Wednesday, March 25, 2026
Ski löst sich: Drama kostet Schweden Olympia-Gold in der Staffel
Photo: @Eurosport_IT / X

Ski löst sich: Drama kostet Schweden Olympia-Gold in der Staffel

Bei der Olympischen Staffel in Milano-Cortina erlebte Schwedens Ebba Andersson einen beispiellosen Albtraum: Ihr Ski löste sich mitten im Rennen.

Bei der Olympischen Staffel in Milano-Cortina erlebte Schwedens Ebba Andersson einen beispiellosen Albtraum: Ihr Ski löste sich mitten im Rennen.

Was als vielversprechender schwedischer Angriff begann, endete in einem Drama, das es so noch nie bei Olympischen Winterspielen gegeben hatte. Die Schwedin Ebba Andersson musste hilflos zusehen, wie sich ihr Ski während der entscheidenden Phase des Rennens komplett löste. Die Bindungsplatte brach ab, und Andersson stand plötzlich mit nur einem funktionsfähigen Ski da.

In einer verzweifelten Situation versuchte die Athletin zunächst, den Ski wieder zu befestigen, doch die Bindung war irreparabel beschädigt. Was folgte, war ein surrealer Anblick: Andersson musste 400 Meter mit nur einem Ski zurücklegen, während sie auf ihren ersten Skiman wartete. Die Kommentatoren konnten ihren Augen kaum trauen: "Mamma mia, si stacca lo sci! Mai visto in Olimpiade. Mai visto."

Dramatische Szenen im Materialwechselbereich

Der erste schwedische Skiman eilte mit Ersatzmaterial herbei, doch das Schicksal meinte es nicht gut mit dem skandinavischen Team. Auch er stürzte auf dem Weg zu Andersson. "Vola anche lui, doppio volo", riefen die Kommentatoren fassungslos. Die Szene glich einem Alptraum: Andersson bewegte sich wie ein Kind, das gerade das Skifahren lernt, stakste über den Schnee und versuchte verzweifelt, voranzukommen.

Erst nach qualvollen Momenten erreichte sie schließlich den zweiten Skiman und konnte mit neuem Material weiterfahren. Doch der Schaden war bereits angerichtet. Die Svezia hatte durch den Zwischenfall eine ganze Minute verloren – eine Ewigkeit im Langlauf-Rennen auf olympischem Niveau.

Heldenhafte Aufholjagd reicht nicht für Gold

Trotz des katastrophalen Rückschlags zeigte das schwedische Team beeindruckende Moral. Frida Karlsson, die für die Schlussphase des Rennens verantwortlich war, lieferte eine "antologische" Leistung ab, wie die Kommentatoren es nannten. Mit einer spektakulären Aufholjagd kämpfte sie sich durch das Feld nach vorne und sicherte Schweden am Ende noch die Silbermedaille.

Doch der Schmerz über das verlorene Gold war deutlich spürbar. Ohne den Materialdefekt wäre Schweden in aussichtsreicher Position gewesen, um den Olympiasieg zu holen. Stattdessen mussten sich die Skandinavierinnen mit Rang zwei begnügen – ein bitterer Beigeschmack bei einer ansonsten starken Teamleistung.

Beispielloser Zwischenfall in der Olympia-Geschichte

Experten und Kommentatoren betonten wiederholt, dass sie einen solchen Vorfall noch nie bei Olympischen Spielen gesehen hatten. Ein komplettes Versagen der Bindungsplatte während eines Rennens ist äußerst selten, besonders auf diesem Niveau, wo das Material normalerweise mehrfach geprüft wird. Die Bilder von Anderssons verzweifeltem Kampf, sich mit einem Ski fortzubewegen, werden als eine der denkwürdigsten – wenn auch unglücklichsten – Szenen der Winterspiele von Milano-Cortina in Erinnerung bleiben.

Für Schweden bleibt die Frage, was hätte sein können. Die Silbermedaille ist zweifellos eine beachtliche Leistung angesichts der widrigen Umstände, doch der Gedanke an das mögliche Gold wird das Team noch lange beschäftigen.

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