Thursday, July 16, 2026
DSV-Adler neu sortiert: Mitter übernimmt, Roth überrascht

DSV-Adler neu sortiert: Mitter übernimmt, Roth überrascht

Neuer Cheftrainer, ein überraschender A-Kader-Aufsteiger und der Rücktritt von Katharina Schmid: Das DSV-Skispringen stellt sich für den Winter 2026/27 neu auf.

Das deutsche Skispringen geht runderneuert in den ersten Winter nach den Olympischen Spielen von Milano-Cortina. Mit der Kaderbenennung für die Saison 2026/27 hat der Deutsche Skiverband gleich mehrere Weichen gestellt: Ein neuer Cheftrainer übernimmt die Männer, im A-Team taucht ein Überraschungsname auf — und bei den Frauen endet mit dem Rücktritt von Katharina Schmid eine Ära.

Mitter übernimmt die Männer

Andreas Mitter ist der neue Cheftrainer der DSV-Springer. Sein A-Team ist prominent besetzt: Andreas Wellinger, Philipp Raimund, Karl Geiger, Pius Paschke und Felix Hoffmann bilden das Gerüst der Mannschaft. Dazu kommt eine Personalie, mit der kaum jemand gerechnet hatte: Luca Roth rückt überraschend in den A-Kader auf.

Nicht für alle ging die Neusortierung gut aus: Adrian Tittel wurde in die 1b-Mannschaft zurückgestuft. Der neue Cheftrainer setzt damit früh ein Signal, dass Kaderplätze über Leistung vergeben werden — und dass die interne Konkurrenz im Sommer offen ausgetragen wird.

Schmid tritt ab — und Hollandt ebenfalls

Die einschneidendste Nachricht kommt aus dem Frauen-Lager: Katharina Schmid hat ihre Karriere beendet. Mit ihr verliert das deutsche Team seine profilierteste Springerin. Auch Anna Hollandt hat ihren Rücktritt erklärt.

Die Antwort des Verbands fällt bemerkenswert aus: Unter Cheftrainer Heinz Kuttin umfasst das A-Team der Frauen künftig neun Athletinnen — ein Rekordwert. Statt den Abschied der Führungsfigur mit einem kleineren Aufgebot zu beantworten, verbreitert der DSV die Spitze und gibt der nächsten Generation Platz im höchsten Kader.

Sommer-Fahrplan: Auftakt in Wisla, kein Hinterzarten

Sportlich beginnt die neue Zeitrechnung am 1. und 2. August: In Wisla eröffnen Männer und Frauen gemeinsam den Sommer Grand Prix. Weiter geht es am 8. und 9. August in Courchevel — die letzte Ausgabe dort, bevor die Anlage für die Winterspiele 2030 umgebaut wird. Nach Rasnov (19./20. September) folgt das Finale am 24. und 25. Oktober in Klingenthal, das als Hybrid-Wettbewerb mit Eisspur und Matten ausgetragen wird.

Auffällig aus deutscher Sicht: Hinterzarten fehlt im Kalender. Der Schwarzwald-Standort, traditionell eine feste Größe im Skisprung-Sommer, ist in diesem Jahr nicht dabei. Die ersten belastbaren Ergebnisse des Sommers liegen damit erst nach dem 2. August vor — vorher lässt sich die Form der neu formierten Teams kaum seriös einordnen.

Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt zudem der FIS-Kalender für den Winter 2026/27, der Berichten zufolge brisante Änderungen enthält und für die Frauen einen Rückschlag bedeutet. Gerade für das vergrößerte deutsche Frauen-Team ist das eine unbequeme Nachricht.

Erster Härtetest Anfang August

Für Mitter und sein neu formiertes Team ist der Auftakt in Wisla die erste Standortbestimmung: Dort zeigt sich, wo Wellinger, Geiger und Co. nach dem Trainerwechsel stehen — und ob Überraschungsmann Roth die Beförderung in den A-Kader rechtfertigen kann. Für das Rekord-Aufgebot der Frauen beginnt dort zugleich die erste Saison ohne Katharina Schmid. Das Finale in Klingenthal Ende Oktober fällt dann bereits in die unmittelbare Anlaufphase zum Winter — spätestens dort will die neue deutsche Hierarchie stehen.

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