Xandra Velzeboer und Jens van 't Wout haben bei den Olympischen Spielen Gold im Shorttrack gewonnen – und zeigen sich trotz des Erfolgs bereits fokussiert auf die nächsten Rennen.
Die niederländischen Shorttrack-Stars Xandra Velzeboer und Jens van 't Wout haben bei den Olympischen Spielen sensationelle Goldmedaillen gewonnen. In der TeamNL Taxi, einem Format des niederländischen Olympia-Teams, sprachen die beiden Athleten über ihre Erfolge und die Emotionen nach den historischen Rennen. Während Velzeboer mit einem olympischen Rekord im Viertelfinale und einem Weltrekord im Halbfinale glänzte, setzte sich van 't Wout in einem taktisch perfekt geführten Finale durch.
Besonders bemerkenswert: Trotz der Goldmedaillen bleiben beide Athleten auf dem Boden und konzentrieren sich bereits auf die kommenden Wettkämpfe. "Wir sind natürlich auch noch nicht helemaal klaar. Morgenavond moeten we weer volle baas rijden", erklärte Velzeboer und machte deutlich, dass für ausgiebige Feiern noch keine Zeit ist.
Van 't Wout mit perfekter Taktik zum Gold
Jens van 't Wout offenbarte in dem Interview seine durchdachte Renntaktik: "Ich hatte mir genau überlegt, was William machen würde. Ich wusste, dass er eigentlich vorne sitzen wollte." Der niederländische Athlet behielt während des gesamten Rennens die Ruhe und wartete auf den richtigen Moment für seine Attacke. "Nach einer Runde holte er mich gleich wieder ein und verlangsamte sein Tempo, damit ich hineinfahre. Aber ich hielt sehr guten Abstand. Und das war genau das, was ich wollte, als ich den Angriff platzierte."
Die taktische Reife und das Verständnis für die Konkurrenz zahlten sich aus – van 't Wout sicherte sich die Goldmedaille in einem der spannendsten Rennen der Spiele.
Velzeboer: Emotionen nur für die Schwester
Xandra Velzeboer zeigte sich nach ihrem Sieg überraschend gefasst. Auf die Frage, ob sie emotional gewesen sei, antwortete sie: "Ich habe eigentlich gar nicht geweint. Ich weine nicht wirklich vor Glück – außer wenn meine kleine Schwester gewinnt." Die enge Bindung zu ihrer Familie, insbesondere zu ihrem Bruder, wurde im Gespräch deutlich. "Ich denke, mein Bruder ist auch wirklich mein größter Supporter", sagte Velzeboer.
Interessant ist auch die familiäre Geschichte der Velzeboers: Die Geschwister sind gemeinsam in Kanada aufgewachsen und kehrten 2014 in die Niederlande zurück. Seitdem, so Velzeboer, hätten sie "noch nie Streit gehabt" – eine bemerkenswerte Harmonie, die möglicherweise auch zu ihrem sportlichen Erfolg beiträgt.
Fokus auf die nächsten Rennen
Trotz der historischen Erfolge – Velzeboer fuhr sowohl einen olympischen Rekord im Viertelfinale als auch einen Weltrekord im Halbfinale – bleibt das niederländische Shorttrack-Duo geerdet. Die Konzentration liegt bereits auf den kommenden Wettkämpfen, und ausgiebige Feiern müssen noch warten. "Schneller als manche Männer fahren", kommentierte der Taxifahrer Kalvijn anerkennend Velzeboers Leistung.
Die beiden Goldmedaillengewinner wurden anschließend im TeamNL-Haus geehrt, wo sie von ihren Teamkollegen und Betreuern gefeiert wurden. Doch schon am nächsten Abend stand das nächste Rennen auf dem Programm – ein Beweis für die Dichte und Intensität des olympischen Shorttrack-Wettbewerbs.