Lucas Pinheiro Braathen hat bei der ersten Manche des Riesenslaloms auf der Stelvio eine beeindruckende Leistung gezeigt und der Konkurrenz deutliche Rückstände aufgedrückt.
Der für Brasilien startende Skirennläufer Lucas Pinheiro Braathen hat mit einer herausragenden ersten Manche beim Riesenslalom auf der legendären Stelvio-Piste für Aufsehen gesorgt. Der ehemalige norwegische Weltmeister, der seit dieser Saison für sein Geburtsland Brasilien an den Start geht, fuhr der Konkurrenz davon und baute einen komfortablen Vorsprung auf.
Einzig Marco Odermatt konnte mit dem Tempo des Brasilianers mithalten. Der Schweizer Gesamtweltcup-Sieger lag als einziger Fahrer weniger als eine Sekunde hinter Braathen zurück. Alle anderen Konkurrenten mussten deutlich größere Rückstände hinnehmen, was die Dominanz des 24-Jährigen in der ersten Manche unterstreicht.
Technisch starke Fahrt auf anspruchsvoller Piste
Die Stelvio in Bormio gilt als eine der anspruchsvollsten Abfahrtsstrecken im Weltcup-Zirkus. Beim Riesenslalom zeigte Braathen eine technisch saubere Leistung mit aggressivem Fahrstil. Laut Expertenkommentar überzeugte er besonders durch seinen kraftvollen Druck in den Schwüngen und seine Fähigkeit, auf den flacheren Passagen Geschwindigkeit aufzubauen.
Besonders bemerkenswert war seine Technik in den Übergängen, wo er konsequent Druck aufbaute und die Ski beschleunigte. Nur an der zweiten Tür zeigte sich eine kleine Ungenauigkeit, ansonsten präsentierte sich der Brasilianer in bestechender Form. Die physische Herausforderung der langen Manche meisterte er souverän.
Italienische Hoffnungen auf Alex Vinatzer
Aus italienischer Sicht war Alex Vinatzer der beste Starter. Der Südtiroler klassierte sich auf dem elften Rang, allerdings bereits acht Zehntel hinter den Medaillenrängen. Für das Heimrennen auf der Stelvio hatten sich die italienischen Fans mehr erhofft, doch die Dominanz von Braathen machte es auch den einheimischen Läufern schwer, sich in Szene zu setzen.
Mit einem Rückstand von 1,14 Sekunden auf Braathen liegt Vinatzer zwar noch im Bereich des Möglichen für einen Podestplatz, müsste in der zweiten Manche aber eine deutliche Steigerung zeigen. Die zweite Manche verspricht spannend zu werden, da auch dort wieder voller Einsatz gefordert sein wird.
Braathens Siegesserie im Riesenslalom
Die starke Leistung reiht sich ein in Braathens beeindruckende Bilanz dieser Saison. Von drei Riesenslalom-Rennen im Weltcup konnte er bereits zwei für sich entscheiden. Als Fahnenträger Brasiliens verfolgt er das ehrgeizige Ziel, sein Land an die Weltspitze des alpinen Skisports zu führen – ein Unterfangen, das nach dieser ersten Manche durchaus realistisch erscheint.
Die Entscheidung fällt in der zweiten Manche, bei der Braathen seinen Vorsprung verteidigen muss. Mit Odermatt im Nacken und der Herausforderung, auf der physisch anspruchsvollen Stelvio erneut Höchstleistung zu bringen, bleibt das Rennen spannend.