Sunday, August 30, 2026
Biathlon: Italiens Sommer-Elite kämpft um Titel in Martell

Biathlon: Italiens Sommer-Elite kämpft um Titel in Martell

Lisa Vittozzi, Lukas Hofer und Italiens gesamter Nationalkader stehen am Mittwoch beim Biathlonzentrum Grogg am Start — ohne den verletzten Tommaso Giacomel.

Volle Startliste am Grogg

Am Biathlonzentrum Grogg im Nationalpark Stilfserjoch haben die Italienischen Sommertitelkämpfe im Biathlon am Mittwochmorgen begonnen. Die Herrensprint über zehn Kilometer startete um 9:30 Uhr, die Damensprint über 7,5 Kilometer um 10:15 Uhr. Am Donnerstag folgen die Verfolgungsrennen ab 9:30 Uhr — womit in Val Martell der wichtigste nationale Sommerbewerb des Jahres für die Senioren des Biathlonkaders ausgetragen wird.

Nahezu die gesamte Spitze des Nationalteams ist vertreten. Bei den Damen führt Olympiasiegerin Lisa Vittozzi das Feld an, ergänzt durch Hannah Auchentaller, Rebecca Passler, Samuela Comola und Martina Trabucchi. Bei den Herren reihen sich neben dem Routinier Lukas Hofer auch Patrick Braunhofer, Christoph Pircher, Didier Bionaz, Elia Zeni sowie weitere Nationalkaderathleten ein. Startnummer 1 trägt Nicola Romanin, Thomas Daziano und Cesare Lozza gehen unter den ersten Startern ins Rennen.

Giacomel fehlt — Schulterproblem ungelöst

Der prominenteste Ausfall ist Tommaso Giacomel. Der Biathlonathlet aus dem Trentino, der in der Saison 2025/26 regelmäßig zu den besten Weltcupläufern zählte, bestreitet wegen einer Schulterverletzung weiterhin keine Wettkämpfe. Beim nationalen Titelkampf in Martell im März fehlte er ebenfalls. Ob Giacomel bis zur Eröffnung des Weltcupkalenders im Herbst wieder vollständig einsatzfähig ist, bleibt eine der drängendsten offenen Fragen für den Trainerstab der Azzurri.

Seine Abwesenheit gibt den Teamkollegen gleichzeitig die Möglichkeit, sich in der internen Hierarchie zu behaupten. Bionaz und Braunhofer, die in der vergangenen Wintersaison starke Ergebnisse vorgelegt haben, gehören zu den ernsthaften Anwärtern auf den Herrensprint-Titel und können sich mit einer überzeugenden Leistung für weitere Nominierungen empfehlen.

Südtirol stellt das Rückgrat

Wie in kaum einer anderen europäischen Biathlonnation prägt eine einzelne Region den Nationalkader so stark wie Südtirol die Squadra Azzurra. Auchentaller, Passler, Braunhofer, Pircher und Bionaz trainieren allesamt im Weltcupzentrum Antholz, das zu den renommiertesten Biathlon-Standorten weltweit zählt und bereits Weltmeisterschaften und zahlreiche Weltcuprennen ausgerichtet hat. Die geschlossene Präsenz dieser Athletengruppe in Martell unterstreicht einmal mehr, welchen Stellenwert das Südtiroler Modell für den gesamten italienischen Biathlon-Betrieb hat.

Vittozzi, die aus Tarvis im Friaul stammt, steht für den Erfolg des Programms über die regionale Dimension hinaus. Ihr Olympiasieg in der Einzelwertung bei den Winterspielen in Mailand und Cortina 2026 katapultierte sie endgültig in die allererste Reihe der internationalen Biathlonszene. In der Damensprint von Martell gilt sie als klare Favoritin: ihre Schießkonstanz und ihr Rollskitempo finden im nationalen Vergleich derzeit keine ebenbürtige Konkurrentin.

Weichenstellungen für die Saison

Die Titelkämpfe in Martell sind kein reines Saisonfinale des Sommers, sondern haben direkten Einfluss auf die Kadernominierungen für die ersten Weltcupstationen, die traditionell im November stattfinden. Das Sprint-Verfolgung-Format entspricht exakt dem Rennprogramm des Winters und liefert dem Trainerstab verwertbare Leistungsdaten für die ausstehenden Entscheidungen.

Das Biathlonzentrum Grogg liegt auf einer Höhenlage, die gleichzeitig die physische Ausdauer und die Schießpräzision unter Belastung fordert — Bedingungen, die denen des Winters ähneln. Ergebnisse aus Mittwoch und Donnerstag werden zeigen, wer die letzte Sommerphase optimal genutzt hat und mit dem besten Rüstzeug in den letzten Vorbereitungsblock vor dem Saisonstart geht.

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