Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) scharf kritisiert, nachdem der Skeleton-Athlet Wladyslaw Heraskewitsch disqualifiziert wurde.
Das IOC hatte den ukrainischen Skeleton-Fahrer nach einem Wettkampf disqualifiziert, weil er einen Helm mit der Aufschrift „Remembrance” trug – eine Geste zum Gedenken an ukrainische Sportler, die im Krieg mit Russland ums Leben gekommen sind. Die Entscheidung löste heftige Reaktionen aus und führte zu einer öffentlichen Stellungnahme des ukrainischen Staatschefs.
In seiner Ansprache wies Selenskyj die Begründung des IOC zurück und betonte, dass es bei Heraskewitschs Geste nicht um Politik, sondern um Erinnerung und Respekt gehe. „Sport sollte nicht ohne Erinnerung und Respekt sein”, sagte der Präsident. Er hob hervor, dass ukrainische Athleten unter außergewöhnlichen Umständen trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen – unter Kriegsbedingungen.
Selenskyj: „Das ist keine Politik – das ist die Wahrheit”
Der ukrainische Präsident stellte klar, dass das Gedenken an gefallene Sportler keine politische Aussage sei. „Das ist nicht Politik, über das zu sprechen, was wirklich passiert”, erklärte Selenskyj. Stattdessen warf er dem IOC vor, selbst Politik zu betreiben: „Politik ist, wenn Russen unter fremden Pässen maskiert sind und an Wettkämpfen teilnehmen. Politik ist, wenn die russische Flagge immer noch bei den Olympischen Spielen präsent ist.”
Besonders scharf kritisierte Selenskyj die Haltung des IOC gegenüber der Realität des Krieges. „Politik ist, wenn das Internationale Olympische Komitee Angst vor der Wahrheit hat und Chaos erzeugt”, sagte er. Die Disqualifikation Heraskewitschs sei ein Beispiel dafür, wie das IOC die olympischen Prinzipien von Frieden und Gerechtigkeit verfehle.
Orden der Freiheit für Heraskewitsch
Als Zeichen der Unterstützung kündigte Präsident Selenskyj an, dass er ein Dekret unterzeichnet habe, um Wladyslaw Heraskewitsch mit dem Orden der Freiheit auszuzeichnen. „Ich danke ihm für seine prinzipielle Haltung”, betonte der Präsident. Er versicherte allen ukrainischen Sportlern seine volle Unterstützung und würdigte ihren Mut, unter Kriegsbedingungen weiterzumachen.
Die Kontroverse um Heraskewitschs Disqualifikation wirft grundsätzliche Fragen über die Rolle des Sports in Konfliktzeiten auf. Während das IOC strenge Regeln gegen politische Äußerungen bei Wettkämpfen durchsetzt, argumentieren Kritiker, dass das Gedenken an Kriegsopfer eine humanitäre und keine politische Geste sei. Der Fall zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen sportlicher Neutralität und der Realität geopolitischer Konflikte im internationalen Spitzensport.
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Ukrainian President Volodymyr Zelenskiy has condemned the IOC for disqualifying skeleton racer Heraskevych over his 'remembrance' helmet honoring Ukrainian athletes killed in the war with Russia https://t.co/VGxYYWnuy3 pic.twitter.com/Z9jpX7ukmn
— Reuters Sports (@ReutersSports) February 13, 2026