Vodan holt Sonntagssieg, Ito überrascht mit Silber
Beim zweiten Damenbewerb des Sommer-Grand-Prix in Wisła setzte sich Nika Vodan (Slowenien) am Sonntag klar durch. Platz zwei ging überraschend an Japans Yuki Ito, Platz drei sicherte sich die Norwegerin Silje Opseth. Joséphine Pagnier – die Französin, die seit diesem Sommer für Norwegen startet – landete auf Rang vier.
Bereits am Samstag hatte die slowenische Schule dominiert: Vodans Landsfrau Ema Klinec gewann den Eröffnungsbewerb vor Opseth (2.) und Pagnier (3.). Nach dem Auftaktwochenende in Polen ist die Botschaft klar: Die slowenischen Damen sind in diesem Sommer die Maßstäbe setzende Kraft im Weltcup-Skispringen.
Vodan: Weltcupgesamtsiegerin und Olympiagoldmedaillenträgerin im Form
Nika Vodan, die bis zu ihrer Heirat unter dem Namen Križnar bekannt war, ist alles andere als eine Unbekannte. Die 26-Jährige gewann 2020/21 die Weltcup-Gesamtwertung und holte bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking Einzelbronze auf der Normalschanze. Bei den Winterspielen in Milano Cortina 2026 trug sie entscheidend zum slowenischen Teamgold im Mixed-Wettbewerb bei. In Wisła präsentierte sie sich von Beginn an in der Form einer Athletin, die auch im Einzel wieder nach ganz oben will.
Gesamtwertung: Slowenien vorn, Opseth Dritte
Nach dem Doppelwochenende in Polen führt Vodan die Gesamtwertung des Damen-Sommer-Grand-Prix mit 150 Punkten an. Klinec folgt auf Rang zwei mit 145 Zählern – nur fünf Punkte Rückstand. Opseth belegt mit 140 Punkten Platz drei, Pagnier liegt mit 110 Punkten auf Position vier. Der Abstand an der Spitze ist minimal, das Titelrennen offen.
Opseth bewies in Wisła bemerkenswerte Konstanz: zweimal in den Top Drei, zweimal auf dem Podium. Die Norwegerin ist die stärkste Herausforderin der slowenischen Dominanz und könnte in den nächsten Stationen des Grand Prix die Führung übernehmen. Pagnier, die in einem ungewöhnlichen Wechsel von Frankreich zu Norwegen wechselte, zeigte mit ihren beiden Top-Vier-Platzierungen, dass ihr Niveau trotz der Umstellung ungebrochen hoch ist.
Yuki Itos Silber im Sonntagsbewerb war die Überraschung des Wochenendes. Die erfahrene Japanerin, die den Weltcup über viele Jahre mitgeprägt hat, zeigte in Wisła, dass mit ihr auf gutem Gelände weiterhin zu rechnen ist. Eine Sprintstärke auf der Großschanze, die in diesem Sommer möglicherweise für weitere Podestplätze sorgen könnte.
Nächste Station: Courchevel
Der Sommer-Grand-Prix der Damen macht am 8. und 9. August Station in Courchevel in den französischen Alpen. Für Joséphine Pagnier könnte das Heimatkulisse-Rennen besondere Motivation liefern: Die in Frankreich aufgewachsene Springerin trägt jetzt zwar norwegische Farben, kehrt aber an einen Ort zurück, der ihr seit Junioren-Zeiten vertraut ist.
Vodan reist als Gesamtführende nach Courchevel, Klinec im Nacken. Die slowenische Dominanz ist eine Hypothek, aber keine Garantie – auf Kunststoffmatten sind die Verhältnisse weniger vorhersehbar als auf Schnee. Das enge Gesamtklassement verspricht in Frankreich Spannung von der ersten bis zur letzten Runde. Ito, die in Wisła so stark aufgetreten ist, dürfte als Außenseiterin ebenfalls eine Rolle spielen.