Larkins Wechselwunsch: Yzermans Abgang verändert die Lage

Ein Wechselwunsch ohne Abnehmer

Dylan Larkin bat die Detroit Red Wings im Juni offiziell um einen Transfer – doch knapp zwei Monate später ist er noch immer ein Red Wing. Der Transfermarkt rund um den Kapitän der Detroiter hat sich festgefahren: Die Forderungen des Klubs liegen über dem, was potenzielle Käufer bereit sind zu zahlen, und Larkins Veto-Klausel begrenzt den Kreis der Interessenten auf gerade einmal vier Mannschaften. Die Situation erinnert an einen Patt, der womöglich erst im September aufgelöst wird – wenn die Trainingslager öffnen.

Larkins Acht-Jahres-Vertrag über 69,6 Millionen Dollar enthält eine vollständige No-Trade-Klausel. Das bedeutet: Der 30-Jährige entscheidet selbst, welche Teams überhaupt angefragt werden dürfen. Seine genehmigte Liste umfasst derzeit die Florida Panthers, die Minnesota Wild, die Vegas Golden Knights sowie – zuletzt hinzugekommen – die Dallas Stars.

Dallas-Gespräche scheitern, andere Optionen laufen ins Leere

Die Stars galten zuletzt als aktivster Verhandlungspartner. Vorläufige Gespräche zwischen Dallas und Detroit brachen jedoch schnell ab. Detroits erster Ansatz soll Stürmer Wyatt Johnston als Gegenleistung beinhaltet haben – für Dallas-GM Jim Nill kein gangbarer Weg. Dallas konterte seinerseits mit einem Paket rund um Restricted Free Agent Jason Robertson, der für Arbitration eingereicht hatte. Detroit lehnte ab, weil keine Garantie bestand, dass Robertson einem Wechsel nach Michigan zugestimmt hätte.

Auch die anderen drei Teams auf Larkins Liste stehen vor eigenen Hürden. Florida, Minnesota und Vegas haben ihre Kader für 2026-27 weitgehend zusammengestellt und verfügen über kaum Cap-Raum für Larkins Jahresgehalt von 8,7 Millionen Dollar. Mit jedem weiteren Tag, an dem die Liga in die neue Saison startet, sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Deals vor dem Saisonbeginn.

Yzermans Abgang als unerwarteter Wendepunkt

Die vielleicht wichtigste Entwicklung des Sommers kam am 15. Juli: Steve Yzerman trat als General Manager der Red Wings zurück und wechselte in eine Beraterrolle. Yzerman, der 2019 in die Detroiter Geschäftsführung zurückgekehrt war, hatte sieben Jahre lang den Wiederaufbau des Klubs geleitet. Sein Abgang zieht nun eine intensive Suche nach einem neuen Hockey-Chef nach sich.

Mehrere Berichte hatten zum Zeitpunkt von Larkins Trade-Anfrage ein angespanntes Verhältnis zwischen dem Kapitän und Yzerman als Mitauslöser genannt. Mit Yzerman nicht mehr im Tagesgeschäft ist eine Versöhnung zwischen Larkin und dem Klub zumindest nicht mehr ausgeschlossen. Detroiter Insider haben öffentlich festgehalten, man würde es nicht ausschließen, dass Larkin unter neuer Führung beim Team bleibt – vorausgesetzt, die neue Konstellation bietet eine andere Dynamik.

Wahrscheinlichstes Szenario: Larkin erscheint im Trainingslager

Ohne ein plötzliches Angebot, das alle Beteiligten zufriedenstellt, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Larkin Anfang September im Detroiter Trainingscamp auftaucht. Der Vertrag läuft noch bis 2030, es besteht für Detroit kein finanzieller Druck, ihn unter Wert abzugeben. Die NHL-Saison 2026-27 startet am 29. September – und wenn kein Deal zustande kommt, wird Larkin an diesem Abend höchstwahrscheinlich in einem roten Trikot auf dem Eis stehen.

Das bedeutet nicht das Ende aller Wechselgespräche. Ein neuer Detroit-GM könnte die Situation anders angehen als Yzerman, und die Trade Deadline im Februar steht offen. Für den Moment aber herrscht Stillstand – und beide Seiten scheinen auf den anderen zu warten.