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Freitag, 16. Oktober 2026

Langlauf

Norwegens Langlauf-Chef Kalfoss reagiert auf Sonderweg zweier Stars

Olympiasiegerin Karoline Simpson-Larsen und Karoline Grøtting mieden das Höhentrainingslager des norwegischen Teams. Landslagssjef Per Elias Kalfoss reagiert betont gelassen.

3 Min. Lesezeit snowpost

Karoline Simpson-Larsen
Foto: Stein Langørgen / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Im norwegischen Langlauf-Lager wird über zwei prominente Abwesenheiten diskutiert. Olympiasiegerin Karoline Simpson-Larsen und Karoline Grøtting gehören seit Mai offiziell zum Nationalteam, trainieren aber weiterhin fast ausschließlich mit ihrem Privatteam Team Anlegg Øst Entreprenør. Nun hat sich Landslagssjef Per Elias Kalfoss zu dem Sonderweg geäußert – und dabei bewusst jede Schärfe vermieden.

Einen Kilometer neben dem Nationalteam

Auslöser der Debatte war das dreiwöchige Höhentrainingslager im französischen Font-Romeu im September. Wie VG berichtete, wohnten und trainierten Simpson-Larsen (29) und Grøtting (25) dort nicht mit der Nationalmannschaft, sondern mit Team Anlegg Øst – zur selben Zeit, am selben Ort. „Sie waren etwa einen Kilometer entfernt. Im Prinzip sind sie in diesem Lager dem Programm von Anlegg Øst gefolgt“, sagte Kalfoss der Zeitung. Einen Konflikt gebe es nicht, der Verband wolle die Programme individuell auf das zuschneiden, woran die Athletinnen am meisten glauben.

Brisant ist das Bild trotzdem: Von den elf Frauen im Nationalteam waren in Font-Romeu nur vier dabei – Kristin Austgulen Fosnæs, Nora Sanness, Julie Myhre und Heidi Weng.

„Ich will das Wort ‚unglücklich‘ nicht benutzen“

Gegenüber langrenn.com legte Kalfoss am 2. Oktober nach. „Jeg vil ikke bruke ordet ‚uheldig‘“, sagte er – er wolle das Wort „unglücklich“ nicht benutzen. „Wir hoffen ja, dass wir ein so gutes Programm haben, dass sie die ganze Zeit bei uns sein wollen.“ Zugleich zeigte er Verständnis für die Bindung an Privattrainer Emil Hosøy: „Es gibt keinen Zweifel, dass sie eine gute Beziehung zu Emil haben. Davor haben wir Respekt.“

Hintergrund: Die beiden hatten im Frühjahr beantragt, vom Nationalteam freigestellt zu werden, um weiter in ihrem Privatteam zu bleiben. Der Antrag wurde abgelehnt. Stattdessen handelten sie eine flexible Lösung aus.

„Das Beste aus beiden Welten“

Laut langrenn.com sieht die Vereinbarung von Simpson-Larsen vor, dass sie an drei Lehrgängen des Nationalteams in Norwegen teilnimmt: auf dem Sognefjellet, in Sandefjord im Frühsommer und auf Mosetertoppen im Oktober. Ansonsten trainiert sie täglich mit Team Anlegg Øst und absolviert auch dessen Höhenlager. „Ich habe es genau so bekommen, wie ich es wollte. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Freiheit habe, so zu trainieren, wie ich es für richtig halte“, sagte die 29-Jährige. Sie arbeite fünf Tage pro Woche mit Hosøy zusammen und habe so „das Beste aus beiden Welten“.

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Grøtting begründete ihre Entscheidung gegenüber VG mit der Erfahrung ihres Trainers: In der Höhe werde man leicht übermotiviert, da helfe es, mit Emil jemanden in der Nähe zu haben, der sie gut kenne und vor Übertraining bewahre. NRK-Experte Torgeir Bjørn hält individuelle Programme in Höhenlagern für durchaus sinnvoll und verwies auf die erfolgreichen Schwedinnen, die selten komplett zusammen trainieren.

Der Erfolg gibt dem Duo bislang recht: Simpson-Larsen gewann im Februar mit Heidi Weng, Astrid Øyre Slind und Kristin Austgulen Fosnæs olympisches Staffel-Gold, Grøtting gelang im vergangenen Winter der Durchbruch im Weltcup.

Das nächste Wiedersehen ist bereits terminiert: Vom 5. bis 9. Oktober trifft sich das Nationalteam auf Mosetertoppen zum letzten Lehrgang der Saisonvorbereitung – laut langrenn.com werden Simpson-Larsen und Grøtting dort erwartet.

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