Trainingsunfall auf der Olympiaschanze von Courchevel
Emma Chervet, 22-jährige Skispringerin aus Chamonix, hat sich beim Aufsetzen eines Trainingssprungs auf der Großschanze am Praz in Courchevel einen Kreuzbandriss zugezogen. Étienne Gouy, Direktor der französischen Skisprungmannschaften, bestätigte die Schwere der Verletzung: Chervet wird die gesamte Saison 2026/27 verpassen. Der Sturz ereignete sich auf dem Trainingsgelände, das am 8. und 9. August als Austragungsort des zweiten Stopps des FIS Sommer-Grand-Prix dienen wird.
Die Athletin hatte im Februar bei den Olympischen Winterspielen in Milano-Cortina 2026 für Frankreich an den Start gebracht. Ihre Nominierung neben Joséphine Pagnier war der vorläufige Höhepunkt einer kontinuierlichen Entwicklung im Weltcupfeld. Der Kreuzbandriss beendet nun die laufende Sommerkampagne und setzt die gesamte Vorbereitung auf den nächsten Winter außer Kraft.
Ein symbolisch bedeutsames Wettkampfgelände
Der Unfall geschah ausgerechnet in Courchevel: Die Schanze am Praz ist der Austragungsort des Grand-Prix-Wochenendes vom 8. und 9. August, bei dem Frankreich neun Athleten nominiert hat. Jules Chervet ist im Herrenaufgebot vertreten; Emma wird das Heimspiel der französischen Mannschaft von der Tribüne aus verfolgen müssen.
Das Courchevel-Event trägt in diesem Sommer zusätzliche Bedeutung. Es ist der letzte Wettkampf, der auf der bisherigen Anlage am Praz ausgetragen wird, bevor umfangreiche Umbaumaßnahmen im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2030 beginnen. Chervet wird bei ihrer Rückkehr nach Courchevel eine grundlegend veränderte Schanze vorfinden.
Pagnier übernimmt die Alleinverantwortung im Damen-GP
Im Gesamtklassement des Sommer-Grand-Prix nach zwei von sieben Wettkämpfen liegt Joséphine Pagnier als beste Französin auf Rang vier mit 110 Punkten. Vor ihr führt die Slowenin Nika Vodan mit 150 Punkten, gefolgt von ihrer Landsfrau Ema Klinec (145 Punkte) und der Norwegerin Silje Opseth (140 Punkte). Pagnier trägt nun ohne Chervet als mögliche Ergänzung die alleinige Bürde für die französischen Frauen im weiteren Saisonverlauf.
Für Norwegen haben Anna Odine Ström, Johann André Forfang und Marius Lindvik ihre Teilnahme am Courchevel-Grand-Prix bestätigt. Das Frauen-Feld für das Wochenende ist noch nicht vollständig bekanntgegeben worden.
Langer Rehabilitationsweg
Ein Kreuzbandriss erfordert in der Regel neun bis zwölf Monate Rehabilitation, bevor ein Athlet wieder wettkampffähig ist. Das bedeutet: Im günstigsten Fall könnte Chervet frühestens in der zweiten Hälfte der Saison 2027/28 zurückkehren. Der Skiverband Frankreich hatte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels noch keinen chirurgischen Plan oder konkreten Rehabilitationszeitplan kommuniziert. Étienne Gouys Bestätigung des Kreuzbandrisses lässt allerdings keinen Zweifel an der Schwere des Befundes.