Zum Inhalt springen
Freitag, 16. Oktober 2026

Biathlon

Vanessa Voigt geht eigenen Weg: Vorbereitung ohne DSV-Lehrgänge

Deutschlands beste Biathletin der Vorsaison trainiert bis zum Weltcupstart in Kontiolahti individuell – in Absprache mit dem DSV.

3 Min. Lesezeit snowpost

Vanessa Voigt
Foto: Pavel Hrdlička / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die deutsche Biathlon-Nationalmannschaft muss in den kommenden Wochen ohne ihre beste Athletin der Vorsaison auskommen. Vanessa Voigt wird nicht mehr an den zentralen Lehrgängen des Deutschen Skiverbands teilnehmen und bereitet sich bis zum Weltcupauftakt in Kontiolahti eigenständig vor. Das teilte der DSV am Montag mit.

Die 28-jährige Thüringerin, die in dieser Woche 29 Jahre alt wird, richtet ihr Training damit stärker auf ihre persönlichen Bedürfnisse aus. Ein Bruch mit dem Verband ist der Schritt ausdrücklich nicht: Voigt bleibt im engen Austausch mit dem DSV und kann weiterhin dessen Angebote und Infrastruktur nutzen. Bei den Weltcups wird sie wie gewohnt als Mitglied der Nationalmannschaft an den Start gehen.

„Für mich ist es im Moment der richtige Weg“

Voigt begründete ihre Entscheidung so: „Für mich ist es im Moment der richtige Weg, die kommenden Wochen stärker individuell zu gestalten und mich dabei auf meine eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren.“ Der Lösung seien offene Gespräche mit der sportlichen Leitung vorausgegangen.

Biathlon-Sportdirektor Bernd Eisenbichler trägt den Sonderweg mit: „Wir haben mit Vanessa offene und konstruktive Gespräche geführt und gemeinsam eine gute Lösung für die kommenden Wochen gefunden.“ Als erfahrene Athletin werde sie ihre Vorbereitung bis zum Saisonstart individuell strukturieren, so Eisenbichler.

Überraschend ist der Schritt dennoch. Nach der vergangenen Saison hatte der DSV Denny Andritzke als neuen Co-Trainer ins Team geholt – nach dessen Plänen hatte Voigt in der Vergangenheit erfolgreich trainiert. Eigene Trainingspläne sind für die Oberhoferin allerdings kein Neuland; nach Angaben der Sportschau hat sie in früheren Phasen ihrer Karriere bereits ähnlich gearbeitet.

Schwierige Jahre, starkes Comeback

Der Blick auf Voigts jüngere Vergangenheit erklärt, warum sie so genau auf ihren Körper und Kopf hört. 2024 unterbrach sie wegen mentaler Probleme das Training, die Saison 2024/25 musste sie wegen körperlicher Beschwerden vorzeitig beenden – inklusive der Weltmeisterschaften. Damals beschrieb sie, dass in den ersten Wochen „alles grau“ gewesen sei, und dachte sogar über ein Karriereende nach.

Umso eindrucksvoller war ihre Rückkehr. In der Olympiasaison 2025/26 kämpfte sich Voigt zurück in die erweiterte Weltspitze, gewann bei den Winterspielen in Antholz Bronze mit der Mixed-Staffel und beendete den Winter als beste Deutsche auf Rang 14 im Gesamtweltcup. Es war nach der Staffel-Bronze von Peking 2022 ihre zweite olympische Medaille. Insgesamt stehen in ihrer Bilanz vier WM-Medaillen und 15 Weltcup-Podestplätze, darunter zwei Siege.

BiathlonIBU ändert Massenstart-Regel: Nur noch Top 20 automatisch dabei

Startplatz in Kontiolahti sicher

Sportlich hat die Entscheidung keine Folgen für den Saisonstart: Aufgrund ihrer Ergebnisse aus dem vergangenen Winter ist Voigt für die ersten Weltcuprennen in Kontiolahti vorqualifiziert. Der Weltcup beginnt dort am 26. November.

Ganz reibungslos verlief der Spätsommer zuletzt nicht. Beim City Biathlon in Dresden leistete sich Voigt sechs Schießfehler und kam als Neunte ins Ziel. Für das LOOP ONE Festival am 17. und 18. Oktober im Münchner Olympiapark ist sie als Starterin angekündigt – dort wird sich ein erstes Bild ergeben, wie die individuelle Vorbereitung anschlägt.

Bis zum Weltcupauftakt in Finnland bleiben gut sieben Wochen. Ob Voigt danach wieder in den regulären Mannschaftsbetrieb zurückkehrt, ist offen; laut Eisenbichler will man bis zum Saisonstart in Kontakt bleiben.

Sportarten Biathlon

Top-Stories der Redaktion

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
Nächste Story

Letohrad: Mikyska holt zweiten Titel, Voborníková gewinnt Verfolgung

Tomáš Mikyska (CZE) ist doppelter tschechischer Meister im Sommerbiathlon. Am Sonntag gewann er in Letohrad nach dem Sprint auch die Verfolgung auf Rollski. Bei den Frauen siegte Tereza Voborníková (CZE). Sprintsiegerin Lucie Charvátová (CZE) trat nicht an. Laut ČT sport ging mit den Meisterschaften für die…

Zur Story

Alle Biathlon-News

Anzeige

Entdecken