Zwei Wochen bis zum Saisonauftakt in Wisła
Der FIS Sommer-Grand-Prix im Skispringen eröffnet die Saison 2026 am 1. und 2. August auf der Adam-Małysz-Schanze in Wisła, Polen. Die Anlage trägt den Namen der polnischen Skisprung-Legende, die vier Mal den Weltcupgesamttitel gewann. Paweł Wąsek springt dort als amtierender Gesamtsieger der Männer vor heimischem Publikum — ein Heimvorteil, der im Skispringen nicht zu unterschätzen ist. Der Sommer-Grand-Prix gilt als der letzte bedeutsame Kräftemesser vor dem Start des FIS Skisprung-Weltcups im Winter und dient gleichzeitig als Kaderorientierung für alle Nationalteams.
Geiger und Wellinger im Fokus des deutschen Lagers
Für den deutschen Skiverband und die heimischen Fans rückt die Finalstation in Klingenthal am 24. und 25. Oktober besonders ins Blickfeld. Karl Geiger aus Oberstdorf, mehrfacher Weltcupsieger und Grand-Prix-Teilnehmer mit nachgewiesener Tagesform-Qualität, sowie Andreas Wellinger, Olympiasieger 2018 auf der Normalschanze in Pyeongchang, gehören zu den realistischen Anwärtern auf einen Spitzenplatz in der Gesamtwertung. Die Vogtland Arena in Klingenthal gilt als anspruchsvoller, aber publikumsfreundlicher Hügel mit einer der lautstärksten Heimkurven im gesamten FIS-Kalender — ein Heimerfolg zum Abschluss der Sommerserie hätte symbolischen wie sportlichen Wert vor der Wintersaison.
Neben Geiger und Wellinger werden auch weitere DSV-Springer wie Stephan Leyhe um Weltcup-Startplätze für den Winter kämpfen. Die vier Grand-Prix-Stationen bieten ausreichend Wettkampfpraxis, um die Aufstellung für die ersten Rennen der Saison 2026-27 zu klären.
Der Gesamtkalender: Vier Stationen, drei Monate
Der komplette Terminplan sieht folgende Austragungsorte vor: Wisła/Polen (1.–2. August), Courchevel/Frankreich (8.–9. August), Rasnov/Rumänien (19.–20. September) und Klingenthal/Deutschland (24.–25. Oktober). Männer und Frauen treten an allen vier Wochenenden gemeinsam an. Bei den Frauen geht Italiens Lara Malsiner als Titelverteidigerin in die Serie. Die Südtirolerin zählt zu den konstantesten Springerinnen Europas und ist auch im Sommer 2026 schwer zu schlagen. Skandinavische und österreichische Konkurrentinnen werden über die vier Stationen hinweg auf ein Gesamtklassement-Niveau steigen müssen, wenn sie die Titelverteidigerin herausfordern wollen.
Internationale Konkurrenz: Kobayashi und die Weltspitze
Auf internationaler Ebene ist Japans Ryōyū Kobayashi die prominenteste Figur im Starterfeld. Der frühere Weltcup-Gesamtsieger verbuchte in der Saison 2025-26 drei Einzelsiege im Weltcup und war bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina dabei. Sein Abschneiden in Wisła gilt als erster Gradmesser für sein Niveau im neuen Olympia-Zyklus. Neben Kobayashi und dem polnischen Titelverteidiger Wąsek sind österreichische und slowenische Springer als potenzielle Mitfavoriten für das Gesamtklassement zu nennen. Die Tiefe des internationalen Feldes verspricht in allen vier Stationen enge Entscheidungen.
Die offiziellen Startlisten für Wisła werden von der FIS kurz vor dem ersten Training am 1. August veröffentlicht. Das Finale des Sommer-Grand-Prix findet am 25. Oktober in Klingenthal statt. Für das deutsche Team und seine Fans beginnt damit ein langer Herbst mit direktem Wettkampfbezug zum Weltcup-Winter — Klingenthal nicht als Kulisse, sondern als echter Konkurrenzmaßstab. Das vollständige Programm mit Ergebnissen und Ranglisten ist auf fis-ski.com abrufbar.