Der ukrainische Skeleton-Athlet Vladyslav Heraskevych verzichtet auf seinen olympischen Start, weil er seinen Gedenkhelm nicht tragen darf.
Vladyslav Heraskevych wird nicht bei den Olympischen Winterspielen an den Start gehen. Der ukrainische Skeleton-Pilot lehnte eine kurzfristige Aufforderung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ab, einen anderen Helm zu verwenden. Sein aktueller Helm ehrt mehr als 20 ukrainische Athleten und Trainer, die im Krieg mit Russland getötet wurden.
Die Entscheidung des 28-Jährigen ist ein starkes politisches Statement in einer Zeit, in der das IOC auf strikte Neutralität pocht. Heraskevych hatte bereits in der Vergangenheit mit symbolischen Gesten auf die Situation in seiner Heimat aufmerksam gemacht. Nach seinem Lauf bei den Weltmeisterungen 2022 in Peking zeigte er ein Schild mit der Aufschrift “No War in Ukraine”.
IOC besteht auf Regelkonformität
Das IOC begründet seine Forderung mit den olympischen Regularien, die politische Statements auf Ausrüstungsgegenständen untersagen. Die Organisation hat in den vergangenen Jahren wiederholt betont, dass Sport und Politik getrennt bleiben müssen. Für Heraskevych steht jedoch das Gedenken an seine gefallenen Landsleute über der Teilnahme am prestigeträchtigsten Sportereignis der Welt.
Der Helm des Ukrainers trägt die Namen von Sportlern und Trainern, die seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 ums Leben gekommen sind. Darunter befinden sich Athleten aus verschiedenen Disziplinen, die entweder im aktiven Militärdienst oder durch Angriffe auf zivile Ziele getötet wurden.
Schwierige Situation für ukrainische Athleten
Heraskevychs Entscheidung wirft ein Schlaglicht auf die komplexe Lage ukrainischer Sportler. Während viele ihrer Teamkollegen und Freunde ihr Leben für die Verteidigung des Landes riskieren oder bereits verloren haben, sollen sie bei internationalen Wettkämpfen so tun, als wäre nichts geschehen. Die Forderung nach politischer Neutralität erscheint vielen ukrainischen Athleten in dieser Situation zynisch.
Der Skeleton-Sport verliert damit einen seiner engagiertesten Athleten bei den Olympischen Spielen. Heraskevych hatte sich durch konstante Leistungen im Weltcup für die Spiele qualifiziert. Sein Verzicht ist nicht nur ein persönliches Opfer, sondern auch ein Verlust für den ukrainischen Wintersport, der unter den Kriegsbedingungen ohnehin mit enormen Herausforderungen kämpft.
Die Reaktionen auf Heraskevychs Entscheidung fallen international unterschiedlich aus. Während viele Beobachter seinen Mut und seine Prinzipientreue loben, verteidigt das IOC seine Position mit Verweis auf die Notwendigkeit, den Sport als neutrale Plattform zu bewahren.
Ukrainian skeleton athlete Vladyslav Heraskevych will not compete in the Olympics after refusing a last-minute plea from the IOC to use a helmet other than the one that honors more than 20 of his country's athletes and coaches killed in the war with Russia.
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— ESPN (@espn) February 12, 2026