröffnung Ende November in Kontiolahti. Für den DSV ist klar: Dieser Sieg in Dresden soll kein Ausrutscher nach oben bleiben, sondern der Startschuss für eine konstante Rückkehr in die Weltspitze — mit Justus Strelow an vorderster Front.

  • Mach, Stenzel und Armbruster: Deutschland dreifach aufs Podium in Chaux-Neuve

    Österreich siegt, Deutschland glänzt — Chaux-Neuve bildet starken Saisonabschluss

    Beim dritten und letzten Sommer-Grand-Prix der Nordischen Kombination in Chaux-Neuve holte Österreich beide Siege — doch die deutschen Kombinierer boten die beeindruckendste Nationenleistung des Wochenendes: David Mach, Richard Stenzel und Simon Mach belegten die Ränge zwei, drei und vier im Herren-Gundersen, und Nathalie Armbruster holte Bronze bei den Damen. Sieger wurde Österreichs Fabio Obermeyr, der im Schlussrund alle Rivalen abschüttelte.

    Herren-Gundersen: Stenzel fliegt am weitesten, Obermeyr läuft am schnellsten

    Die Sprungphase des Gundersen gehörte Richard Stenzel: Mit einem Satz auf 113 Meter ging er als Erster in die 10-km-Rollerski-Verfolgung. Der 25-jährige Fabio Obermeyr — Jahrgang 2000, ÖSV-Nationalteam — ließ sich davon nicht beeindrucken und setzte sich im entscheidenden letzten Umlauf entscheidend vom deutschen Quartett ab. David Mach klassierte sich als Zweiter, Stenzel kam als Dritter ins Ziel, und Simon Mach rundete mit Rang vier ein herausragendes Ergebnis des deutschen Teams ab. Der Franzose Maël Tyrode, der sich im Laufe des Wochenendes kontinuierlich gesteigert hatte, belegte Rang fünf. Sein Teamkollege Gaël Blondeau, der in der Sprungphase bester Franzose gewesen war, schloss auf Platz acht ab.

    Für Obermeyr ist dieser Erfolg der bislang deutlichste Hinweis auf sein Winterpotenzial. Beim zweiten Grand-Prix-Stop in Oberstdorf hatte sein Teamkollege Thomas Rettenegger den Gundersen gewonnen — Österreich zeigte damit über alle drei Sommerstopps (Bischofshofen, Oberstdorf, Chaux-Neuve) hinweg eine bemerkenswerte Konstanz.

    Damen: Armbruster holt Bronze hinter Österreichs Doppel

    Im Damenrennen hatte Katharina Gruber nach einem Sprung auf 114 Meter keine Konkurrentin, die ihr gefährlich werden konnte. Sie gewann die 5-km-Rollerski-Verfolgung in 13:27,9 Minuten. Annalena Slamik (Österreich) folgte 50 Sekunden dahinter auf Platz zwei. Nathalie Armbruster sicherte sich für Deutschland die Bronzemedaille, rund eine Minute hinter der Siegerin. Frankreichs Romane Baud war in der Sprungphase als Sechste gestartet, konnte im Verfolgungsteil jedoch nicht in die Topzehn fahren.

    Bilanz der Kombinierer-Sommersaison

    Mit Chaux-Neuve endet die Sommer-Tour 2026, die zuvor in Bischofshofen (Sieg Jens Luraas Oftebro) und Oberstdorf (Sieg Rettenegger) Station gemacht hatte. Das deutsche Nationalteam darf mit drei Podiumsplätzen in Chaux-Neuve zufrieden in die Herbstvorbereitung gehen. David Mach und Richard Stenzel zeigten sich in dieser Saison konstant stärker als in den Vorjahren — ein hoffnungsvolles Signal vor dem Start der Weltcupsaison 2026/27, deren Kalender der Weltverband FIS noch nicht veröffentlicht hat.

  • Geiger aufs Podium: Rettenegger holt Sommer-GP-Sieg in Oberstdorf

    Rettenegger dominiert – Geiger läuft sich aufs Podium

    Stefan Rettenegger hat beim Sommer-Grand-Prix in Oberstdorf einen souveränen Sieg gefeiert. Der Österreicher hatte sich am Dienstag bereits mit 138 Metern im Probedurchgang als Favorit empfohlen und bestätigte im Wettkampf am Mittwochabend jeden Hinweis. Rettenegger sprang 133 Meter von der Schattenbergschanze und lief dann im 8,1 Kilometer langen Rollski-Rennen durch die Oberstdorfer Innenstadt allen Konkurrenten davon. Er buchte die schnellste Laufzeit der Nacht und überquerte die Ziellinie mehr als eine Minute vor Jens Luraas Oftebro (Norwegen, 2.).

    Für Deutschland sorgte Vinzenz Geiger für die emotionalste Szene des Abends. Der Berchtesgadener hatte nach der Sprungrunde lediglich Rang 21 belegt – ein schwieriger Wettkampf-Sprung hatte ihn weit zurückgeworfen. Im Lauf legte Geiger dann eine klassische Aufholjagd hin: Er überholte reihum Konkurrenten und sicherte sich am Ende Platz drei auf dem Podium. Es ist eine Qualität, die im Weltcupwinter entscheidend sein kann: Wenn der Sprung nicht optimal läuft, kann er es mit den Beinen richten.

    Frankreich hatte mit Marco Heinis den besten Nicht-Österreicher und Nicht-Norweger nach dem Springen (Rang elf), und insgesamt drei Franzosen schafften es in die Top 25. Rettenegger führt nun die Gesamtwertung des Sommer-Grand-Prix an.

    Armbruster verliert Frauenduell – nur 1,2 Sekunden hinter Hagen

    Bei den Frauen sah es nach der Sprungrunde nach einem Österreich-Erfolg aus. Katharina Gruber hatte in der Dienstag-Prüfungsrunde mit 127 Metern gesprungen und startete als Führende in den Lauf. Nathalie Armbruster lag nach dem Sprung auf Rang zwei und schien in der besseren Position zu sein, um Gruber zu fassen – doch Ida Marie Hagen (Norwegen) machte beiden den Strich durch die Rechnung.

    Die Norwegerin überholte Gruber und zog auch Armbruster davon. Am Ziel trennten die Deutsche und Hagen nur 1,2 Sekunden – ein knappes Ergebnis, das gleichzeitig zeigt, wie eng das Duell an der Spitze ist. Hagen, amtierende Gesamtweltcupsiegerin der Frauen, und Armbruster, die die Gesamtwertung ebenfalls bereits gewonnen hat, bilden derzeit das stärkste Doppel in der Nordischen Kombination. Gruber fiel in der Laufphase auf Rang vier zurück, Romane Baud (Frankreich) wurde Fünfzehnte.

    Für Armbruster ist der knappe Rückstand kein Alarmzeichen, aber eine Erinnerung daran, dass Hagen derzeit in beiden Phasen eine Nuance besser ist – und das im zweiten Sommer-GP-Wettkampf in Folge. Hagen hatte auch beide Rennen in Bischofshofen gewonnen.

    Chaux-Neuve: Norwegen fehlt, Rettenegger kann Gesamtsieg sichern

    Der dritte und letzte Stopp des Sommer-Grand-Prix findet in Chaux-Neuve (Frankreich) statt. Das norwegische Team – Hagen, Oftebro und die weiteren Kader-Mitglieder – hat seine Absenz für diesen letzten Wettkampf bereits angekündigt. Die Entscheidung ist trainingsbedingt: Die Norweger priorisieren die Vorbereitung auf den Weltcupwinter. Das öffnet Rettenegger die Tür zum Gesamtsieg im Sommer-GP.

    Retteneggers Leistung in Oberstdorf – Probedurchgang und Gundersen, jeweils die beste Kombination aus Sprung und Lauf – ist mehr als ein Sommersignal. Die Fähigkeit, in beiden Disziplinen zu punkten, ist genau das, was im Winter über Podiumsplätze entscheidet. Ob er diese Konstanz in die Schnee-Saison mitnimmt, wird eine der interessantesten Fragen der Kombinierer-Saison 2026/27 sein. Geiger wiederum darf sich mit dem Gedanken trösten, dass er läuferisch einer der Besten im Feld ist – und dass Oberstdorf das wieder einmal bewiesen hat.

  • Rettenegger dominiert Probedurchgang – Gundersen heute in Oberstdorf

    Rettenegger springt 138 Meter und führt nach dem Probedurchgang

    Stefan Rettenegger hat den Dienstagsprobedurchgang beim Sommer-Grand-Prix in Oberstdorf gewonnen. Mit einem Satz auf 138 Meter verwies der Österreicher den Este Kristjan Ilves (135,5 m) auf Platz zwei. Frankreichs Marco Heinis belegte Rang zehn und sammelte wichtige Eindrücke für den Gundersen, der heute Mittwoch die Etappenentscheidung bringt. Der Probedurchgang fand auf der legendären Schattenberg-Schanze statt, die aus der Vierschanzentournee in der ganzen Sportwelt bekannt ist.

    Für Rettenegger und das österreichische Lager ist das Ergebnis ein positives Signal. Beim Saisonauftakt in Bischofshofen vergangenes Wochenende hatten die Brüder Jens Luraas Oftebro und sein Bruder für Norwegen beide Podestplätze im Gundersen belegt. Die Norweger sind auch in Oberstdorf am Start, werden die abschließende dritte Etappe in Chaux-Neuve (22./23. August) jedoch auslassen — was die Gesamtwertung bis zur letzten Veranstaltung offenhält und Österreichern wie Deutschen die Möglichkeit gibt, wertvolle Punkte zu sammeln.

    Gruber erneut auf dem Höhepunkt ihrer Form

    Bei den Damen setzt Katharina Gruber ihre beeindruckende Sommerform fort. Im Taschenspringen vom Dienstag dominierte die Österreicherin einmal mehr und geht als klare Favoritin in den heutigen Damen-Gundersen. Ihre Konstanz über zwei Veranstaltungen hinweg ist bemerkenswert: Auch in Bischofshofen hatte Gruber den Maßstab gesetzt und sich in eine starke Ausgangsposition für die Gesamtwertung gebracht.

    Romane Baud aus Frankreich hatte dagegen einen schwierigen Tag im Taschenspringen und muss im Rollski-Verfolgungsrennen heute Boden gutmachen. Das Gundersen-Format, bei dem der Rückstand aus dem Springen direkt in einen Zeitnachteil auf der Langlaufstrecke umgerechnet wird, macht einen starken Lauf zur Pflicht. In Bischofshofen hatte Baud Rang zwölf im Probedurchgang belegt und dort mehr Konstanz gezeigt als in Oberstdorf.

    Französischer Nachwuchs triumphiert im Youth-Cup-Crosslauf

    Positive Nachrichten für das französische Lager lieferte unterdessen der Youth-Cup-Crosslauf: Loa Jeantet und Laly Pingat belegten die ersten beiden Plätze und unterstrichen damit das Potenzial, das im Nachwuchsbereich der Nordischen Kombination Frankreichs schlummert. Beide Athletinnen gehören zu einer Generation, die die nationalen Trainer gezielt für den Übergang auf Weltcup-Ebene in den kommenden Saisons vorbereiten.

    Youth-Cup-Bewerbe laufen im Rahmenprogramm der Grand-Prix-Events und bieten jungen Athletinnen und Athleten die Chance auf internationale Wettkampferfahrung unter realen Bedingungen — ohne den vollen Druck einer Weltcupveranstaltung.

    Gundersen-Format heute – dann Abschluss in Chaux-Neuve

    Am heutigen Mittwoch stehen die Gundersen-Hauptrennen auf dem Programm: Zuerst absolviert jeder Athlet seinen Sprung, das Ergebnis bestimmt den Zeitabstand beim anschließenden Rollski-Verfolgungsrennen. Das Gundersen-Format ist das Herzstück der Nordischen Kombination und liefert regelmäßig spannende Rennen, weil Positionen auf der Langlaufstrecke häufig mehrfach wechseln.

    Oberstdorf ist die zweite von drei Stationen im Sommer-Grand-Prix 2026. Danach verlagert sich das Geschehen zum Saisonabschluss nach Chaux-Neuve, Frankreich. Da Norwegen diese Etappe auslassen wird, bleibt die Gesamtwertung bis zuletzt offen — und österreichische sowie deutsche Athleten haben die Chance, die Sommersaison mit einem starken Resultat zu beenden.