Tränen der Freude: De Boos emotionaler Empfang in Mailand

Der niederländische Eisschnellläufer Jenning de Boo erlebte nach seiner olympischen Silbermedaille in Mailand einen emotionalen Empfang im TeamNL-Haus.

Jenning de Boo, frischgebackener Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Winterspielen in Milano-Cortina, wurde erstmals mit der legendären TeamNL-Taxi zu seiner Ehrung im Staatsloterij TeamNL-Haus gefahren. Die Premiere der speziellen Taxi-Aktion in Mailand wurde zu einem bewegenden Moment für den 20-jährigen Eisschnellläufer.

“Ich habe nicht so schnell Tränen in den Augen, aber ich hatte gerade schon einen Kloß im Hals”, gestand de Boo während der Fahrt. Fast 4.000 Menschen warteten im vollbesetzten TeamNL-Haus auf den jungen Athleten – eine Kulisse, die ihn sichtlich überwältigte. “Das ist echt crazy”, kommentierte er die Menschenmenge.

Von Short Track zur Langbahn – ein steiniger Weg

Der Weg zu dieser olympischen Medaille war für de Boo alles andere als geradlinig. Vor drei Jahren stand er an einem Scheideweg: Nach seinem Wechsel vom Short Track zur Langbahn spielte er ernsthaft mit dem Gedanken, das Leistungssportleben hinter sich zu lassen und in Groningen zu studieren. “Ist es ein Moment gewesen in den letzten Jahren, wo du ans Aufhören gedacht hast?”, wurde er gefragt. Seine ehrliche Antwort: Ja, die Überlegung war da.

Drei Jahre später steht er nun auf dem olympischen Podium. Die Medaille, so de Boo, sei eine “schöne Bestätigung, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe”. Im Gespräch mit seinem Trainer Stotts wurde ihm bewusst: “All die Opfer, das ist es jetzt alles wert.”

Eisschnelllauf: Emotionale Momente und orangefarbene Unterstützung

Besonders beeindruckt zeigte sich de Boo von der Atmosphäre im Eisstadion. “Wenn du zum Start kommst, die ganze Tribüne orange, es kommt ein Lärm”, beschrieb er die Unterstützung durch die niederländischen Fans. Diese Unterstützung habe er wirklich gespürt, betonte der Athlet.

Während der Fahrt im TeamNL-Taxi hatte de Boo auch die Gelegenheit, seine schwere Silbermedaille zu präsentieren. “Er ist echt schwer”, stellte er fest. “Hier sollte man keine Burpees mit machen.” Die lockere Atmosphäre bot Raum für persönliche Fragen – von seinem Beziehungsstatus bis hin zu seinen Zukunftsplänen. “Ich bin auch noch Single”, verriet de Boo schmunzelnd und ergänzte: “Die Eisschnelllaufwelt ist ziemlich klein, also ist das Angebot auch ziemlich klein.”

Mentale Stärke nach schwierigen Momenten

De Boo sprach auch offen über seine mentale Herangehensweise nach dem Incident mit seinem Teamkollegen Joep. “Ich habe mich sehr versucht, mich davon abzuschließen, und das gelingt mir jetzt ziemlich gut”, erklärte er. Diese mentale Stärke war offensichtlich ein wichtiger Faktor für seinen olympischen Erfolg.

Seine Botschaft an die wartenden Fans war schlicht und herzlich: “Einfach danke. Einfach für die Unterstützung, denn ich fühle sie wirklich.” Als die TeamNL-Taxi schließlich am Ziel ankam und de Boo die wartende Menschenmenge sah, fasste er seine Gefühle zusammen: “Holy shit, es stehen auch wirklich überall Menschen und warten.”