Mikaela Shiffrin hat Geschichte geschrieben: Die US-Amerikanerin sicherte sich in Hafjell ihren sechsten Gesamtweltcup und egalisiert damit den legendären Rekord von Annemarie Moser-Pröll.
Noch bevor der abschließende Riesenslalom der Weltcup-Finals im norwegischen Hafjell beendet war, stand fest: Mikaela Shiffrin ist zum sechsten Mal Gesamtweltcup-Siegerin. Mit diesem Triumph reiht sich die 30-Jährige in die Geschichtsbücher des alpinen Skisports ein und stellt den jahrzehntealten Rekord der österreichischen Legende Annemarie Moser-Pröll ein.
Moser-Pröll hatte zwischen 1971 und 1979 insgesamt sechs große Kristallkugeln gewonnen und damit eine Bestmarke gesetzt, die über vier Jahrzehnte Bestand hatte. Nun teilt sie sich diesen historischen Rekord mit Shiffrin, die ihre erste große Kugel 2017 gewann und seitdem die Dominanz im Damen-Weltcup prägt wie keine andere Athletin ihrer Generation.
Shiffrins einzigartige Konstanz über Jahre hinweg
Was Shiffrins Leistung besonders bemerkenswert macht, ist die Konstanz, mit der sie über Jahre hinweg auf höchstem Niveau performt. Ihre sechs Gesamtweltcup-Siege verteilen sich über einen Zeitraum von acht Jahren, in denen sie nicht nur in ihren Paradedisziplinen Slalom und Riesenslalom, sondern auch in Speed-Disziplinen punkten konnte. Diese Vielseitigkeit unterscheidet sie von vielen Vorgängerinnen und macht sie zu einer der komplettesten Skifahrerinnen aller Zeiten.
Der Triumph in Hafjell ist auch deshalb bemerkenswert, weil Shiffrin die Entscheidung bereits vor dem Ende des letzten Rennens herbeiführen konnte – ein Zeichen für ihren komfortablen Vorsprung in der Gesamtwertung. Während ihre Konkurrentinnen noch um Podestplätze kämpften, hatte die Amerikanerin ihre Mission bereits erfüllt.
Moser-Prölls Rekord als Maßstab einer Ära
Annemarie Moser-Pröll gilt als eine der größten Skifahrerinnen der Geschichte. Die Salzburgerin dominierte den Weltcup in den 1970er Jahren nach Belieben und stellte Rekorde auf, die teilweise bis heute Bestand haben. Ihre sechs Gesamtweltcup-Siege waren lange Zeit unerreicht und galten vielen als uneinholbar. Dass nun Shiffrin diese Marke erreicht hat, unterstreicht die außergewöhnliche Klasse der US-Amerikanerin.
Ob Shiffrin den Rekord in den kommenden Saisons noch übertreffen kann, bleibt abzuwarten. Mit 30 Jahren befindet sie sich noch in einem Alter, in dem Spitzenleistungen im alpinen Skisport möglich sind. Ihre Motivation und ihr Ehrgeiz lassen vermuten, dass sie nicht mit sechs Titeln zufrieden sein wird.
Historischer Moment in Hafjell
Die Weltcup-Finals in Hafjell werden somit als jener Ort in die Geschichte eingehen, an dem Mikaela Shiffrin einen der bedeutendsten Meilensteine ihrer Karriere erreichte. Für den alpinen Skisport ist es ein besonderer Moment: Eine neue Generation hat die Fackel von den Legenden der Vergangenheit übernommen und schreibt ihre eigenen Kapitel in den Annalen des Sports.
Mit diesem sechsten Gesamtweltcup-Sieg festigt Shiffrin ihren Status als eine der erfolgreichsten Athletinnen der Skigeschichte. Der Vergleich mit Moser-Pröll zeigt, dass wahre Größe zeitlos ist – und dass Rekorde dazu da sind, eingestellt und vielleicht auch übertroffen zu werden.