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Freitag, 16. Oktober 2026

Skispringen

DM-Krimi in Hinterzarten: Raimund schlägt Wellinger, Reisch holt Gold

Olympiasieger Philipp Raimund dreht im Finaldurchgang das Duell mit Andreas Wellinger und wird Deutscher Meister. Bei den Frauen setzt sich Agnes Reisch knapp gegen Selina Freitag durch.

3 Min. Lesezeit snowpost

Philipp Raimund
Foto: Snoflaxe / Wikimedia Commons, CC0

Philipp Raimund ist neuer Deutscher Meister im Skispringen. Der 26-Jährige vom SC Oberstdorf gewann am Freitag in Hinterzarten das Einzelspringen auf der Normalschanze mit 255,9 Punkten – und das nach einer Aufholjagd im Finaldurchgang. Nach dem ersten Sprung lag der Olympiasieger von Mailand und Cortina d'Ampezzo nur auf Rang drei, am Ende hatte er 2,7 Punkte Vorsprung auf Andreas Wellinger. Bei den Frauen holte sich Agnes Reisch vom WSV Isny den Titel vor ihrer Teamkollegin Selina Freitag.

Bester Sprung im Finale entscheidet

Raimund kam auf 103 und 106 Meter. Den Unterschied machte der zweite Durchgang: Dort zeigte er die Bestweite des Finales, während Wellinger nach 106 Metern im ersten Versuch nur noch auf 100,5 Meter kam – sechs Meter weniger als der neue Meister. Der 31-Jährige vom SC Ruhpolding, der zur Halbzeit vorn gelegen hatte, kam auf 253,2 Punkte und musste sich mit Silber begnügen.

„Natürlich ist es ärgerlich, schlussendlich dann Zweiter zu werden“, sagte Wellinger. Das Duell der beiden Routiniers zeigt dennoch, dass im deutschen Team gut sechs Wochen vor dem Weltcup-Auftakt gleich zwei erfahrene Springer auf ähnlichem Niveau unterwegs sind. Für Raimund ist der Meistertitel nach dem Olympiasieg im vergangenen Winter ein weiterer Beleg dafür, dass er sich endgültig in der nationalen Spitze festgesetzt hat.

Bronze ging an Ben Bayer. Der 22-Jährige stellte mit 106,5 Metern im ersten Durchgang die größte Weite des Tages auf und kam nach 101,5 Metern im zweiten Sprung auf 250,9 Punkte – nur 5,0 Zähler hinter dem Sieger. Dahinter landeten Jannik Faißt, Karl Geiger und Constantin Schmid auf den Rängen vier bis sechs.

Nicht am Start war Pius Paschke, der wegen Knieproblemen auf die Meisterschaften verzichten musste. Damit fehlte einer der etablierten Weltcupspringer im Feld.

Reisch knapp vor Freitag

Bei den Frauen entwickelte sich ebenfalls ein enges Rennen. Agnes Reisch sprang 103 und 99 Meter und siegte mit 254 Punkten. Selina Freitag (101 und 99,5 Meter) lag am Ende drei Punkte zurück und gewann mit 251 Punkten Silber. „Im Großen und Ganzen bin ich aber total zufrieden“, sagte Reisch nach ihrem Titelgewinn.

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Eine besondere Geschichte schrieb Luisa Görlich: Die Thüringerin, die erst vor Kurzem nach einem Kreuzbandriss zurückgekehrt ist, sprang mit 102,5 und 102 Metern zweimal konstant weit und holte mit 241,3 Punkten Bronze. Auf den weiteren Plätzen folgten Emely Torazza, Anna Deufel und Anna Fay-Scharfenberg.

Teamspringen und Kombinierer am Wochenende

Insgesamt waren bei den Titelkämpfen auf der Rothausschanze im Schwarzwald mehr als 100 Springerinnen und Springer am Start. Die Meisterschaften laufen noch bis Sonntag: Am Samstag stehen das Teamspringen und das Einzel der Nordischen Kombinierer auf dem Programm, am Sonntag folgen die Teamwettbewerbe der Kombinierer.

Für die Skispringer ist Hinterzarten einer der letzten Formtests vor dem Winter. Der Weltcup beginnt am 20. November in Lillehammer mit einem Mixed-Teamspringen – dann wird sich zeigen, ob Raimund seinen Schwung aus dem Schwarzwald mitnehmen kann.

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