Ilitchs Veto: Stamkos abgelehnt, Mantha verpasst, Larkin wartet

Ein Muster, das sich wiederholt

Seit Dylan Larkin vor mehr als zwei Monaten einen Transferantrag stellte, steckt Detroit in der Sackgasse: kein General Manager, keine fertige Transferlösung. Ein Bericht von The Hockey Writers vom 16. August legt nun nahe, dass die Ursache tiefer liegt als der offene GM-Posten. Laut dem Bericht hat Besitzer Chris Ilitch bereits mehrfach eingegriffen, wenn Detroits Management kurz vor dem Abschluss wichtiger Transfers stand.

Im Sommer 2024 hatten die Red Wings Steven Stamkos als Transferziel aktiv verfolgt. Die Verhandlungen sollen weit fortgeschritten gewesen sein — bis Ilitch das Vorhaben stoppte, weil er die finanziellen Mittel nicht freigeben wollte. Stamkos unterzeichnete daraufhin in Nashville. Detroit blieb ohne den erfahrenen Center, den das Team dringend gebraucht hätte.

Der Fall Mantha: Deal ausgehandelt, dann doch geplatzt

Dasselbe Muster wiederholte sich beim Fall Anthony Mantha. Assistenz-GM Shawn Horcoff hatte laut The Hockey Writers ein Angebot über rund 4,75 Millionen Dollar pro Saison ausgehandelt. Während der Besitzer noch zögerte, unterschrieb Mantha bei einem anderen Team — nach Berichten bei New Jersey. Der Vertrag scheiterte nicht an den Verhandlungspartnern, sondern am Zeitverlust durch Ilitchs Unentschlossenheit.

Diese Vorgeschichte ist für das Larkin-Drama relevant. Der 29-jährige Kapitän hatte Detroit im April um einen Transfer gebeten. Er besitzt eine volle Nein-Bewegungsklausel, die seine möglichen Zielteams auf Florida, Minnesota, Vegas und Dallas beschränkt. Detroit fordert im Gegenzug einen erstklassigen Center zurück — einen Spielertyp, den keines der vier Teams bereitwillig abgeben will. Minnesota soll laut Berichten ein Paket aus einem Erstrunden-Pick, mehreren Nachwuchsspielern und Danila Yurov angeboten haben. Detroit lehnte ab.

Colaiacovo: „Wenn es passieren würde, wäre es längst passiert”

Der frühere Red-Wings-Verteidiger Carlo Colaiacovo sagte zuletzt, er sehe wenig Anzeichen für eine baldige Einigung: „Wenn der Deal zustande käme, wäre er bis jetzt bereits erledigt.” Die Gelegenheit, ihn im Sommer zu einem guten Preis zu transferieren, schwindet mit jedem weiteren Monat ohne Einigung — eine Dynamik, die erfahrenen NHL-Beobachtern nicht fremd ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass Detroit noch immer keinen festen General Manager hat. Steve Yzermans Vertrag lief aus, und seine Nachfolge ist nicht geklärt. Transferentscheidungen in dieser Größenordnung in einer Struktur zu treffen, in der der Besitzer direkt eingreift und gleichzeitig die Führungsebene unbesetzt ist, gilt unter Insidern als hochriskant.

Trainingsauftakt am 17. September

Detroit öffnet am 17. September sein Trainingscamp, das erste Vorbereitungsspiel folgt am 21. September in Columbus gegen die Blue Jackets. Sollte bis dahin keine Transferlösung gefunden sein, beginnt Larkin die Saison als unzufriedener Kapitän in einem Team, das strukturell mehr Probleme hat als einen offenen Transfer.

Für Larkin selbst lautet die logische Konsequenz laut Insidern: Entweder er erweitert seine Transferliste und schafft so mehr Spielraum für Detroit — oder er tritt in den Trainingsauftakt ein und wartet ab, wie sich die Situation unter einem Besitzer entwickelt, der in der Vergangenheit bewiesen hat, dass er Entscheidungen verlangsamt, wenn es darauf ankommt.