Strelow bricht Dresdens deutschen Fluch nach zwölf Jahren

Ein Sachse lässt Dresden beben

Justus Strelow hat am Sonntag im Heinz-Steyer-Stadion Geschichte geschrieben. Der 29-jährige Sachse gewann den Herren-Massenstart über 13,8 Kilometer beim M4Energy City Biathlon Dresden in 33:36 Minuten und bescherte dem Deutschen Skiverband damit den ersten deutschen Sieg bei diesem Traditionsrennen seit zwölf Jahren. Erik Lesser hatte 2014 in Püttlingen zuletzt triumphiert — seither war die Trophäe stets in ausländische Hände gegangen. Vor rund 12.000 Zuschauern an der Elbe ließ Strelow bei vier Schießeinlagen lediglich zwei Scheiben stehen und behielt im Schlusssprint gegenüber Frankreichs Éric Perrot (+3,0 s) die Oberhand. Lukas Hofer (Italien) komplettierte mit weiteren +0,5 Sekunden das Podium.

Was den Sieg besonders wertvoll macht: Strelow gewann auf seiner Heimstrecke, dort wo er als Kind bereits Biathlon-Weltcup schaute. „Es ist einfach unglaublich, hier in Dresden zu gewinnen — das Publikum hat mich durch das ganze Rennen getragen”, sagte der Sachse laut Medienberichten nach dem Zieleinlauf. Mit seiner gezielten Schießleistung und einem kraftvollen Skilanglauf auf den Rollski-Runden stellte Strelow einmal mehr unter Beweis, dass er zu den verlässlichsten Kräften im deutschen Kader gehört.

Hinter Perrot und Hofer belegten Philipp Horn (+3,9 s) und Philipp Nawrath (+12,1 s) die Plätze vier und fünf und sorgten damit für ein deutsches Quintett in der Spitzengruppe — ein Ausrufezeichen der DSV-Männer zum Auftakt der heißen Vorbereitungsphase auf die Saison 2026/27. Das Rennen wurde in einem modifizierten Format mit Le-Mans-Startverfahren und Strafrunden statt Strafminuten ausgetragen, was den Wettkampf für die Zuschauer im Stadion noch spannungsgeladener machte.

Vobornikova trifft alle 20 Scheiben — Hettich-Walz verpasst Podest knapp

Der Frauen-Massenstart über 11,5 Kilometer lief ebenfalls in atemberaubendem Tempo ab. Die Tschechin Tereza Vobornikova lieferte mit der Topzeit von 31:50,6 Minuten und fehlerfreien 20 von 20 Treffern eine makellose Leistung ab und verwies Österreichs Anna Gandler (+12,2 s) und Italiens Lisa Vittozzi (+17,0 s) auf die Plätze. Janina Hettich-Walz verpasste das Podest als Vierte um knapp 28 Sekunden — ein Resultat, das die deutschen Hoffnungen für die anstehende Saison trotzdem nährt. Olympiasiegerin Justine Braisaz-Bouchet aus Frankreich belegte Platz sechs, Vanessa Voigt wurde neunte.

Saisonauftakt-Signal für den DSV

Das Abschneiden der deutschen Athletinnen und Athleten in Dresden darf als vielversprechendes Signal gewertet werden. Die Weltcupsaison 2026/27 beginnt voraussichtlich Ende November in Kontiolahti — bis dahin stehen für die Nationalkader weitere Trainingslager und interne Leistungstests auf dem Programm. Strelow selbst hatte bereits Mitte August in Östersund mit einem guten Ergebnis auf sich aufmerksam gemacht und bestätigt mit seinem Dresdener Triumph die aufsteigende Form. Das nächste Kräftemessen auf internationaler Bühne ist für die deutschen Biathleten voraussichtlich ein Trainingslager in Norwegen, gefolgt von der Weltcup-Saisoneröffnung Ende November in Kontiolahti. Für den DSV ist klar: Dieser Sieg in Dresden soll kein Ausrutscher nach oben bleiben, sondern der Startschuss für eine konstante Rückkehr in die Weltspitze — mit Justus Strelow an vorderster Front.